Venenentzündung (Phlebitis)

Bei einer Venenentzündung sind die hautnahen Venen, meist im Bereich von Krampfadern, entzündet. Lesen Sie mehr über die Symptome, Ursachen, Therapie und Vorbeugung von Venenentzündungen.

Synonyme

Phlebitis

Definition

Venenentzündung

Bei Venenentzündungen handelt es um Entzündungen der hautnahen Venen, meist im Bereich von Krampfadern. Eine Venenentzündung, Mediziner sagen Phlebitis, kann eine Reihe von Komplikationen nach sich ziehen und sollte daher immer ärztlich beurteilt werden. Typische Symptome sind Rötungen, Wärmegefühl und Druckschmerzen im Bereich der entzündeten Venen. Venenentzündungen lassen sich in der Regel mit Medikamenten einfach und erfolgreich behandeln.

Von Thrombophlebitis sprechen Mediziner, wenn sich bei einer oberflächlichen Venenentzündung ein Blutgerinnsel – ein sogenannter Thrombus – gebildet hat. Von diesen Venenentzündungen betroffen sind häufig oberflächlich gelegene Venen, oft Krampfadern an den Beinen, seltener aber auch gesunde Venen betroffen.

Symptome

Der entzündete Venenstrang tritt leicht hervor. Der Bereich ist gerötet, überwärmt und schmerzt bei Druck. Gelegentlich entsteht eine leichte Schwellung durch Wasseransammlung im Gewebe.

Ursachen

Mediziner unterscheiden zwischen oberflächlichen und tiefen Entzündungen der Venen. Bei oberflächlichen Entzündungen sind häufig kleine Verletzungen (zum Beispiel Kratzwunden oder Insektenstiche) im Bereich von Krampfadern die Ursache für eine Venenentzündung. An diesen Stellen dringen Krankheitserreger durch die Haut in die Vene und verursachen an der Gefäßwand eine Entzündungsreaktion. Dadurch werden Blutfluss und Blutzirkulation behindert: Es bildet sich ein Blutgerinnsel (Thrombus), der die Vene verstopft. An den Armen entstehen Venenentzündungen meistens durch Venenverweilkanülen oder Venenkatheter bei einer Infusionstherapie. Dringen am Punktionsort Bakterien in die Venen, entzünden sich diese. Entzündungen der Venen können sich bis an die Hautoberfläche ausbreiten. Gefährlich wird es, wenn die oberflächliche Venenentzündung in das tiefe Leitvenensystem übergreift und dort eine tiefe Venenthrombose entsteht.

Komplikation: tiefe Venenthrombose (Phlebothrombose)

Eine sehr gefährliche Komplikation der oberflächlichen Venenentzündung ist eine Thrombose in den tiefen Venen der Beine oder des Beckens. Dort bildet sich ein Blutgerinnsel, das die Blutgefäße verstopfen kann oder sich sogar löst und als Embolus durch das Adersystem wandert. Bleibt der Embolus stecken sind lebensgefährliche Ereignisse wie Embolien, Herzinfarkt oder Schlaganfall die Folge.

Behandlung

Die Therapie von oberflächlichen Venenentzündungen zielt vor allem darauf ab, die Entzündungsprozesse zu stoppen, um Komplikationen zu vermeiden. Dazu werden in der Regel anti-entzündlich und blutgerinnungshemmend wirkende Salben oder Gele aufgetragen oder als Tablette eingenommen. Zusätzlich wird die betroffene Gliedmaße mit elastischen Kurzzug-Binden gewickelt (sogenannte Kompressionsbehandlung).

Schmerzlindernd wirken kühlende Alkohol-Umschläge oder Quarkwickel. Erhärtet sich der Verdacht auf eine Thrombose, werden blutverdünnende Medikamente eingesetzt. In akuten Notfällen (Gefahr einer Lungenembolie) kann eine Operation notwendig werden, in der das Blutgerinnsel entfernt wird.

Bei bakteriellen Venenentzündungen müssen mitunter Antibiotika eingesetzt werden.

Vorbeugung

Krampfadern begünstigen Venenentzündungen. Von daher ist es sinnvoll, der Bildung von Krampfadern vorzubeugen.

Frauen über 35 sowie Frauen, die zu Venenentzündungen neigen, sollten über andere Verhütungsmethoden als die Pille nachdenken. Die Pille fördert die Blutgerinnungsfähigkeit und erhöht somit das Risiko einer Thrombose. Für Raucherinnen, die die Pille nehmen, steigt die Thrombosegefahr weiter an.

Autor: Charly Kahle

Stand: 19.04.2018

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