Storchenbiss

Der Storchenbiss ist ein häufiges Feuermal bei Neugeborenen. Mehr über Symptome, Ursachen und Therapie von Storchenbissen.

Synonyme

Nävus Unna-Politzer, Naevus occipitalis, Bossard-Fleck

Definition

Vater und Baby

Storchenbiss ist der umgangssprachliche Begriff für ein Feuermal (Naevus flammeus) bei Neugeborenen. Mediziner sprechen von Nävus Unna-Politzer, Naevus occipitalis oder Bossard-Fleck.

Die Bezeichnung verdankt der Storchenbiss dem Umstand, dass Feuermale sich besonders häufig am Hinterkopf bzw. im Nacken finden. Also an der Stelle, an der ein kinderbringender Storch das Kind im Schnabel packen würde. Tatsächlich entstehen Storchenbisse aber nicht nur am Hinterkopf. Andere bevorzugte Stellen sind die Stirn, der untere Rücken oder die Augenlider.

Storchenbisse sind harmlos und vergehen bei den meisten Kindern innerhalb von Wochen oder im Verlauf des 1. Lebensjahres. Nur selten bleiben sie lebenslang erhalten. Wenn die Feuermale als störend empfunden werden, lassen sie sich beseitigen. Aus medizinischer Sicht ist das nicht nötig.

Häufigkeit

Die Häufigkeit von Storchenbissen wird in – je nach Studie – mit bis zu 70 Prozent angegeben. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte in Deutschland nennt eine Häufigkeit von fast 50 Prozent aller Neugeborenen

Symptome

Storchenbisse verursachen keine Symptome in Form von Schmerzen oder anderen Krankheitszeichen.

Storchenbisse zeigen sich als scharf begrenzte Feuermale unterschiedlicher Größe. Der Radius beträgt zwischen wenigen Millimetern und bis zu 10 Zentimetern. Das Farbspektrum reicht von Hellrot über leuchtendes Rot bis hin zu blauroten Tönen. Typisch für Storchenbisse ist, dass die Hauttöne sich intensivieren, wenn das Neugeborene aufgeregt ist oder schreit.

Am häufigsten sind Storchenbisse an der unteren Haargrenze des Hinterkopfes. Im Gesicht treten sie meist im Bereich der Stirn auf, seltener auch im Bereich des Kreuzbeins und auf den Augenlidern. Sehr selten sind Storchenbisse an Armen, Beinen oder Rumpf.

Ursachen

Storchenbisse sind das sichtbare Symptom von vermehrten und/oder erweiterten Kapillargefäßen. Kapillargefäße sind feinste Blutgefäße, die bis an die Haut reichen. Beim Storchenbiss scheinen die Hautgefäße durch die Haut durch.

Warum es zu der vermehrten Bildung bzw. der Erweiterung der Kapillargefäße bei so vielen Neugeborenen kommt, ist nicht geklärt. Gegenwärtig geht die Wissenschaft davon aus, dass es einen Zusammenhang mit der Bildung des Zentralnervensystems im embryonalen Stadium gibt.

Untersuchung

Die Diagnose von Storchenbissen ist anhand der charakteristischen Hautflecken offenkundig. Weitere Untersuchungen sind in aller Regel nicht nötig. Abzugrenzen sind Storchenbisse von ähnlich aussehenden Hämangiomen. Diese ebenfalls angeborenen Blutschwämmchen sind allerdings erhaben, meist beetförmig angeordnet und hellrot.

Behandlung

Solange sie nicht als kosmetisch störend empfunden werden, brauchen Storchenbisse keine gezielte Behandlung. In der Regel verschwinden sie bis zum Ende des 2. Lebensjahres von selbst. Daher sollte eine Entfernung nicht im Kleinkindalter erfolgen.

Nach dem 2. Lebensjahr können große oder besonders störende Storchenbisse entfernt werden. Dazu werden Laser oder Elektronadeln eingesetzt, um die überschüssigen Kapillargefäße zu veröden. Insbesondere bei sehr großen Feuermalen gelingt das nicht immer vollständig.

Prognose

Storchenbisse haben keinen negativen Einfluss auf die körperliche Gesundheit. Kinder mit Naevus occipitalis haben eine normale Lebenserwartung.

Vorbeugung

Storchenbisse sind angeboren, die Ursache für die Entstehung nicht bekannt. Daher lässt sich den harmlosen Feuermalen auch nicht vorbeugen.

Autor: Charly Kahle

Stand: 10.10.2017

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