Psychose (primäre und sekundäre Psychosen)

Psychose ist der Oberbegriff für eine Reihe von psychischen Erkrankungen. Lesen Sie mehr über primäre und sekundäre Psychosen.

Synonyme

psychotische Krise

Definition

Mann mit Schizophrenie

Mediziner und Psychologen unterscheiden Psychosen allgemein nach der Ursache.

  • Bei primären Psychosen ist die Ursache der Erkrankung nicht feststellbar. Daher werden diese Psychosen auch als nicht-organische Psychosen bezeichnet. Die mit Abstand häufigste Form der primären Psychose ist die Schizophrenie. Nicht-organische Psychosen treten auch im Rahmen anderer psychischer Erkrankungen auf. So sind Psychosen während eines manischen Schubes bei bipolarer Störung nicht selten. Auch Depressionen bei bipolarer Störung können Psychosen auslösen.
  • Organische oder sekundäre Psychosen haben eine nachweisbare Ursache und entstehen in der Regel durch Beeinträchtigungen der Hirnfunktion. Typische Ursachen sind Hirnverletzungen, Hirntumoren, Demenz oder der Missbrauch von Drogen und Medikamenten. Auch Erkrankungen wie Epilepsie oder Stoffwechselstörungen wie Lupus Erythematodes begünstigen Psychosen. Im Rahmen operativer Eingriffe können Psychosen auch zeitlich begrenzt als sogenanntes Durchgangssyndrom auftreten.

Symptome

Gemeinsames Merkmal von Psychosen ist eine verzerrte Wahrnehmung der Realität, die sich auf sehr unterschiedliche Weise ausdrücken kann. Typisch sind tief greifende Denkstörungen (z.B. erhöhtes Denktempo, umständliches Denken, Denkverlangsamung), Halluzinationen (vor allem in Form von Stimmen oder Befehlen oder veränderter Geschmacks- und Geruchswahrnehmung) und/oder Wahnvorstellungen (oft Botschaften von Geheimdiensten, Verschlüsselungen von Radiomeldungen). In der Regel ist die Wahrnehmung von Psychotikern stark angstgeprägt. Angststörungen zählen aber nicht zu den Psychosen.

Behandlung

Während einer akuten Psychose sind die Betroffenen oft vollkommen in ihrer Wahrnehmung gefangen und verlieren jeden Bezug zur Wirklichkeit. In diesen Fällen bleibt die Einweisung in die geschlossene Abteilung eines Krankenhauses als einzige Behandlungsoption. Unabhängig von der Ursache werden Psychosen zunächst medikamentös behandelt. Dabei werden vor allem Wirkstoffe aus der Gruppe der typischen oder atypischen Antipsychotika wie Clozapin, Haloperidol, Olanzapin oder Risperidon angewendet. Zuweilen werden auch Benzodiazepine eingesetzt. Das sollte wegen der starken Abhängigkeitsentwicklung aber nur kurzfristig erfolgen.

An die medikamentöse Therapie von Psychosen sollte sich eine sozio- und psychotherapeutische Behandlung anschließen. Bei sekundären (organischen) Psychosen müssen die auslösenden Erkrankungen behandelt bzw. verursachende Umstände wie Medikamenten- oder Drogenmissbrauch abgestellt werden.

Autor: Charly Kahle

Stand: 14.02.2019

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