Trichomoniasis (Infektion mit Trichonomaden)

Trichonomaden sind eine besondere Art von Einzellern, genauer gesagt handelt es sich um einzellige Geißeltierchen. Sie verursachen die Trichomonaden-Infektion (Trichomoniasis). Eine Trichonomaden-Infektion ist vor allem für schwangere Frauen eine ernste Angelegenheit, weil sie vorzeitige Wehen auslösen kann und der Erreger bei der Geburt auf das Kind übertragen werden könnte.

Synonyme

Trichomoniasis

Definition

Trichonomaden sind einzellige Geißeltierchen, die die Trichomonaden-Infektion (Trichomoniasis) verursachen. Umgangssprachlich werden die Erreger mit dem Namen der Erkrankung gleichgestellt. Daher ist im Folgenden die Rede von Trichonomaden, wenn die Trichomoniasis gemeint ist.

Bei der Frau verursachen Trichonomaden eine Scheidenentzündung (Kolpitis) mit Brennen und oft starkem Scheidenjuckreiz. Beim Mann macht der Befall mit Trichomonaden meist wenig Symptome, und wenn dann hauptsächlich als Harnröhrenentzündung (Urethritis).

Trichonomaden werden in der Regel beim Geschlechtsverkehr übertragen und gehören deshalb zu den sexuell übertragbaren Erkrankungen, (sogenannte Sexually Transmitted Diseases, kurz STD).

Häufigkeit

Die Trichomoniasis ist mit 170 Millionen Neuinfektionen pro Jahr weltweit eine der häufigsten STD.

Symptome

Eine Trichonomaden-Infektion kann Beschwerden auslösen, aber auch stumm verlaufen. Unbehandelt bleibt die Krankheit über viele Jahre bestehen.

Trichonomaden beim Mann

Bei den meisten Männern ist der Befall symptomlos. Vor allem nisten sich die Trichomonaden in der Prostata, der Harnröhre und unter der Vorhaut ein. Gelegentlich kommt es zu einer schmerzhaften Harnröhrenentzündung mit leichtem Brennen beim Wasserlassen sowie eitrigem Ausfluss aus der Harnröhre, der sich typischerweise aus selbiger drücken lässt. Selten werden auch die Samenblasen befallen, Folge ist ein schmerzhafter Samenerguss. Da bei Männern meist keine Symptome auftreten, wissen sie oft nichts von der Infektion und sind die hauptsächlichen Überträger der Parasiten.

Trichomonaden quälen Frauen durch Juckreiz

Bei etwa 80 Prozent der Frauen kommt es bei Trichonomaden nach einer längeren Phase von bis zu vier Wochen ohne Symptome zu Scheidenentzündungen (Trichomonadenkolpitis) und schaumig-gelblichem, übelriechendem Scheidenausfluss, der stark an alten Fischgeruch erinnert. Der Gestank kann so stark sein, dass manche Frauen „ sich selbst nicht mehr riechen mögen“. Zudem juckt und brennt die Scheide, ist rot und geschwollen. Schaut man mit einem Spiegel, sieht man manchmal rote Flecken an den Scheidenwänden. Auch klagen betroffene Frauen über schmerzhaften und brennenden Geschlechtsverkehr.

Bei Dreiviertel der Patientinnen ist die Harnröhre befallen. Dagegen sind Infektionen der Gebärmutter und der Harnblase selten. Wenn, dann sind Unterleibsschmerzen und Brennen beim Wasserlassen typische Symptome. Durch die mikroskopische Untersuchung eines Vaginalabstrichs kann das Vorhandensein der Trichomonaden festgestellt werden.

Trichomoniasis in der Schwangerschaft

Während einer Schwangerschaft können Trichomonaden vorzeitige Wehen auslösen und zu einer Frühgeburt führen. Auch kann sich das Kind während der Geburt mit den Erregern infizieren. Deshalb ist es gerade bei Schwangeren wichtig, Beschwerden frühzeitig dem behandelnden Gynäkologen mitzuteilen, damit dieser eine geeignete Therapie einleiten kann.

Ursachen

Das Geißeltierchen Trichomonas, das in der mobilen Form vom Aussehen her an eine Birne erinnert, ist ein Parasit und gehört zu den Einzellern. Es greift bei der Frau die Schleimhautzellen (Epithel) der Vagina an. Das Tierchen macht sich dafür platt und versucht, eine möglichst große Fläche zu bedecken. Danach bildet er Ausläufer aus, die er ins Epithel bohrt, und dort Nährstoffe und Serum abzapft. Gleichzeitig scheidet Trichomonas schädliche Eiweiße aus, die zum Tod der Milchsäure-Bakterien, die die schützende Vaginalflora bilden, führen.

Trichonomaden begünstigen HIV-Infektion

Es gibt noch ein zweites Problem, das die ausgeschiedenen Eiweiße verursachen. Sie führen zu Mikro-Nekrosen in der Vaginalhaut: Das sind kleinste abgestorbene Zellhäufchen, die winzige punktförmige Narben bilden. Diese Narben, bleiben ein Leben lang bestehen und erleichtern es anderen Erregern - vor allem Viren und hier besonders dem HIV-Virus - in den Körper einzudringen. Damit erhöht eine Trichonomaden-Infektion die Infizierbarkeit für AIDS.

Behandlung

Zur Behandlung von Trichonomaden eignen sich die Antibiotika Metronidazol oder Tinidazol. Eine Behandlung dauert fünf bis sechs Tage. Zur Vermeidung des „Ping-Pong Effektes“ ist eine medikamentöse Therapie der Sexualpartner notwendig.

Vorbeugung

Wie bei allen Geschlechtskrankheiten bieten Kondome einen zwar hohen, aber keinen absoluten Schutz.

Autor: Charly Kahle, Mitarbei: Angelika Ramm-Fischer (Ärztin)

Stand: 01.03.2013

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