Ginkgo (Ginkgo biloba)

Ginko soll laut einiger Studien einen positiven Effekt bei Demenzkranken haben.

Ginkgo (Ginkgo biloba)

Ginkgo biloba wird seit Jahren vor allem damit beworben, die Leistungsfähigkeit des Gehirns zu erhalten. Ob die Heilpflanze tatsächlich als Hirnstärker wirkt, ist zumindest umstritten. Es gibt Studien, die einen positiven Effekt bei Demenzkranken gefunden haben. Ob die Verlangsamung des Abbauprozesses aber tatsächlich auf Ginkgo zurückzuführen ist, konnte nicht eindeutig belegt werden.
Dennoch werden ginkgo-haltige Medikamente nach aktuellen internationalen therapeutischen Leitlinien als gleichwertig effektiv wie Cholinesterasehemmer und Memantin bewertet. Die Ginkgo-Medikamente haben sogar noch den Vorteil der besseren Verträglichkeit.
Für gesunde Menschen fehlt ein zuverlässiger Nachweis positiver Effekte auf die Leistungsfähigkeit des Gehirns. Das gilt auch für Konzentrations- oder Gedächtnisstörungen.

Heilpflanze Ginkgo biloba in Kürze

  • kann bei Demenz möglicherweise den Abbau der geistigen Leistungsstärke verlangsamen, verbessert die Fließeigenschaften des Blutes und lindert daher mitunter Beschwerden wie bei Schwindel, Tinnitus oder peripherer arterieller Verschlusskrankheit (pAVK)
  • verursacht selten leichte Magen-Darm-Beschwerden, allergische Hautreaktionen oder Kopfschmerzen
  • bei Einnahme von blutgerinnungshemmenden Medikamenten nicht ohne Rücksprache mit dem Arzt einnehmen
  • Verwendung von Trockenextrakt aus den Ginkgo-Biloba-Blättern in Tabletten- und Tropfenform; getrocknete Ginkgo-Biloba-Blätter in Tees (gelten im Wesentlichen als wirkungslos)
  • Zugelassene Anwendungsgebiete: begleitende Behandlung zur Symptomlinderung bei hirnorganischen Leistungsstörungen wie dem demenziellen Syndrom; Verlängerung der schmerzfreien Gehstrecke bei pAVK; Schwindel; Tinnitus.

Blutverdünnende Wirkung

Unzweifelhaft hat Ginkgo eine blutverdünnende Wirkung. Verbesserten Fließeigenschaften des Blutes wird ein positiver Effekt bei der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK oder Schaufensterkrankheit) zugeschrieben, ebenso bei Schwindel und Tinnitus (Ohrgeräuschen).

Genaue Wirkweise nicht geklärt

Wie bei vielen anderen Heilpflanzen auch, ist die genaue Wirkweise von Ginkgo nicht ausreichend erforscht. Als wirksame Bestandteile gelten sekundäre Pflanzenstoffe, sogenannte Flavonoide, und Terpene. Ein spezieller Wirkstoff in Ginkgo sind die sogenannten Ginkgolide. In Laborversuchen konnte nachgewiesen werden, dass diese Wirkstoffe beispielsweise Nervenzellen schützen und die Funktion von Nervenbotenstoffen im Gehirn unterstützen. Damit erklären Mediziner die positiven Effekte von Ginkgo bei Demenzerkrankungen.

Allergische Reaktion auf die Heilpflanze führen Experten auf die sogenannten Ginkgol-Säuren in Ginkgo zurück. Ginkgol-Säuren stehen ferner im Verdacht, das Erbgut zu verändern. In Ginkgo-Medikamenten ist der Anteil der Ginkgol-Säuren auf weniger als 5 ppm (parts per million) begrenzt. In Tees kann diese Konzentration überschritten werden.

Wirksame Dosierungen nur in Konzentraten

Die Wirkdosis für Ginkgo wird mit 120 bis 240 Milligramm Trockenextrakt pro Tag angegeben. Diese Menge ist in der Regel nur in Tabletten und Tropfen enthalten. Ginkgo-Tees aus dem Supermarkt oder Reformhaus enthalten kaum wirksame Substanzen und dürfen daher als eher wirkungslos gelten.
Der positive Effekt einer Ginkgo-Behandlung stellt sich nach Angaben der Anbieter erst nach einigen Wochen ein. Gute Ginkgo-Präparate sind nicht selten recht kostspielig. Daher ist eine Ginkgo-Kur nicht billig. Deshalb – und ohnehin vor jeder Selbstbehandlung - sollten Sie ärztlichen Rat einholen. Symptome wie Vergesslichkeit, Schwindel oder Ohrgeräusche sind möglicherweise Anzeichen für eine ernst zu nehmende Krankheit, die professioneller Diagnoseund gezielter Therapie bedarf.

Nebenwirkungen von Ginkgo

Ginkgo ist in aller Regel sehr gut verträglich. Als selten auftretende Nebenwirkungen sind Magen-Darm-Beschwerden, Kopfschmerzen und allergische Hautreaktionen zu nennen.
Bei Einnahme von Medikamenten zur Blutgerinnung sollten Sie vor der Verwendung von Ginkgo Ihren Arzt fragen. Denn Ginkgo wirktselbst als Blutverdünner.

Ginkgo anwenden

Ginkgo wird vor allem in Form von Filmtabletten, Kapseln und als Tropfenangeboten, kann jedoch auch in Ampullen als Injektionslösung gegeben werden.

Autor: Charly Kahle

Stand: 28.07.2017

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