Tripper (Gonorrhö)

Tripper ist eine Geschlechtskrankheit und betrifft bis zu 20.000 Deutsche im Jahr. Gonokokken können nicht nur bei ungeschütztem Sex, sondern auch durch Oral- oder Analverkehr auf Mund- und Rachen- und Analschleimhaut übertragen werden. Hier finden Sie mehr über Symptome und Behandlung von Gonorrhö und wie Sie einer Infektion vorbeugen können.

Synonyme

Gonorrhö, Gonorrhoe

Definition

Geschlechtskrankheit

Tripper ist eine weltweit verbreitete Geschlechtskrankheit und wird von Medizinern als Gonorrhö (auch Gonorrhoe geschrieben) bezeichnet. Ausfluss ist das Hauptsymptom von Tripper. Verursacht wird die Erkrankung von Bakterien, den sogenannten Gonokokken. Die genaue Bezeichnung des Erregers lautet Bakterium Neisseria gonorrhoeae. Gonokokken können nicht nur beim klassischen, ungeschützten, Sex, sondern auch durch Oral- oder Analverkehr auf Mund- und Rachen bzw. auf die Analschleimhaut übertragen werden.

Häufigkeit

Wie Syphilis und Genitalherpes zählt Tripper zu den Geschlechtskrankheiten sowie zu den sexuell übertragbaren Krankheiten. Ungefähr 10.000 bis 20.000 Menschen erkranken pro Jahr in Deutschland an Tripper.

Symptome

Bei etwa fünf Prozent der Betroffenen treten trotz Gonokokken-Infektion keinerlei Tripper-Symptome auf. Diese Personen haben selbst zwar keine Krankheitserscheinungen, können jedoch andere anstecken.

Tripper-Symptome beim Mann

Es dauert etwa zwei bis drei Tage, bis sich bei einem infizierten Mann die ersten Symptome von Tripper zeigen (Inkubationszeit). Es kommt zu einer Harnröhrenentzündung (Urethritis) mit Juckreiz, eitrigem, typisch gelb-grünem, Ausfluss und Brennen beim Wasserlassen. Diese Schmerzen sind oft so stark, dass die Betroffenen meinen, Glassplitter zu urinieren. Zudem kann die Harnröhrenöffnung gerötet und geschwollen sein.

Nach dem Aufstehen bildet sich typischerweise noch vor dem ersten Wasserlassen ein Sekret-Tröpfchen an der Harnröhrenöffnung. Das wird von Medizinern passenderweise als "Bonjour-Tröpfchen" bezeichnet. Ohne Behandlung hält die Urethritis etwa acht Wochen an.

Die Gonokokken können in den Genitalorganen weiter wandern und dann, wenn auch selten, Entzündungen der Nebenhoden oder der Prostata verursachen. Diese verursachen dann Unterbauchschmerzen und eine Schwellung der Hoden. In der Folge können diese Entzündungen zu Unfruchtbarkeit führen.

Tripper-Symptome bei Frauen

Bei Frauen treten die ersten Symptome von Tripper meist nach etwa zehn Tagen auf. Sie verlaufen meist milder als bei Männern und bleiben zu Beginn oft unbemerkt. Leichter Scheidenausfluss wird von vielen Frauen als normal angesehen und nicht weiter beachtet.

Wie bei Männern entzündet sich auch bei Frauen die der Harnröhre. Des weiteren kommt es mitunter auch zu einer Scheidenentzündung oder Entzündungen des Gebärmutterhalses. Diese Entzündungen gehen mit eitrigem Ausfluss einher. Beschwerden beim Wasserlassen sind Brennen und Schmerzen.

Die Gonokokken können sich, ebenso wie beim Mann, in die umliegenden Organe ausbreiten, quasi aufsteigen. Entzünden sich die Bartholin-Drüsen am Scheideneingang (Bartholinitis), geben Frauen meist starke Beschwerden und Schmerzen im Scheidenbereich an, die besonders im Sitzen auftreten. Bevorzugt betroffen wird außerdem der Gebärmutterhals, was mit Unterbauchschmerzen und Fieber einhergeht.

Werden die Gebärmutterschleimhaut oder die Eileiter befallen, kann das auch bei Frauen zu Unfruchtbarkeit führen. Im schlimmsten Fall kann sich die Gonokokkeninfektion auf das Bauchfell ausbreiten und so eine schwere lebensbedrohliche Infektion des gesamten Bauchraumes auslösen.

Gonorrhö auch am Auge

Eine Gonokokkeninfektion der Augen (okulare Gonorrhöe) wird bei Erwachsenen zumeist durch Selbstinfektion, also durch Reiben der Augen nach dem Berühren infizierter Genitalien, verursacht. Die daraus folgende Bindehautentzündung kann schwerwiegend verlaufen.

Symptome sind geschwollene Augenlider und stark gerötete Augen mit Eiterbildung. Die Entzündung kann auch Geschwüre auf der Hornhaut des Auges verursachen. Dann droht das befallene Auge zu erblinden.

Augeninfektionen bei Neugeborenen

Die häufigste Art der Erkrankung bei Neugeborenen nach einer Ansteckung der Mutter ist eine Infektion der Augen, die sogenannte Gonoblennorrhoe. Dabei kommt das Baby während der Geburt mit Krankheitserregern in den Sekreten des Gebärmutterhalses in Kontakt. Nach der Geburt erscheint die Bindehaut rötlich, zudem bildet sich reichlich eitriges Sekret im Auge des Babys. Ohne Therapie kann Blindheit innerhalb weniger Tage nach der Entbindung die Folge sein.

Um dies zu vermeiden, wurde früher direkt nach der Geburt die sogenannte Credé-Prophylaxe gesetzlich vorgeschrieben. Dabei werden dem Säugling Silbernitrat-Augentropfen in den Augenbindehautsack verabreicht. Heute werden statt Silbernitrat meist antibiotikahaltige Augentropfen oder PVP-Jod-Lösungen genommen. Diese Mittel wirken zusätzlich noch gegen die weitverbreiteten Chlamydien.

Tripper in Rachen und After

Werden die Gonokokken beim Oral- oder Analverkehr weitergegeben, können auch Gonorrhö-Infektionen fernab der Geschlechtsorgane entstehen. Recht häufig ist eine Infektion im Bereich des Afters und des Rachens. Infektionen des Afters verursachen nur gelegentlich Beschwerden, etwa Schmerzen und Brennen beim Stuhlgang sowie Schleimbeimengungen im Stuhl.

Infektionen des Rachens machen - außer leichten Halsschmerzen - fast nie Symptome. Deshalb bleiben diese Infektionen meist unentdeckt. Nichtsdestotrotz können so mit Tripper infizierte Menschen ihre Partner anstecken. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts ist Tripper in Mund und After möglicherweise sogar häufiger als die genitalen Formen.

Tripper in der Schwangerschaft

Gonokokkeninfektionen während der Schwangerschaft bedrohen auch das Baby. Tritt die Infektion im ersten Schwangerschaftsdrittel ein, können Entzündungen von Bauchfell und Eileiter den Verlust des Fötus zur Folge haben. Infiziert sich die Schwangere erst im zweiten und dritten Schwangerschaftsdrittel mit Gonokokken, sind aufsteigende Infektionen eher selten, da ein Schleimpfropf die Gebärmutter verschließt.

Komplikationen bei Tripper

Die Gonokokken können sich über das Blut im ganzen Körper ausbreiten. Folge sind häufig Gelenkentzündungen mit Gelenkschmerzen, Fieberschüben und Hautveränderungen. Das sind beispielsweise schmerzhafte und entzündliche Pusteln, blutgefüllten Bläschen oder dunkelrote und/oder eitrige Knötchen, die vor allem an den Fingern auftreten.

Blutvergiftung durch Tripper: Selten streuen Gonokokken und überschwemmen massiv das Blut. Als Folge kommt es zu einer schweren Blutvergiftung, der sogenannten Gonokokken-Sepsis. Davon betroffen sind vor allem Patienten mit Abwehrschwäche, zum Beispiel bei gleichzeitiger AIDS-Erkrankung oder schweren Infektionskrankheiten.

Weitere gefürchtete Komplikationen sind Hirnhautentzündungen (Gonokokken-Meningitis) und eine Entzündung der Herzinnenhautentzündung (Gonokokken-Endokarditis).

Untersuchung

Beim Mann ist der eitrige, gelb-grünliche, Ausfluss aus der Harnröhre ein eindeutiges Indiz für Tripper. Beweisen lässt sich die Gonokokken-Infektion mit einem Abstrich des Sekrets aus der Harnröhre. Während dieser Nachweis von Tripper bei Männern sehr genau ist, fällt er bei den Frauen nur in jedem zweiten Fall positiv aus.

Ein anderes Verfahren ist der Nachweis von für Neisseria gonorrhoeae-spezifischer DNA. Man kann aus dem Abstrichmaterial auch Bakterienkulturen anlegen, was sich auch zur Suche nach dem richtigen Antibiotikum nutzen lässt.

Behandlung

Frühzeitig behandelt heilt Tripper in der Regel folgenlos aus. In der Therapie werden dafür Antibiotika eingesetzt. Da die Gonokokken gegen Antibiotika aus der Gruppe der Penicilline unempfindlich (resistent) geworden sind, verwendet man heute vor allem Präparate aus der Wirkstoffgruppe der Cephalosporine und Fluorchinolone. Während der Antibiotikatherapie sollten sich Betroffene unbedingt an die Anwendungsvorschriften halten. Ansonsten ist der Behandlungserfolg nicht sicher. Außerdem trägt unsachgemäßer Gebrauch wesentlich zu Antibiotikaresistenzen bei.

Das Antibiotikum wird entweder in den Muskel gespritzt oder als Tablette eingenommen. Bei Komplikationen, zum Beispiel einer Prostata- oder Gebärmutterentzündung, werden Infusionen in die Vene bevorzugt.

Wichtig ist auch die Behandlung der Sexualpartner, da es sonst zu einer immer wiederkehrenden wechselseitigen Ansteckung kommen kann (Ping-Pong-Effekt).

Vorbeugung

Tripper vorbeugen ist einfach: Kondome schützen. Safer Sex gilt auch hier besonders für Personen mit häufig wechselnden Sexualpartnern. Vor allem bei wechselnden Partnern sollten Sie sich auch beim Oralverkehr schützen. Vor Tripper schützt außerdem, wenn Sie darauf achten, Sperma oder Scheidenflüssigkeit nicht mit den Händen ins Auge zu übertragen.

Autor: Charly Kahle

Stand: 01.06.2015

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