Vergesslichkeit

Vergesslichkeit ist zunächst einmal eine ganz normale menschliche Eigenschaft. Nicht jeder, der ab und zu etwas vergisst, leidet unter Vergesslichkeit mit Krankheitswert. Aber wann wird sie zur Krankheit? Lesen Sie mehr über die Symptome, Ursachen, Therapie und Vorbeugung von Vergesslichkeit.

Definition

Vergesslichkeit

Vergesslichkeit ist zunächst einmal eine ganz normale menschliche Eigenschaft. Nicht jeder, der ab und zu – oder auch häufiger – etwas vergisst, leidet unter Vergesslichkeit mit Krankheitswert. Natürlicherweise lässt die Merkfähigkeit mit den Jahren nach. Können sich Kinder noch ohne Mühe beispielsweise Bundesliga-Tabellen merken, brauchen Erwachsene dafür mitunter schon ein Training. Und alte Menschen erinnern sich – um beim Beispiel Bundesliga zu bleiben – an besonders dramatische Spiele. Krankhaft wird Vergesslichkeit erst, wenn häufig aktuelle Termine, Daten oder Namen beispielsweise nicht mehr erinnert werden.

Wann ist Vergesslichkeit krankhaft?

Wenn Vergesslichkeit so weit führt, dass ein eigenständiges Leben nicht mehr möglich ist, kann man sicher von Vergesslichkeit mit Krankheitswert sprechen. Wer etwa regelmäßig den Herd nicht ausschaltet, die Tür nicht verschließt oder seine Adresse vergisst, dürfte mit einiger Sicherheit pflegebedürftig sein. Auch die unbeabsichtigt unregelmäßige Einnahme von Medikamenten ist solch ein Messfaktor für Vergesslichkeit, die „behandelt“ werden sollte. Entsprechende Tests werden zur Diagnose von Demenz eingesetzt.

Ursachen

Ursache von Vergesslichkeit ist ein natürlicher Alterungsprozess, bei dem die Informationsübertragung von Zelle zu Zelle langsamer wird, die Reaktionsfähigkeit nimmt ab, die Merkfähigkeit lässt nach. Begünstigend für Vergesslichkeit sind auch eine abnehmende Hirndurchblutung sowie ein eingeschränkter Hirnstoffwechsel. Die Mangeldurchblutung und Mangelernährung des Gehirns durch verengte Gehirnarterien führen zum Absterben von Gehirnzellen.

Häufige Ursachen beginnender Vergesslichkeit

Behandlung

Die Therapie von Vergesslichkeit fußt auf zwei Säulen. Mittel gegen Vergesslichkeit sind einerseits Medikamente, andererseits aber vor allem Tätigkeiten, die das Gehirn fordern und Sie als Menschen lebendig und lebensfroh erhalten. Denn Hirnforscher haben mittlerweile eindeutig belegt: Nichts stimuliert das Gehirn, auch in späten Jahren, mehr als Freude, Lust Begeisterung. Das beste Mittel gegen Vergesslichkeit ist demnach, wenn Sie sich Tätigkeiten suchen, denen Sie mit großer Freude nachgehen. Nur sollte das Gehirn dabei gefordert sein.

Anregungen für Hirntraining

Womit Sie Ihre grauen Zellen auf Trab bringen, ist letztlich egal. Viele Hirnforscher halten spezielle Hirntrainings in Form von Denksportaufgaben für förderlich. Ein andere große Gruppe sagt: Hirnsport ohne Freude und Begeisterung hat keinen positiven Effekt. Wenn Sie Freude an Gedächtnistraining in Form von Denksport, Schach-Spielen, Kreuzworträtseln oder dem Erlernen von Fremdsprachen haben, ist das also aus Sicht beider Fraktionen ein Gewinn.

Wenn Sie besonders gerne unter Menschen sind und sich an Interaktion freuen, ist die Kommunikation mit Mitmenschen ein geeignetes Training gegen Vergesslichkeit. Und das nicht nur, weil Sie in Gesprächen, Diskussionen und Telefongesprächen unvorbereitet reagieren. Sicher bringt das Ihr Gehirn auf Trab und fördert die Flexibilität der Hirnzellen und neuronalen Vernetzungen. Noch besser wirkt es aber, wenn Sie in diesen Gesprächen häufiger herzhaft lachen, Mitgefühl entwickeln oder sich für neue Ideen begeistern.

Pflanzliche Medikamente gegen Vergesslichkeit

Pflanzliche Medikamente gegen Vergesslichkeit sind vor allem bei Menschen jenseits der 70 sehr beliebt. Ob sie aber tatsächlich gegen Vergesslichkeit helfen, ist wissenschaftlich nicht belegt. Ginkgoextrakt kann die Durchblutung verbessern und Arteriosklerose vorbeugen. Ob dieser Effekt auch im Hirn spürbar wird, ist nicht untersucht. Ähnliches gilt für Ginsengwurzel, der zugeschrieben wird, Lernprozesse zu verbessern und durch Anregung der Gehirnzellentätigkeit gegen Vergesslichkeit zu wirken. Auch für Präparate mit bestimmten Aminosäuren wie Glutamin, die den Hirnstoffwechsel anregen und die Merk- und Konzentrationsfähigkeit verbessern sollen, fehlt der Nachweis der Wirksamkeit.

Grundsätzlich sollten Sie die Einnahme dieser Mittel gegen Vergesslichkeit mit Ihrem Arzt absprechen. Denn auch frei verkäufliche Medikamente sind nicht zwingend ohne Nebenwirkungen beziehungsweise mit jeder Medikation verträglich.

Autor: Charly Kahle, Mitarbeit: Christiane von der Eltz (Apothekerin), Dr. Regina Schick (Ärztin)

Stand: 01.03.2013

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