Baldrian (Valeriana officinalis)

Baldiran zählt mit seiner beruhigenden und entspannenden Wirkung zu den bekanntesten Heilpflanzen.

Baldrian (Valeriana officinalis)

Baldrian zählt zu den bekanntesten Heilpflanzen. Viele Menschen mögen Valeriana officinalis, so der lateinische Name des Arznei-Baldrians, nicht: wegen seines Geruches. Katzen hingegen lieben Baldrianduft. Kaum unbestritten ist die beruhigende Wirkung von Baldrian.

Baldrian in Kürze

  • wirkt beruhigend, vor allem bei nervösen Zuständen, sowie leicht krampflösend
  • in der Regel sehr gut verträglich und nur selten leichte Nebenwirkungen (Magen-Darm-Beschwerden, allergische Hautreaktionen)
  • in der Regel Zubereitungen aus dem getrockneten Wurzelstock des Arznei-Baldrians (Valeriana officinalis)

Anwendungsgebiete

Anwendungsgebiete sind Unruhezustände (bei Stress oder Prüfungsangst beispielsweise), nervös bedingte Einschlafstörungen sowie nervös bedingte krampfartige Schmerzen im Magen-und Darm-Bereich.

Wirkung von Baldrian

Die Wirkung von Baldrian bei Einschlafstörungen ist nach Meinung vieler Experten ausreichend gut durch Studien belegt. Der Effekt wird allerdings - im Vergleich mit anderen Schlafmitteln - eher als gering bezeichnet. Vorteilhaft an der schlafanstoßenden Wirkung von Baldrian ist vor allem, dass die Heilpflanze nicht abhängig macht. Grundsätzlich aber sollten Schlafstörungen nicht länger als 2 Wochen selbst behandelt werden. Ansonsten besteht die Gefahr, in den sich selbst verstärkenden Kreislauf einer Schlafstörung zu geraten.

Die Stiftung Warentest legt für den Nachweis einer Medikamentenwirkung besonders strenge Maßstäbe an. In einem Test im August 2014 bescheinigt sie dem Baldrian positive Effekte bei Schlafstörungen, Nervosität und Unruhe. Die Tester weisen allerdings darauf hin, dass noch weitere Studien zum endgültigen Beweis der Wirkung fehlen.

Wirkweise

Baldrian wirkt vor allem beruhigend auf das zentrale Nervensystem. Allem Anschein nach greifen die wirksamen Bestandteile des Baldrians in den Botenstoffwechsel des Nervensystems ein. Eine besondere Rolle dabei spielen ätherische Öle. Die sogenannten Sesquiterpene wirken mit großer Wahrscheinlichkeit an den GABA-Rezeptoren. Gamma-Aminobuttersäure (GABA) ist der wichtigste Botenstoff des zentralen Nervensystems. Die Wirkung auf die GABA-Rezeptoren erklärt sowohl die beruhigende als auch die entspannende Wirkung von Baldrian.

Nebenwirkungen und Wechselwirkungen

Baldrian wird in der Regel sehr gut vertragen und verursacht nur selten Nebenwirkungen. Am ehesten kommt es zu Magen-Darm-Beschwerden oder allergischen Hautreaktionen. Wechselwirkungen von Baldrian mit anderen Medikamenten sind nicht bekannt. Das gilt aber nur für sogenannte Monopräparate, also Medikamente, die ausschließlich Baldrian enthalten. In den vielen Kombinationspräparaten sind auch die Nebenwirkungen und Wechselwirkungen der anderen Heilpflanzenauszüge zu beachten.

Anwendung von Baldrian

Baldrian wird oft als sogenanntes Monopräparat vertrieben, aber auch in Kombination mit anderen beruhigenden Heilpflanzenauszügen aus Kamille, Hopfen, Johanniskraut oder Melisse beispielsweise. Erhältlich sind Tabletten und Dragees, Baldriantropfen sowie Tees und Badezusätze. Auch als homöopathische Arznei wird Baldrian vertrieben.

Baldrian selbst sammeln

Baldrianist eine weitverbreitete Pflanze, die sowohl in der Nähe des Wassers als auch auf felsigen Untergrund wächst. Der Arznei-Baldrian (siehe Bild) ist eine von mehr als 100 Baldrianarten.  Andere Bezeichnungen für Baldrian sind Balderbracken, Balderbrackenwurzel, Balderjan, Bullerjan, Katzenbaldrian, Katzenkraut, Katzenwurzel und Stinkbaldes. Die medizinisch wertvollen Inhaltsstoffe stecken vor allem in der walzenförmigen Wurzel.

Giftige Doppelgänger

Die getrockneten Wurzeln des Baldrians ähneln denen des Weißen Gemmers.  Schon ein Teeaufguss aus den Wurzeln dieser Pflanze führt zu starken Vergiftungserscheinungen. Wer Baldrian selbst sammeln möchte, sollte die Pflanze also gut kennen.

Zubereitung von Baldrian

Ein Teelöffel Baldrianwurzel (3 bis 5 Gramm) wird mit heißem Wasser (ca. 150ml) übergossen und nach 10 bis 15 Minuten durch ein Teesieb gegeben. Soweit nicht anders verordnet, 2 bis 3mal täglich und vor dem Schlafengehen eine Tasse frisch zubereiteten Teeaufguss trinken. In Kombination mit anderen beruhigend wirkenden Pflanzen wie Melisse oder Passionsblumenkraut genügt eine geringere Baldriandosis von etwa 2 Gramm.

Vorsicht im Straßenverkehr

Baldrian kann - je nach Dosis - die Reaktionsfähigkeit soweit beeinträchtigen, dass eine sichere Teilnahme am Straßenverkehr nicht mehr gewährleistet ist. Deshalb wird empfohlen, bis zu 2 Stunden nach der Einnahme von Baldrian nicht mit dem Auto zu fahren. Diese Zeitspanne gilt auch bei Arbeiten ohne sicheren Halt und das Bedienen von Maschinen.

Autor: Charly Kahle

Stand: 28.07.2017

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