Augentrost (Euphrasia rostkovina)

Augentrost wird in der Naturheilkunde gegen trockene Augen eingesetzt.

Augentrost (Euphrasia rostkovina)

Augentrost hat seinen Namen vermutlich, weil er bei trockenen Augen Trost in Form von Feuchtigkeit spendet. Seine Wirkung ist allerdings im wissenschaftlichen Sinne nicht belegt. Dennoch setzt die Pflanzenheilkunde seit langer Zeit auf Augentrost als Heilpflanze gegen trockene Augen und Entzündungen des Auges oder Augenbereichs.

Heilpflanze Augentrost (Euphrasia rostkovina) in Kürze

  • soll trockene Augen befeuchten, homöopathische Anwendung bei Augenentzündungen
  • Wirkung wissenschaftlich nicht belegt, Stiftung Warentest: wenig geeignet
  • auf dem Markt befindliche Medizinprodukte mit Povidon kombiniert
  • viele Augentropfen enthalten reizende Konservierungsmittel
  • keine Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen bekannt (außer mit anderen Augentropfen)
  • Anwendungsgebiet: trockene Augen.

Die äußerliche Anwendung von Augentrost in Form von Tropfen soll die Augenoberfläche befeuchten. Das würde die Symptome von trockenen Augen lindern. Die im Handel befindlichen Augentropfen mit Augentrost enthalten als Hauptwirkstoff Povidon. Povidon verdickt die Tränenflüssigkeit und verzögert somit die Verdunstung. Laut Stiftung Warentest gibt es keinen Nachweis dafür, dass die Kombination von Augentrost und Povidon besser wirkt als die alleinige Verwendung von Povidon.

Inhaltsstoffe des Augentrosts

Die als medizinisch wirksam angesehenen Inhaltsstoffe des Augentrosts stecken in den oberirdischen Teilen der Heilpflanze. Geerntet wird Augentrost für gewöhnlich in der Blütezeit. Die Heilpflanze enthält sogenannte Iridoidgylkoside wie Aucibin, Gerbstoffe, Bitterstoffe und wirksame Pflanzenfarbstoffe (Flavonoide). Auch etwas ätherisches Öl ist Bestandteil des Augentrosts. Wie diese Inhaltsstoffe auf Augenerkrankungen wirken, ist nicht bekannt. Vorstellbar ist, dass beispielsweise die Gerbstoffe die Oberfläche der Augenschleimhaut so verändern, dass die Feuchtigkeit länger gehalten wird.

Augentrost bei entzündlichen Erkrankungen

Die Pflanzenheilkunde setzt Augentrost in Form von Umschlägen auch bei Entzündungen im Augenbereich ein. Sie schreibt der Heilpflanze eine Wirkung gegen Lidrandentzündungen und Bindehautentzündungen zu. Durch Untersuchungen gesichert sind diese Anwendungen nicht. Denkbar wären sie aber.

Iridoidglykoside im Augentrost hemmen die Bildung von Prostaglandinen. Diese wiederum sind als Gewebshormone an entzündlichen Prozessen beteiligt. Folge: weniger Prostaglandine gleich weniger Entzündungen. Zudem haben Phenolcarbonsäuren und Flavonoide nachweislich antibakterielle Eigenschaften.
Augentrost bei Verdauungsbeschwerden

Die volksheilkundliche Anwendung bei Verdauungsbeschwerden könnte durch den Gehalt an Bitterstoffen erklärt werden. Bitterstoffe regen schon bei der Einnahme reflexartig das gesamte Verdauungssystem an. Mit diesem Wirkprinzip erklärt sich der positive Effekt von anderen Heilpflanzen gegen Verdauungsbeschwerden und Appetitlosigkeit wie Isländisch Moos, Wermut, Enzianwurzel und Löwenzahn.

Augentrost anwenden

Augentrost kann innerlich als Tee und äußerlich in Form von Tropfen oder Auflagen verwendet werden. Die Behandlung mit Augentropfen sollte auf das geringstmögliche Maß beschränkt bleiben. Denn jede Behandlung reizt das Auge in der Regel noch mehr – und verschlechtert damit die Heilungsaussichten. Auch kann die Kombination von verschiedenen Augentropfen unvorhergesehene Wechselwirkungen auslösen. Im Handel erhältliche Kombinationen von Augentrost und Povidon enthalten mitunter Konservierungsmittel, die das Auge zusätzlich reizen oder die Hornhaut sogar schädigen. Im Idealfall greifen Sie zu Augentropfen ohne Konservierungsmittel.

Tränenersatzmittel wie Augentrost-Tropfen gehören nicht in den Kühlschrank. Bei Zimmertemperatur lassen sie sich deutlich besser tropfen.

Bei anhaltend trockenen Augen oder nicht zurückgehenden Entzündungen des Augenbereichs sollten Sie einen Augenarzt aufsuchen.

Nebenwirkungen

Augentropfen verursachen mitunter brennende, gerötete oder juckende Augen. Auch ein Fremdkörpergefühl im Auge ist nicht untypisch. In der Regel vergehen diese Symptome innerhalb kurzer Zeit. Ist das nicht der Fall, setzen Sie die Augentrost-Tropfen bitte ab und wenden sich an Ihren Haus- oder Augenarzt.

Augentrost-Tee

Die Naturheilkunde schreibt nicht nur Augentrost-Augentropfen und –Umschlägen eine gute Wirkung auf das Auge zu, sondern auch Teezubereitungen mit der Heilpflanze.

Einen einfachen Augentrosttee können Sie leicht selbst zubereiten. 250 ml kaltes Wasser auf 2 TL getrocknetes und geschnittenes Augentrostkraut geben. Bis zum Sieden erhitzen und noch 2 Minuten ziehen lassen. Diesen Tee können Sie trinken – oder als Spülung oder für Wundauflagen verwenden. Bei diesen Verwendungen empfiehlt es sich, eine kleine Prise Salz in den Tee zu geben. Dadurch bekommt der Tee einen ähnlichen Salzgehalt wie die Tränenflüssigkeit.

Von selbst hergestellten Augentrost-Augentropfen ist aus hygienischen Gründen aber abzuraten.

Autor: Charly Kahle

Stand: 28.07.2017

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