Definition

Kind mit Scharlach im Bett

Scharlach ist eine bakterielle Erkrankung, die durch bestimmte Bakterien aus der Gruppe der Streptokokken verursacht wird. Es gibt mindestens drei verschiedene Scharlacherreger. Scharlach zählt zu den Kinderkrankheiten. Die Bedandlung von Scharlach erfolgt mit Antibiotika.

Symptome

Scharlach beginnt plötzlich mit hohem Fieber, Erbrechen, Kopf- und Halsschmerzen, die Mandeln sind eitrig entzündet. Nach etwa zwei Tagen tritt der charakteristische Scharlachausschlag auf, der durch ein Bakterientoxin (Toxin=Gift) hervorgerufen wird. Kleine, blassrote, stecknadelkopfgroße Knötchen breiten sich von den Beugefalten der Achseln und Leisten über den ganzen Körper aus. Im Gesicht bleibt ein Dreieck zwischen Nase und Kinn blass. Die anfangs belegte Zunge reinigt sich, die Zungenpapillen treten deutlich hervor und es entwickelt sich die typische Himbeerzunge. Die charakteristische Hautschuppung beginnt etwa nach einer Woche und kann bis zu 8 Wochen andauern, manchmal aber auch fehlen.

Komplikationen die bei Scharlach auftreten können:

  • Gefürchtet, aber sehr selten ist der toxische Scharlach. Der Körper wird mit Bakteriengift überschwemmt, wodurch es zu extremem Fieber, Blutungen, Bewusstseinstrübung und schließlich zum tödlichen Herzversagen kommt.
  • Ein unbehandelter Scharlach kann sich lokal weiter ausbreiten, z. B. auf Mittelohr und Nasennebenhöhlen.
  • Durch direkte Toxineinwirkung kann es zu einer Herzmuskel- und Nierenentzündung kommen.
  • Spätkomplikation: In der 3. - 4. Krankheitswoche entwickelt der Körper eine allergische Reaktion auf das Bakteriengift. Diese äußert sich als rheumatisches Fieber mit Herz- und Gelenkentzündungen oder als Nierenentzündung.

Ursachen

Es gibt mindestens drei verschiedene Scharlacherreger. Die Übertragung erfolgt durch Tröpfcheninfektion. Scharlach ist auch heute noch häufig, verläuft jedoch vorwiegend mild und gutartig.

  • Haupterkrankungsalter: Kleinkind- und Schulalter
  • Inkubationszeit: 2-4 Tage

Behandlung

Was Ihr Arzt tun kann:

  • Feststellen, ob es sich um Scharlach oder eine andere Erkrankung handelt.
  • Antibiotika verschreiben. Wegen der Gefahr von (Spät) -komplikationen verordnet der Arzt auch in leichten Fällen Antibiotika.
  • Nach überstandener Erkrankung den Körper nachuntersuchen, insbesondere Herz und Gelenke.

Selbsthilfe: Was Sie bei Scharlach tun können

  • Bettruhe einhalten, auch in leichtesten Fällen
  • Leicht verdauliche Kost zu sich nehmen, ausreichend trinken
  • Die vom Arzt verordneten Antibiotika einnehmen.

Vorbeugung

Eine Impfung ist nicht möglich. Besteht bei einem Risikokind der Verdacht auf Ansteckung, können Antibiotika vorsorglich gegeben werden, um den Krankheitsausbruch zu verhindern.

Autor: Christiane von der Eltz, Apothekerin, Dr. Regina Schick, Ärztin

Stand: 01.06.2013