Ulcus cruris (Offenes Bein)

Umgangssprachlich spricht man von einem offenen Bein. Mediziner sprechen bei den geschwürigen Unterschenkelwunden von Ulcus cruris. Hier finden Sie alles Wichtige über Symptome, Ursachen und Behandlung von offenen Beinen.

Synonyme

offenes Bein, Ulcus cruris venosum, Ulcus cruris arteriosum

Definition

Offenes Bein

Ulcus cruris: Der lateinische Name des offenen Beins setzt sich zusammen aus den Wörtern Ulcus (Geschwür) und Crus (Unterschenkel). Mit dem Begriff bezeichnen Mediziner tiefe, häufig nässende und schlecht heilende Wunden bzw. Haut- und Gewebeverletzungen, die aufgrund von Durchblutungsstörungen entstehen. Die Durchblutungsstörungen sind dafür verantwortlich, dass das Gewebe im Bereich der Wunde nicht mehr ausreichend durchblutet wird. Dadurch entsteht unter anderem ein Mangel an Sauerstoff und Nährstoffen. Zudem werden Abfallprodukte des Wundheilungsprozesses nicht mehr abgebaut. Das Ergebnis: Die Wunde schließt sich nicht.

Symptome

Die Symptome von Ulcus cruris unterscheiden sich leicht, je nachdem ob sie durch venöse oder arterielle Durchblutungsstörungen verursacht sind.

Symptome von Ulcus cruris venosum

In den meisten Fällen sind offene Beine durch Venenschwäche oder andere Venenleiden bedingt. Mediziner sprechen dann vom Ulcus cruris venosum. Typisch für diese Form der Wundheilungsstörung ist, dass die Wunde sich vom Knöchel ausgehend langsam auf den Unterschenkel ausdehnt. Dabei wächst das Ulkus nicht selten rund um den oder die betroffenen Fußbeugen. Die Form der Wunde erinnert an Galoschen.

Manchmal erfasst die Erkrankung auch das ganze Bein. Die Haut verfärbt sich in der Regel bräunlich. Das liegt daran, das Blutfarbstoffe aus den roten Blutkörperchen zerfallen, nicht mehr abtransportiert werden und sich im Unterhautgewebe sammeln. Typischerweise schmerzen venös bedingte offene Beine nicht.

Symptome von Ulcus cruris arteriosum

Das Ulcus cruris arteriosum entsteht vor allem als Symptom der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK). Die Bezeichnung offenes Bein trifft die Symptome in diesem Fall nicht ganz. Ein Ulcus cruris arteriosum entsteht vor allem an den Zehen und der Fußsohle. Dieses Erscheinungsbild ist eng verwandt mit dem diabetischen Fuß, einer Folge der Durchblutungsstörungen bei Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit). Im Gegensatz zu venösen offenen Beinen sind arterielle Ulcus-Wunden meistens sehr schmerzhaft.

Weitere Symptome von Ulcus cruris

Gemeinsam ist allen Ulcus-Formen, dass die Wunden sehr infektionsanfällig sind. Da es keine schützende Hautbarriere gibt, gelangen Viren, Bakterien oder Parasiten leicht tief ins Gewebe. Dort verursachen sie häufig Entzündungen, die oft nur schwer zu behandeln sind. Ein deutlich wahrnehmbares Zeichen solcher Infektionen ist starker und unangenehmer Wundgeruch, der Betroffenen wie Angehörigen und Pflegenden häufig zu schaffen macht.

Schwerer wiegt das Risiko, dass Haut oder andere Gewebe im Bereich des Ulcus absterben. Der diabetische Fuß ist in Deutschland nach wie vor die häufigste Ursache für Fußamputationen.

Behandlung

Die Behandlung von offenen Beinen ist in der Regel sehr langwierig. Selbst bei günstigem Verlauf dauert es nicht selten Monate, bis ein Ulcus cruris verheilt. Mitunter braucht es Jahre, bis die Wundheilungsstörung bekämpft ist. Manchmal verschließt die Wunde trotz aller Bemühungen überhaupt nicht mehr. Zu den wesentlichen Voraussetzungen für die Therapie von Ulcus cruris gehört, dass die Grunderkrankung erfolgreich behandelt wird. Zudem ist eine konsequente und höchst penibele hygienische Wundbehandlung unerlässlich.

Autor: Charly Kahle

Stand: 07.12.2017

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