Benediktenkraut (Cnicus benedictus)

Es gibt viele Heilpflanzen, die wie Benediktenkraut die Verdauung anregen und den Appetit fördern. Und es gibt darunter wohl auch viele, die beliebter und bekannter sind. Enzian, Löwenzahn, Tausendgüldenkraut oder Wermut sind Beispiele für solche Heilpflanzen, deren Wirkung vor allem auf dem Gehalt an Bitterstoffen beruht.

Heilpflanze Benediktenkraut (Cnicus benedictus) in Kürze

  • Bitterstoffe regen Appetit und Verdauung an
  • Effekt meist erst nach mehrwöchiger Teekur
  • oft in Kombination mit anderen Heilpflanzen verwendet
  • mehr allergieauslösende Inhaltsstoffe als andere Heilpflanzen
  • im Allgemeinen gut verträglich
  • Anwendungsgebiete: Verdauungsbeschwerden wie Völlegefühl und Blähungen, Appetitlosigkeit

Inhaltsstoffe

Die Bitterstoffe des Benediktenkrautes stecken in den oberirdischen Teilen der Pflanze. Die Bitterstoffe gehören dabei zum Typ der Sesquiterpenlactone. Außerdem enthält das Benediktenkraut Gerbstoffe, reichlich Kalium und Magnesium sowie etwas ätherisches Öl.

Wirkweise von Bitterstoffen

Bitterstoffe regen schon im Mund den Verdauungsprozess an. Über die Geschmacksknospen auf der Zunge lösen sie einen Reflex aus, der den Speichel fließen lässt. Speichel hat dabei mehrere Funktionen. Zum einen enthält er Schleimstoffe und zuckerspaltende Enzyme. Schleimstoffe machen aufgenommene Nahrung geschmeidig und besser schluckbar. Die Enzyme zerlegen verschiedene Zucker in ihre Einzelbestandteile, sodass sie besser verdaulich sind. Weiterhin regt ein vermehrter Speichelfluss direkt den Appetit an. Uns läuft sprichwörtlich das Wasser im Mund zusammen.

Zudem bildet der Magen mehr Magensäure, die unter anderem für die Verdauung von Eiweißen notwendig ist. Der Darm stellt sich ebenfalls auf die bevorstehende Ankunft von Nahrungsbrei ein. Auch die Leber wird angeregt. Die ätherischen Öle im Benediktenkraut sorgen dafür, dass die Leber mehr Gallenflüssigkeit produziert. Und diese benötigen wir für die Fettverdauung. All diese Reaktionen wiederum wecken auch den Appetit: Der so auf Verdauung eingestellte Organismus fordert sozusagen Arbeit.

Benediktenkraut anwenden

Benediktenkraut ist eine einfach und sicher zu handhabende Heilpflanze. Allenfalls das Allergierisiko könnte etwas ausgeprägter sein als im Vergleich mit anderen Heilpflanzen. Wer auf Korbblütengewächse allergisch reagiert, sollte auf Benediktenkraut ganz verzichten. Kreuzallergien sind mit Beifuß oder Kornblumen möglich. Menschen, die darauf allergisch reagieren, vertragen häufig auch kein Benediktenkraut.

Rezept für Benediktenkraut-Tee

1 TL Benediktenkraut aus der Apotheke oder dem Reformhaus mit 250 ml kaltem Wasser übergießen. Langsam zum Sieden bringen, nicht kochen lassen. 2 Minuten ziehen lassen und dann abgießen. Den Tee trinken Sie am besten lauwarm und ungesüßt etwa eine Stunde vor den Mahlzeiten. Der Effekt bei Verdauungsproblemen stellt sich in der Regel erst nach einigen Wochen an.

Autor: Charly Kahle

Stand: 28.07.2017