Plötzlicher Herztod

Plötzlicher Herztod lässt sich durch schnelle Erste Hilfe mitunter vermeiden – und es gibt Warnzeichen. Lesen Sie mehr über Symptome, Ursachen und Erste Hilfe zur Vermeidung eines plötzlichen Herztodes.

Synonyme

HT, Sekundentod, Plötzlicher Tod, Sudden Cardiac Death

Definition

Notarztwagen

Als plötzlichen Herztod bezeichnen Mediziner Todesfälle durch unerwartetes Herzversagen. Die meisten Menschen assoziieren mit dem Begriff plötzlicher Herztod Bilder von scheinbar kerngesunden Menschen, die wie aus heiterem Himmel zusammensacken und versterben. Tatsächlich aber kommt der plötzliche Herztod in sehr vielen Fällen gar nicht so überraschend und unangekündigt.

Studien belegen, dass mindestens die Hälfte aller Betroffenen in den Tagen oder Wochen vor dem plötzlichen Herztod unter Herzbeschwerden gelitten hat. Und in jedem Fall lässt sich der plötzliche Herztod durch eine Herzerkrankung erklären. Hier aber gilt zumindest für die andere Hälfte der Betroffenen, dass die auslösende Herzerkrankung sich bis zum tödlichen Ausgang weder bemerkbar machte noch bei einer Untersuchung entdeckt wurde.

Im Zusammenhang mit dem plötzlichen Herztod kursiert noch ein weiteres populäres Bild. Dieses Bild zeigt einen Hochleistungssportler, der plötzlich auf dem Fußballfeld oder der Laufbahn verstirbt. Tatsächlich ist plötzlicher Herztod bei Leistungssportlern etwa 3 Mal häufiger als bei anderen Erwachsenen. Das liegt aber nicht am Leistungssport, sondern an meist angeborenen Herzfehlern, die zu lange unerkannt bleiben.

Mit Abstand häufigste Ursache von plötzlichem Herztod ist die koronare Herzkrankheit (KHK). Ausgelöst wird der plötzliche Herztod meistens durch Kammerflimmern. Die hohe Zahl der Todesfälle ließe sich durch kardiologische Vorsorgeuntersuchungen und rechtzeitige Erste Hilfe deutlich senken.

Häufigkeit

Der plötzliche Herztod ist sehr viel häufiger als vielfach angenommen. Nach Angaben des Deutschen Zentrums für Herz-Kreislauf-Forschung kommt es jährlich zu 81 Todesfällen je 100.000 Einwohner. Das ergibt für Deutschland ca. 65.000 Todesfälle. Damit entfallen etwa 20 Prozent aller Herz-Kreislauf-bedingten Todesfälle auf den plötzlichen Herztod.
Männer sind etwa drei Mal so oft betroffen wie Frauen. Die Sterblichkeit (Mortalität) steigt mit zunehmendem Lebensalter kontinuierlich an.

Symptome

Der Begriff plötzlicher Herztod legt nahe, dass es keine Symptome gebe, die das tödliche Ereignis ankündigen. Das ist nachgewiesenermaßen nicht so. Studien belegen, dass wenigstens die Hälfte aller Opfer von plötzlichem Herztod in den Stunden oder Tagen davor unter Herzbeschwerden gelitten hat – diese aber ignorierte.

Warnzeichen vor plötzlichem Herztod

Es ist nicht sicher, ob oder dass sich plötzlicher Herztod immer durch Warnzeichen ankündigt. Und die im Folgenden genannten Symptome sind kein sicherer Hinweis auf bevorstehenden Herztod. Sie sollten aber als Warnzeichen für möglicherweise noch nicht entdeckte Herzerkrankungen verstanden werden. Das sind:

  • Brustschmerzen, die neu auftreten oder sich verstärken (Angina pectoris)
  • ungewohntes Herzklopfen oder Pulsrasen ohne als harmlos erkennbare Ursache
  • zunehmend verminderte Belastbarkeit
  • Herzstolpern, Herzrasen oder andere Pulsunregelmäßigkeiten
  • Bewusstseinstrübungen und Ohnmacht
  • Atemschwierigkeiten und Luftnot.

Bei diesen oder ähnlichen Symptomen sollten Sie sich ärztlich untersuchen lassen.

Ursachen

Häufigste Ursache bzw. Auslöser des plötzlichen Herztodes ist eine Herzrhythmusstörung, Beim sogenannten Kammerflimmern schlägt das Herz so schnell und flach, dass es das Blut nicht mehr in den Körper pumpen kann. Der Sauerstoffmangel wirkt sich sehr schnell vor allem auf das Gehirn aus. Bei Kammerflimmern verlieren die Betroffenen das Bewusstsein. Schon Minuten später setzt das Herz aus – es kommt zum plötzlichen Herztod.

Bei einem gesunden Menschen ist der plötzliche Herztod sehr selten. Tiefere Ursache des Sekundentodes sind Herzerkrankungen. An erster Stelle steht die koronare Herzkrankheit (KHK). Wichtigste Risikofaktoren für KHK sind Übergewicht, Bewegungsmangel und hohes Alter. Aber auch andere Herzerkrankungen wie Herzrhythmusstörungen, Herzschwäche, Herzinfarkte oder Herzklappenfehler erhöhen das Risiko für plötzlichen Herztod.

Insbesondere bei jungen Menschen wird der plötzliche Herztod durch angeborene oder erworbene Herzmuskelerkrankungen wie verdickte Herzmuskel (Kardiomyopathie) oder Herzmuskelentzündungen (Myokarditis) verursacht.

Behandlung

Die mit Abstand wichtigste Behandlungsmethode zur Vermeidung des plötzlichen Herztodes ist schnelle Erste Hilfe. Schon eine einfache Herzdruckmassage kann das Leben retten. Noch besser stehen die Überlebenschancen, wenn sich ein Vorfall in Nähe eines Defibrillators ereignet. Diese Elektroschockgeräte finden sich mittlerweile an den meisten Orten, an denen viele Menschen zusammen kommen. Bei der Bedienung kann man keinen Schaden anrichten: Sie brauchen nur den Anweisungen auf den Displays der Geräte bzw. den Audio-Guides zu folgen.

Die Elektroschocks eines Defibrillators können das Kammerflimmern beenden und so vor dem plötzlichen Herztod schützen.

Vorbeugung

Die beste Vorbeugung von plötzlichem Herztod ist herzgesundes Leben. Dazu gehören vor allem frische und abwechslungsreiche Ernährung und regelmäßige Bewegung. Laut Studien ist Bewegungsmangel im Vergleich mit Übergewicht der weitaus größere Risikofaktor für Herzerkrankungen. Rauchen und Alkoholkonsum schaden der Gesundheit in jedem Maß. Idealerweise sollten Sie darauf also verzichten.

Auf der sicheren Seite bleiben Sie außerdem, wenn Sie Herz- oder Atmungsbeschwerden ernst nehmen und einen Arzt aufsuchen.

Autor: Charly Kahle

Stand: 11.01.2018

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