Synonyme

Nasennebenhöhlenentzündung

Definition

Frau schnäuzt sich die Nase

Sinusitis ist der Fachausdruck für Nasennebenhöhlenentzündung. Sinusitis kann akut oder chronisch verlaufen. Je nach entzündeter Nebenhöhle gibt es:

  • Sinusitis frontalis: Entzündung der Stirnhöhlen (rechts und links über der Nasenwurzel oberhalb der Augenbrauen)
  • Sinusitis maxillaris: Entzündung der Kieferhöhlen (rechts und links neben der Nase)
  • Sinusitis ethomidalis: Entzündung des Siebbein-Labyrinths (zwischen Nase und innerem Augenwinkel)
  • Sinusitis sphenoidalis: Entzündung der Keilbeinhöhle (rechts und links hinter den Siebbeinzellen).

Komplikationen entstehen, wenn eine Sinusitis auf benachbarte Strukturen übergreift, zum Beispiel auf die Hirnhäute, das Gehirn sowie auf Ohren und Augenhöhlen. Dann kommt es mitunter zu gefährlichen Vereiterungen mit Hirnhautentzündungen, Krampfanfällen, Sehbeeinträchtigungen und Mittelohrentzündungen.

Symptome

Typische Symptome von akuter Sinusitis sind Kopfschmerzen und ein Druckgefühl im Gesicht - je nach betroffener Höhle im Stirn-, Kiefer- und Nasenbereich sowie um die Augen herum. Das Druckgefühl verstärkt sich häufig beim Bücken, Niesen und Husten sowie bei Erschütterungen. Mitunter sind der Geruchsinn und die Nasenatmung eingeschränkt.

Bei einigen Patienten fühlt sich die Nase „zu“ - wie verstopft – an. Zuweilen läuft das Nasensekret auch permanent den Rachen hinunter. Fieber und Abgeschlagenheit sowie grippale Beschwerden sind ebenfalls möglich. Die Symptome können ein- oder beidseitig auftreten.

Üblicherweise heilt eine Sinusitis nach wenigen Wochen (maximal acht Wochen) aus. Bleibt sie darüber hinaus bestehen oder häufen sich Nasennebenhöhlenentzündungen (mehr als viermal pro Jahr), sprechen Mediziner von einer chronischen Sinusitis.

Symptome von chronischer Sinusitis

Die chronische Sinusitis geht häufig aus einer nicht ausgeheilten akuten Nasennebenhöhlenentzündung hervor. Die Beschwerden sind wesentlich schwächer als bei der akuten Sinusitis. Typisch bei chronischer Sinusitis sind ein lang andauernder Geruchsverlust und dauerhafter, dumpfer Druck im Gesicht. Häufig wachsen in den Nasennebenhöhlen entzündliche Polypen. Endoskopisch sind oft nur eine leichte Schwellung der Nasenschleimhaut und ein dünnflüssiges, klares Sekret bei chronischer Sinusitis erkennbar.

Ursachen

Einer Sinusitis geht häufig eine Erkältung voraus. Dabei wird vermehrt Nasenschleim produziert und die Schleimhäute schwellen an. Mitunter schwellen auch die kleinen Verbindungsgänge zwischen Nase und Nasennebenhöhlen zu. Sind sie völlig verstopft, werden die Nasennebenhöhlen nicht mehr belüftet, das Sekret kann nicht abfließen und staut sich zurück. Diese warme, feuchte Umgebung ist ein idealer Nährboden für Krankheitskeime wie Viren, Bakterien und Pilze.

Eine virale Sinusitis entsteht häufig infolge einer Keimbesiedlung mit Influenza-, Parainfluenza- oder Rhinoviren. Bei der bakteriellen Sinusitis sind häufig Haemophilus influenzae, Pneumokokken, Staphylokokken und Streptokokken die Auslöser. Auch Pilze können eine Sinusitis verursachen.

Nichtinfektiöse Ursachen von Sinusitis

Belüftungsstörungen der Nasennebenhöhlen und damit ein gestörter Sekretabfluss können auch nichtinfektiöse Ursachen haben. Das sind zum Beispiel anatomische Besonderheiten wie Nasenpolypen (gutartige Schleimhautwucherungen), eine verkrümmte Nasenscheidewand (sogenannte Septumdeviation), große Nasenmuscheln, Mukoviszidose (cystische Fibrose) oder auch Tumore.

Eine Sinusitis kann auch im Zuge einer allergischen Erkrankung (wie Heuschnupfen oder Hausstauballergie) auftreten. Des Weiteren gibt es die sogenannte dentogene, also zahnbedingte, Sinusitis. Dabei gelangen Krankheitserreger, beispielsweise nach zahnärztlichen Eingriffen, Zahnwurzelentzündungen oder Kieferhöhlenfisteln in die Nasennebenhöhlen.

Eine besondere Form der Sinusitis ist das Samter-Syndrom (auch Analgetika-Intoleranz-Syndrom). Dabei tritt eine Sinusitis gleichzeitig mit einer Unverträglichkeit gegen Acetylsalicylsäure (Aspirin, ASS), Asthma bronchiale und Nasenpolypen auf.

Untersuchung

In der Regel stellt der Arzt die Diagnose Sinusitis bereits anhand der typischen Symptome. Zur Sicherung beklopft und drückt er bestimmte Bereiche im Gesicht und inspiziert Mund, Hals und Rachen. Mitunter werden auch Blut- und Sekretuntersuchungen, Allergietests sowie bildgebende Verfahren (wie Nasenspiegelung, Röntgen und Computertomografie) eingesetzt.

Behandlung

Üblicherweise wird der Arzt abschwellende Nasentropfen mit Wirkstoffen wie Naphazolin, Oxymetazolin, Tramazolin und Xylometazolin empfehlen. Diese sollten jedoch nicht zu lange und unbedingt nach Vorschrift angewendet werden. Mitunter umfasst die ärztliche Behandlung von Sinusitis auch nicht-steroidale Entzündungshemmer wie Ibuprofen und Piroxicam oder Glukokortikoide (Kortisonpräparate).

Bei eitriger Sinusitis sind Antibiotika (insbesondere Tetracycline und Cephalosporine) Mittel der Wahl.

Kurz- und Mikrowellenbestrahlungen können die Heilung einer Sinusitis unterstützen.

In einigen Fällen, zum Beispiel bei anatomischen Besonderheiten, Nasenpolypen oder Nasenscheidewandverkrümmungen, kann eine Operation helfen.

Hausmittel bei Sinusitis

Hausmittel bei Sinusitis unterstützen die medikamentöse Therapie und helfen, die Symptome zu lindern. Wichtigstes Hausmittel ist eine ausreichende Zufuhr von Flüssigkeit. Mindestens 2 Liter sollten Sie täglich trinken. So verflüssigen Sie zähes Sekret, das verdünnt leichter abfließen kann. Unterstützen können Sie den Sekretabfluss mit feuchter Raumluft sowie Dampfbädern mit pflanzlichen Zusätzen. Besonders geeignet sind Anis, Kamillenblüten, Myrtol, Primelwurzel, Thymiankraut und Eukalyptusöl.

Keine Dampfbäder und ätherischen Öle bei Säuglingen und Kleinkindern

Achtung: Säuglinge und Kleinkinder sollten aufgrund der Verbrühungsgefahr keine Dampfbäder machen und vor allem keine mentholhaltigen Substanzen und stark riechenden ätherischen Öle anwenden. Besser sind in dieser Altersgruppe Rotlicht und Wärme. Oft werden warme Leinsamen- oder Kirschkernkissen auf der Stirn als wohltuend empfunden.

Weitere Hausmittel für Erwachsene

  • mit Emser Salz oder Meersalz inhalieren oder die salzhaltige Flüssigkeit mit dem Nasenloch aufsaugen bzw. die Nase spülen
  • wärmeansteigende Fußbäder mit Salzwasser (zunächst mit etwa 34 Grad warmem Wasser beginnen und bis auf 41 Grad steigern)
  • dreimal täglich einen Teelöffel frischen Meerrettich essen oder Meerrettichsaft trinken
  • Meerrettich-Zitronen-Auflagen auf die Stirn oder Quarkauflagen auf Stirn und Wangen legen
  • mehrmals täglich warme Kartoffelwickel auf Stirn und Nase
  • Knoblauch und Zitronenscheiben unter die Fußsohlen, mit warmen Wollsocken fixieren
  • über den Tag verteilt Kräutertees trinken (zum Beispiel aus Anis, Fenchel und Thymian)
  • auf dem Nachttisch eine Schale mit kleingehäckselter Zwiebel stellen
  • Hühnersuppe bei Anflügen von grippalen Infekten essen.

Homöopathie bei Sinusitis

Bei Sinusitis werden folgende homöopathische Arzneien empfohlen:

  • Cinnabaris: bei drückenden Schmerzen an der Nasenwurzel, Ausstrahlung zum Auge, schlimmer Druckschmerz beim Bücken
  • Hepar sulfuris: bei kälte- und berührungsempfindlichen Patienten, Beschwerden verschlechtern sich durch Zugluft
  • Hydrastis canadensis: große Sekretmenge, Kopfschmerzen über dem linken Auge, Beschwerden verschlimmern sich im warmen Zimmer
  • Kalium biochromicum: bei dickem gelb-grünen Sekret, Druckgefühl an der Nasenwurzel, Schleimfluss im Rachen
  • Luffa operculata: bei Stirnkopfschmerz, trockenen und empfindlichen Nasenschleimhäuten und Krusten in der Nase
  • Mercurius solubilis: bei eitrig-grünem Nasensekret, Mundgeruch und belegter Zunge, Beschwerden verschlimmern sich durch Bettwärme.

Vorbeugung

Um einer Sinusitis vorzubeugen, sollten Sie Erkältungen vermeiden, ausreichend schlafen, Ihr Abwehrsystem stärken, nicht rauchen, auf eine ausgewogene und frische Ernährung achten, sich viel bewegen und Normalgewicht anstreben.

Achten Sie auf richtiges Schnäuzen. Das geht so:

  • Auf keinen Fall mit Druck ins Taschentuch trompeten. So pressen Sie den Nasenschleim in die Nebenhöhlen zurück. Besser vorsichtig und mit wenig Druck schnäuzen.
  • Niesreiz nachgeben und nicht unterdrücken
  • Auch wenn es sich nicht gehört: vorzugsweise „Nase hochziehen“, so wird das Sekret in den Rachenraum befördert und geschluckt.

Autor: Charly Kahle

Stand: 14.08.2016