Eukalyptus (Eucalyptus globulus)

Eukalyptusbonbons gehören für Kinder zuweilen zu den wenigen Vorteilen, die mit einer Erkältung einhergehen. Denn viele Eltern sehen es gerne, wenn die Kinder Eukalyptus gegen Husten und Schnupfen naschen. Besser wirken allerdings Inhalationen oder Einreibungen mit dem ätherischen Eukalyptusöl. Auch in Tablettenform entfaltet Eukalyptus seine wohltuenden Eigenschaften.

Gewöhnungsbedürftig bei dieser Anwendungsform: Tabletten mit Eukalyptusöl verursachen gelegentlich ein Aufstoßen. Die aufsteigenden Gase riechen und schmecken stark nach Eukalyptus. Die Einnahme von eukalyptusölhaltigen Medikamenten ist bei Menschen mit Leberproblemen nicht uneingeschränkt geeignet und sollte mit einem Arzt abgesprochen werden.

Die äußerliche Anwendung in Form von Salben und Einreibungen hat sich auch bei rheumatischen Beschwerden und Verspannungen bewährt.

Heilpflanze Eukalyptus – (Eukalyptus globulus) in Kürze

  • befreit die Atemwege bei Erkältungen, erleichtert den Abfluss von Sekreten, lindert Verspannungen und rheumatische Beschwerden
  • kein Einfluss auf die Länge einer Erkältung nachweisbar
  • Stiftung Warentest: Bei Husten und Schnupfen mit Einschränkung geeignet
  • ätherische Öle nicht bei Asthma und chronischen Atemwegserkrankungen anwenden
  • bei Kindern mit besonderer Vorsicht anwenden (Atemnot möglich)
  • Anwendungsgebiet: Erkältungen mit Husten oder Schnupfen, Bronchitis.

Inhaltsstoffe von Eukalyptus

In den Blättern des Eukalyptusbaumes stecken bis zu 3,5 Prozent ätherisches Öl. Dieses Eukalyptusöl wird durch Wasserdestillation gewonnen und besteht vor allem aus Cineol, Alpha-Pinen und Limonen. Außerdem enthält Eukalyptusöl Gerbstoffe und Eucalypton.

Wichtigster Wirkstoff des Eukalyptusöls scheint das Cineol zu sein.

Wirkung von Eukalyptusöl

Die Dämpfe der ätherischen Öle des Eukalyptusöls wirken unter anderem entspannend auf die Muskulatur der Bronchien. Gleichzeitig verringern sie laut Stiftung Warentest die Oberflächenspannung der Lungenbläschen. Das fördert den Gasaustausch und erleichtert in Kombination mit der entspannenden Wirkung das Atmen bei Erkältungen und Husten.

Befreite Atemwege

Außerdem reizt Eukalyptusöl Nervenfasern und verbessert dadurch die Aktivität der Flimmerhärchen in den Atemwegen. Die Flimmerhärchen sind wesentlich daran beteiligt, Sekrete wie festsitzenden Schleim aus den Bronchien und Nasenwegen zu transportieren. Insofern erleichtert Eukalyptusöl vor allem das Abhusten.

Des Weiteren stimuliert Eukalyptusöl die Kälterezeptoren. Dadurch schwillt eine Schnupfnasenschleimhaut zwar nicht direkt ab. Durch die empfundene Kühle entsteht aber das Gefühl einer freien Nase.

Keimhemmende Wirkung

Ferner haben ätherische Öle eine keimtötende Wirkung, vor allem auf Viren und Bakterien. Die Gerbstoffe unterstützen den Effekt gegen Krankheitserreger. Gerbstoffe bewirken, dass Haut und Schleimhäute sich zusammenziehen (adstringierende Wirkung). In den so veränderten Oberflächen der Gewebe können sich Bakterien, Viren und Pilze nicht mehr so leicht einnisten.

Entspannende Wirkung

Einreibungen mit Eukalyptusöl reizen die Haut. Das fördert die Durchblutung und trägt dazu bei, die Heilung von Entzündungsprozessen zu beschleunigen. Auf diese Weise lindert Eukalyptusöl Schmerzen bei Verspannungen und rheumatischen Beschwerden.

Anwendung von Eukalyptusöl

Eukalyptusöl ist in sehr verschiedenen Erkältungsmitteln enthalten. Es wird als Öl vertrieben, aber auch in Kapseln, Tabletten, Salben, Tees und Badezubereitungen. Zur Einnahme werden vor allem magensaftresistente Weichkapseln mit Eukalyptus empfohlen. Diese werden meist sehr gut vertragen.

Anwendungsverbote und Vorsichtsmaßnahmen

Ätherische Öle wie Eukalyptusöl sollten Sie nicht ohne Vorsichtsmaßnahmen anwenden. Beispielsweise dürfen ätherische Öle nie unverdünnt aufgetragen oder eingenommen werden.

Für Menschen mit Asthma oder chronischen Atemwegserkrankungen sind Eukalyptus-Produkte wegen der atemwegsreizenden Eigenschaften nicht geeignet. Bei Leber- und Gallenproblemen sowie Entzündungen im Magen dürfen Sie Eukalyptusöl ebenfalls nicht einsetzen.

Auch Kinder vertragen Eukalyptusdämpfe nicht. Bei Säuglingen und Kleinkindern unter drei Jahren dürfen Sie Salben mit Eukalyptusöl nicht in der Nähe der Atmungsorgane auftragen. Die Dämpfe können Anfälle von Atemnot verursachen. Inhalationen sind für Kinder deswegen nicht geeignet. Manche Menschen reagieren schon auf Duftlampen mit Eukalyptusöl mit Atemwegsreizungen.

Bei Herz- und Kreislaufbeschwerden, Fieber oder Krampfadern kann schon die anregende Wirkung eines Badezusatzes mit Eukalyptusöls Komplikationen verursachen. Besprechen Sie bei diesen Krankheitsbildern die Anwendung vorsichtshalber mit Ihrem Arzt.

Eukalyptusöl kann über die Plazenta auf das Kind übergehen. Deshalb sollten Schwangere auf die Einnahme von Eukalyptusöl verzichten. Für die Anwendung in der Stillzeit gibt es bislang keine Untersuchungen. Fragen Sie deshalb vor einer Anwendung von Eukalyptusöl Ihren Arzt.

Nebenwirkungen

Bei der äußerlichen Anwendung kommt es mitunter zu lokal begrenzten Hautreaktionen wie Rötungen oder Juckreiz.

Magenschmerzen, Übelkeit oder auch Erbrechen können bei Menschen mit empfindlichem Magen Nebenwirkung der Einnahme von Medikamenten mit Eukalyptusöl sein. Außerdem kommt es mitunter zu Aufstoßen.

Wechselwirkungen

Eukalyptusöl aktiviert bestimmte Enzyme in der Leber, die Fremdstoffe und Medikamente abbauen. Theoretisch könnte Eukalyptusöl also die Wirkung von Arzneimitteln abschwächen oder deren Wirkdauer verkürzen. Deshalb sollten Sie vor einer innerlichen Anwendung von Eukalyptusöl einen Arzt fragen, wenn Sie regelmäßig Medikamente einnehmen müssen.

Eukalyptusöl kann in hoher Dosierung den Blutzuckerspiegel senken. Daher sollten Diabetiker regelmäßig Ihren Blutzucker überprüfen, wenn Sie große Mengen Eukalyptus einnehmen.

Eukalyptusöl wird häufig mit anderen pflanzlichen Heilmitteln wie Kampfer, Menthol, oder Fichtennadelöl kombiniert. Die Stiftung Warentest hält Kombinationen, die mehr als 3 Heilpflanzen enthalten, für nicht sinnvoll. Mit der Zahl der enthaltenen Heilpflanzen steigt auch das Risiko für Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen. Beachten Sie in jedem Fall die Packungsbeilage.

Rezept für Eukalyptus-Tee

Sie müssen nicht zwangsläufig zu Fertigpräparaten greifen. Einen Eukalyptustee können Sie leicht selbst zubereiten. Übergießen Sie 3 TL Eukalyptusblätter aus der Apotheke oder dem Reformhaus mit 250 ml kochendem Wasser. 15 Minuten ziehen lassen, abgießen. Den Tee schluckweise und über den Tag verteilt trinken. Sie können ihn auch für Inhalationen verwenden.

Inhalationen mit Eukalyptus

Für eine Inhalation mit Eukalyptus geben Sie etwa 3 bis 5 Tropfen ätherisches Eukalyptusöl oder eine kleine Handvoll Eukalyptusblätter in eine Schüssel mit einem halben Liter kochenden Wasser. Darüber beugen und den Kopf mit einem Handtuch bedecken. Dem heißen Wasser so weit entgegen kommen, wie man die Hitze verträgt, Augen schließen und ruhig aus- und einatmen. Die Inhalationsdauer sollte etwa 5 bis 7 Minuten betragen. Danach am besten 30 Minuten ruhen. Alternativ zur Schüssel haben sich Inhalationsgeräte aus der Apotheke gut bewährt.

Diskussion um ätherische Öle

Ätherische Öle wie Cineol, Alpha-Pinen und Limonen sind Gegenstand einer anhaltenden Diskussion um Gesundheitsgefahren. Das Bundesumweltamt beispielsweise warnt davor, Raumluft mit diesen ätherischen Ölen zu befeuchten. Gleichzeitig räumt das Amt ein, es sei „sehr schwierig, die gesundheitliche Wirkung solcher Substanzgemische zu bewerten“. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) oder die Stiftung Warentest beispielsweise haben keine Warnungen für die Verwendung von Eukalyptusöl in der Raumluft veröffentlicht.

Autor: Charly Kahle

Stand: 28.07.2017