Sonnenbrand

Die Folgen von Sonnenbrand reichen von den Schmerzen über vorzeitige Hautalterung bis hin zu erhöhtem Hautkrebsrisiko. Das alles lässt sich mit dem richtigen Sonnenschutz leicht vermeiden.

Synonyme

UV-Erythem, Erythema solare, Dermatitis solaris

Definition

Sonnenbrand am Oberkörper

Sonnenbrand ist eine verbrennungsähnliche Verletzung der Haut, die durch die ultraviolette Strahlung des Sonnenlichts verursacht wird. Leichte Sonnebrände bilden sich innerhalb von wenigen Stunden oder Tagen zurück. Schwere Sonnebrände ähneln Verbrennnungen 1. oder 2. Grades und bedürfen entsprechender Behandlung. Sonnenbrände gehen nicht selten mit Hitzschlag oder Sonnenstich einher.

Die Symptome und Komplikationen von Sonnenbrand reichen von den akuten Schmerzen über vorzeitige Hautalterung bis hin zu einem erhöhten Hautkrebsrisiko. Den besten Schutz bieten Sonnenschutzmittel – und Sonnenpausen im Schatten. Letztere sind zwingend, um einen Sonnenbrand oder gar einen Sonnenstich nicht noch zu verschlimmern.

Häufigkeit

Fast alle Menschen kennen Sonnenbrand aus eigener Erfahrung. Er ist trotz der offenkundigen Symptome und der leichten Vermeidbarkeit sehr weit verbreitet. Allerdings fehlen wissenschaftlich exakte Studien zur Häufigkeit von Sonnebränden. Beobachtende Untersuchungen in den USA haben ergeben, dass etwa jeder 6. Erwachsene mit „weißer“ Haut mindestens einen Sonnenbrand pro Jahr hat. Für Deutschland wird von einer ähnlichen starken Häufigkeit ausgegangen.

Deutlich seltener ist Sonnenbrand bei Kleinkindern. Hier achten Eltern auf ausreichenden Sonnenschutz und halten die Häufigkeit damit gering.

Symptome

Die typischen Symptome von Sonnenbrand sind fast allen weißhäutigen Menschen bekannt. Die Haut reagiert auf übermäßige Sonneneinstrahlung zunächst mit leichten Rötungen und einem geringem Schmerzgefühl. Die betroffenen Stellen bilden bei leichtem Druck mit dem Finger kurzzeitig eine weiße Stelle innerhalb der Rötung.

Wenn die Sonnenbestrahlung weiter anhält, verstärken sich diese Symptome. Schließlich kommt es zu mitunter überaus schmerzhaften Schwellungen der Haut (Ödemen) oder zu Blasen. Bei starkem Sonnenbrand sind Kreislaufbeschwerden, Fieber und Übelkeit nicht selten. Diese Symptome sprechen für einen Sonnenstich. Sie treten meistens 1 bis 24 Stunden nach dem Sonnenbad auf.

Langfristig führen häufiger Sonnenbrand und regelmäßige Sonnenbäder zu vorzeitiger Hautalterung und erhöhen das Risiko für Hautkrebserkrankungen.

Ursachen

Ursache von Sonnenbrand sind Sonnenbäder ohne ausreichenden Sonnenschutz. Denn das Sonnenlicht besteht aus unterschiedlichen Strahlungen. Dazu gehören ultraviolette Strahlen. Bei diesen UV-Strahlen handelt es kurzwellige, energiereiche Strahlen. Man unterscheidet sie in UV-A Strahlen und UV-B Strahlen.

  • UV-A Strahlen sind unter anderem für die Hautbräunung verantwortlich, aber auch für Sonnenallergie, vorzeitige Hautalterung und das erhöhte Hautkrebsrisiko infolge von übermäßigen Sonnenbädern.
  • UV-B-Strahlen sind energiereicher und verursachen die Hautschädigungen bei Sonnenbrand.

Besonders stark ist die Einwirkung des Sonnenlichts (und der UV-Strahlen) im Schnee, am Strand und im Wasser, da es durch die hellen Flächen zu einer verstärkten Reflexion der Sonnenstrahlen kommt. Auch in großer Höhe und in südlichen Breitengraden ist die Sonneneinstrahlung deutlich wirkungsvoller als bei uns.

Risikogruppen

Besonders gefährdet sind Personen mit heller Haut und mit roten oder blonden Haaren oder Leberflecken (Leber- und Pigmentflecken) sowie die sog. Sonnenplateaus wie Schultern, Nase und Füße.

Behandlung

Sätestens bei den ersten Symptomen von Sonnenbrand sollten Betroffene unbedingt sofort aus der Sonne gehen und die betroffenen Hautstellen bis zur vollständigen Heilung nicht mehr der Sonne aussetzen.

Selbstbehandlung gegen akute Beschwerden:

  • Kühlen der betroffenen Stellen mit feuchten Umschlägen
  • antiallergische Gels (Antihistaminika) gegen Rötung und Brennen. Gele sind besser als Salben, da sie kühlend wirken
  • Bei starken Beschwerden: Cremes mit Hydrocortison in niedriger Dosierung
  • Geeignete Schmerzmittel: Acetylsalicylsäure, Ibuprofen, Paracetamol oder Ähnliches.
  • Feuchtigkeitsspendende Hautpflege:  After-Sun-Lotionen, ggfs. mit wundheilenden Wirkstoffen wie Aloe oder Dexpanthenol.

Wann zum Arzt?

Insbesondere Kinder mit starken Sonnenbrandsymptomen wie ausgedehnten Schwellungen oder starken Blasenbildung sollten sicherheitshalber ärztlich untersucht werden. Das gilt vor allem, wenn sich weitere Krankheitszeichen wie Kopfschmerzen, Schwindel, Erbrechen, hohes Fieber oder Schüttelfrost einstellen. Diese Symptome können – bei Kindern wie bei Erwachsenen – auf einen Sonnenstich oder Hitzschlag hindeuten.

Vorbeugung

Sonnenbrand lässt sich leicht vermeiden. Die wichtigste Vorbeugungsmaßnahme ist der ausreichende Schutz der Haut mit Sonnenschutzmitteln.

Sonnenschutzmittel richtig anwenden

Die 3 wichtigsten Tipps für das richtige Auftragen von Sonnenschutzmitteln  lauten:

  1. Früh und dick auftragen: Tragen Sie Sonnenschutzmittel möglichst schon einige Zeit vor dem Sonnenbad auf. Idealerweise cremen Sie sich zuhause oder im Hotelzimmer ein – und nicht erst im Freibad oder am Strand. Dann kann das Sonneschutzmittel besser in die Haut einziehen. Hautärzte empfehlen oft, Sonnenschutz gleich doppelt aufzutragen. Die 2. Schicht aber erst auflegen, wenn die 1. Schicht eingezogen ist. Das ist vor allem für Kinder, Menschen mit empfindlicher Haut sowie zu Beginn der Sonnensaison wichtig.
  2. Immer wieder nachcremen: Baden, Schwitzen oder Abrieb auf dem Strandtuch oder der Liege sorgen dafür, dass ein Teil des Sonnenschutzes immer wieder verloren geht. Deshalb sollten Sie den Sonnenschutz regelmäßig erneuern. Das gilt vor allem nach dem Baden. Nach Angaben der Stiftung der Warentest dürfen die Hersteller ihre Produkte noch als wasserfest bezeichnen, wenn beim Baden die Hälfte des Schutzes verlorenen geht.
  3. Sonnenschutz nicht ausreizen: Besonders hohe Lichtschutzfaktoren (LSF) täuschen eine Sicherheit vor, die leitsinnig macht. Wer sich ohne Sonnenschutz gefahrlos 10 Minuten der Sonne aussetzen könnte, kommt mit LSF 50 rechnerisch auf eine Schutzdauer von 500 Minuten. Hautärzte empfehlen, die Lichtschutzgrenze maximal bis zu zwei Dritteln der rechnerischen Schutzdauer auszureizen.

Guter Sonnenschutz muss nicht teuer sein

Die Stiftung Warentest prüft in regelmäßigen Anständen Sonneschutzmittel. Dabei bestätigen die Tests immer wieder: Guter Sonnenschutz muss nicht teuer sein. Auch im Test 2018 gibt es sehr guten Sonnenschutz zu kleinen Preisen. Testsieger mit „sehr gut“ sind Produkte von Lidl, Penny, Rewe und dm. Sie kosten zwischen 1,17 und 2,23 Euro pro 100 ml. Teure Markenprodukte um 10 Euro pro 100 ml schneiden hingegen bestenfalls mit „gut“ ab. Einige Produkte für mehr als 20 Euro pro 100 ml kommen sogar nur auf „befriedigend“ (Lancaster) oder „mangelhaft“ (Eco Sunmilk Sensitive).

Gesunde Hautbräunung

Die Haut verfügt über einen – individuell sehr unterschiedlichen – Selbstschutzmechanismus gegen Sonnenbrand: die Hautbräunung. Bei diesem Prozess verdickt sich die Haut einerseits und lagert andererseits in die oberen Hautschichten das Pigment (Farbstoff) Melanin ein. Dadurch erscheint die Haut gebräunt. Die Hautbräunung vergeht vergleichsweise schnell, da die eingefärbten Hautschichten mit dem Nachwachsen neuer Hautschichten abgestoßen werden.

Autor: Charly Kahle

Stand: 02.07.2018

  • Auf Whatsapp teilenTeilen
  • Auf Facebook teilen Teilen
  • Auf Twitter teilenTeilen
  • Auf Google+ teilenTeilen
  • MerkenMerken
  • DruckenDrucken
  • SendenSenden
Anzeige