Eibisch (Althaea officinalis)

Eibisch lindert Hustenreiz und hemmt Entzündungen in Mund, Hals und Rachen sowie im Magen-Darm-Bereich.

Eibisch (Althaea officinalis)

Heilpflanzen wie Eibisch, Isländisch Moos oder Huflattich sind seit Jahrhunderten als Mittel gegen Hustenreiz und leichte Infektionen des Mund-Rachen-Raums bekannt. Die Wirkung dieser Heilpflanzen beruht auf ihrem hohen Gehalt an sogenannten Schleimstoffen.

Die Wirkungen bei Reizhusten, auf die Mund- und Rachenschleimhaut sowie die Magenschleimhaut bestätigt auch die Kommission des ehemaligen Bundesgesundheitsamtes. Auch die Stiftung Warentest bescheinigt Schleimstoffen die reizlindernden Eigenschaften. Sie bezeichnet Eibisch im September 2014 als mit Einschränkung bei Hustenreiz geeignet. Die Einschränkung bezieht sich darauf, dass Studien bislang nicht belegen konnten, ob pflanzliche Hustenmittel wie Eibisch die Erkrankungsdauer tatsächlich verkürzen.

Heilpflanze Eibisch (Althaea officinalis) in Kürze

  • lindert Hustenreiz (insbesondere bei Reizhusten), hemmt Entzündungen in Mund, Hals und Rachen sowie im Magen-Darm-Bereich
  • sehr gut verträgliche Heilpflanze ohne besondere Risiken
  • nicht gleichzeitig mit anderen Medikamenten verwenden, da deren Aufnahme in den Körper beeinträchtigt würde
  • viele Präparate wegen hohen Zuckergehalts nicht für Diabetiker geeignet
  • Anwendungsgebiete: Linderung von Hustenreiz, insbesondere bei trockenem Husten beziehungsweise Reizhusten, unterstützende Behandlung bei chronischen Atemwegserkrankungen mit Hustenreiz, Infektionen im Mund-Rachen-Raum, leichte Entzündungen der Magenschleimhaut.

Wirkstoffe in Eibisch und Eibischwurzel

Die Wirkstoffe der Heilpflanze stecken vor allem in den Eibischwurzeln, aber auch in den Blättern. Dabei handelt es sich um sogenannte Schleimstoffe. Diese Schleimstoffe machen bis zu 20 Prozent des Wirkstoffgehaltes der Eibischwurzel aus, in den Eibischblättern steckt ein etwa halb so großer Anteil an Schleimstoffen.

Es gibt eine Vielzahl von Schleimstoffen. In der Eibischwurzel stecken vor allem Glucane, Arabinogalactane und Rhamnogalacturonane. In den Blättern sind außerdem Galacturonorhamnane enthalten. Eibischwurzel enthält außerdem einen sehr hohen Stärke-Anteil (bis zu 35 Prozent) mit Rohrzucker und Pektin sowie zahlreichen Mineralstoffen. Dies müssen vor allem Diabetiker beachten.

Schleimstoffe lullen gereizte Schleimhäute ein

Die Schleimstoffe aus dem Eibisch legen sich gewissermaßen wie eine Schutzschicht auf die Schleimhäute der Atemwege, aber auch in Magen und Darm. Sie lullen die Schleimhäute ein – und beruhigen auf diese Weise Hustenreiz und Entzündungssymptome.

Vor allem bei der Anwendung in Mund und Rachen sowie den Atemwegen ist die dickliche Konsistenz von Eibisch-Sirup von Vorteil. Der zähflüssige Sirup haftet besonders leicht an den betroffenen Regionen der Schleimhäute. Das lindert nicht nur Hustenreiz oder einen kratzenden Hals, sondern macht sich auch bei entzündlichen Veränderungen der Mundschleimhaut wie Aphthen lindernd bemerkbar.

Eibisch-Tee entfaltet seine Wirkung vor allem im Magen-Darm-Bereich und lindert dort die Symptome von Magenschleimhautentzündungen, Reizdarm oder Verdauungsstörungen.

Eibisch und Eibischwurzel anwenden

Eibisch und Eibischwurzel sind sehr gut verträglich. Sie haben keine nennenswerten Nebenwirkungen und auch Wechselwirkungen sind nicht bekannt. Dennoch können medizinische Zubereitungen aus der Heilpflanze Nebenwirkungen haben. In der Regel handelt es dann um allergische Reaktionen auf weitere Bestandteile des Präparates. Dies können allergische Hautreaktionen sowie Magenschmerzen und Durchfall sein.

Außerdem verzögern Schleimstoffe im Darm die Aufnahme von anderen Medikamenten in den Organismus. Aus diesem Grund sollte zwischen der Einnahme von Eibisch-Produkten und Medikamenten, deren Wirkstoffe erst im Darm aufgenommen werden, ein Zeitabstand von etwa 2 Stunden eingehalten werden.

Frischer Eibischwurzel-Tee

2 TL geschnittene Eibischwurzel mit 250 ml kaltem Wasser übergießen und etwa 30 Minuten ziehen lassen, dabei gelegentlich umrühren, danach durch ein Mulltuch abgießen. Dann den Eibisch-Tee auf Trinktemperatur erwärmen.

Eibischblätter-Tee

2 TL Eibischblätter mit 250 ml heißem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen und abgießen. Ungesüßt eignet sich der Tee vor allem bei Magen-Darm-Beschwerden und zum Gurgeln. Mit 1 TL Honig versetzt eignet sich der Tee als natürlicher Hustensaft.

Autor: Charly Kahle

Stand: 28.07.2017

  • Auf Whatsapp teilenTeilen
  • Auf Facebook teilen Teilen
  • Auf Twitter teilenTeilen
  • MerkenMerken
  • DruckenDrucken
  • SendenSenden
Anzeige