Definition

Zwischenblutungen

Zwischenblutungen sind Blutungen aus der Gebärmutter, die zwischen zwei normalen Regelblutungen auftreten. Sie gehören zur Gruppe der Zyklusstörungen. Oft sind Zwischenblutungen weniger stark als die gewohnte Menstruation, mitunter werden auch nur leichte Schmierblutungen beobachtet.

Zwischenblutungen sind häufig harmlos, zum Beispiel als Ausdruck psychischer Ausnahmesituationen oder als sogenannte Ovulationsblutung zum Zeitpunkt des Eisprungs. Sie können aber auch ein Alarm-Symptom für ernste Erkrankungen wie Krebs sein.

Symptome

Bei Zwischenblutungen bluten Frauen in dem eigentlich blutungsfreien Intervall zwischen zwei Regelblutungen. Oft treten diese Blutungen unregelmäßig auf und sind schwächer und kürzer andauernd als die normale Regel. Sehr schwache Blutungen werden dabei als Schmierblutungen (Spotting) bezeichnet. Diese sind üblicherweise nur als leicht rötlicher oder bräunlicher Streifen im Slip sichtbar. Mitunter können aber auch heftige und anhaltende Blutungen mit krampfartigen Bauchschmerzen (siehe auch Regelschmerzen) auftreten.

Ursachen

Ursachen von Zwischenblutungen sind äußerst vielfältig. Häufig sind sie zum Beispiel bei jungen Mädchen unmittelbar nach der ersten Regel zu beobachten, wenn sich der monatliche Zyklus erst einspielen muss. Auch im Klimakterium vor der der letzten Regelblutung (Menopause) sind Zwischenblutungen oft normal.

Des Weiteren spielt die Psyche eine wesentliche Rolle im Menstruationszyklus. So können beispielsweise extreme psychische Belastungen wie starke Trauer, große Freude, Stress und Angst Zwischenblutungen auslösen.

Neben diesen eher harmlosen Ursachen gibt es auch schwerwiegende, krankhafte Zustände, die für Zwischenblutungen verantwortlich sein können.

Erkrankungen als Ursache von Zwischenblutungen

Zwischenblutungen sollten immer auch als Warnsignal betrachtet werden. Neben den beschriebenen allgemeinen Ursachen sind oft Krankheiten für diese Form von Zyklusstörungen verantwortlich. Dazu gehören insbesondere:

  • hormonelle Störungen wie Östrogenschwankungen, Östrogenmangel, gestörter Regelkreis von Follikel-stimulierendem Hormon (FSH) und Luteinisierendem Hormon (LH) oder Gelbkörperschwäche (sogenannte Lutealinsuffizienz)
  • Erkrankungen an den Geschlechtsorganen wie Gebärmuttermyome und Gebärmutterentzündungen, Eierstockzysten und Eierstockentzündungen, Wachstum von Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter (Endometriose) sowie Eileiterschwangerschaft
  • Krebserkrankungen wie Gebärmutterkrebs, Gebärmutterhalskrebs oder Scheidenkrebs sowie Gehirntumore (zum Beispiel ein Prolaktinom in der Hirnanhangdrüse)
  • Stoffwechselstörungen wie Schilddrüsenfunktionsstörungen und Diabetes mellitus
  • sexuell übertragbare Erkrankungen wie Chlamydien oder Syphilis (Lues)
  • Geschlechtsverkehr, zum Beispiel bestimmte Sexualpraktiken oder Verletzungen von Blutgefäßen beim Geschlechtsverkehr
  • hormonelle Verhütungsmittel („Pille“, Spirale).

Untersuchung

Die Diagnose Zwischenblutungen kann vom Arzt leicht durch die offenkundigen Symptome gestellt werden. Hilfreich für ihn ist dabei ein sogenannter Zykluskalender, in den alle Blutungen eingetragen sind.

Um die Ursache von Zwischenblutungen zu finden, werden unter anderen folgende Untersuchungen eingesetzt:

  • vaginale Tastuntersuchungen der weiblichen Geschlechtsorgane
  • Scheidensekret-Abstrich
  • mikroskopische Untersuchung von Gebärmutterschleimhaut
  • bildgebende Verfahren wie vaginaler Ultraschall und Bauchspiegelung (Laparoskopie)
  • Blutuntersuchungen (zum Beispiel Entzündungswerte, Tumormarker und Hormone).

Behandlung

Die Behandlung von Zwischenblutungen richtet sich nach der Ursache. Mitunter sind auch keine therapeutischen Maßnahmen erforderlich. Das gilt zum Beispiel bei der sogenannten Ovulationsblutung zum Zeitpunkt des Eisprungs oder bei jungen Mädchen unmittelbar nach der ersten Regel. Bei krankhaften Ursachen kommen folgende Behandlungsmöglichkeiten infrage:

  • hormonelle Therapie (zum Beispiel mit Östrogenen wie Estradiol oder der „Pille“)
  • Operation von beispielsweise Endometriose (Gebärmutterschleimhautwachstum außerhalb der Gebärmutterhöhle)
  • Operationen, Chemotherapie und Bestrahlung bei Tumoren wie Gebärmutterkrebs und Gebärmutterhalskrebs
  • medikamentöse Einstellung von Stoffwechselstörungen wie Diabetes oder Schilddrüsenfunktionsstörungen
  • medikamentöse Therapie, zum Beispiel Prolaktinhemmer wie Bromocriptin bei Prolaktin produzierenden Tumoren
  • Psychotherapie und Kuren bei psychischer Belastung.

Selbsthilfe gegen Zwischenblutungen

Die Psyche hat einen wesentlichen Einfluss auf den Menstruationszyklus. Ein ausgeglichenes, seelisches Wohlbefinden hilft, Zyklusstörungen und Zwischenblutungen zu verhindern. Versuchen Sie, Stress abzubauen und sorgen Sie für seelischen Ausgleich sowie für Entspannungsphasen. Ratsam ist auch das Erlernen von Entspannungsmaßnahmen wie Autogenem Training, Progressiver Muskelrelaxation nach Jacobson, Qi gong und Yoga. Informationen dazu finden Sie unter anderem bei Ihrer Krankenkasse sowie in Gesundheitszentren und Volkshochschulen.

Zudem helfen eine frische und abwechslungsreiche Ernährung, der weitgehende Verzicht auf Alkohol, regelmäßige körperliche Bewegung sowie der Abbau von Über- und das Anstreben von Normalgewicht. Raucherinnen sollten versuchen, mit dem Rauchen aufzuhören.

Autor: Charly Kahle

Stand: 01.04.2013