Nephrotisches Syndrom

Das nephrotische Syndrom ist keine Erkrankung, sondern fasst eine Vielzahl von Symptomen zusammen, die bei bestimmten Nierenfunktionsstörungen auftreten.

Definition

Nephrotisches Syndrom

Als nephrotisches Syndrom bezeichnen Mediziner eine Reihe von Symptomen, die infolge von Nierenfunktionsstörungen entstehen. Genauer ausgedrückt verursacht eine Schädigung der Nierenkörperchen (Glomeruli) das nephrotische Syndrom. Vereinfacht ausgedrückt filtern die Nierenkörperchen Eiweiße aus dem Blut. Beim nephrotischen Syndrom verlieren die Glomeruli diese Funktion. So gelangen die Eiweiße ungefiltert in den Urin und werden ausgeschieden. Damit stehen sie dem Stoffwechsel nicht mehr zur Verfügung.

Symptome

Die Symptome des nephrotischen Syndroms können sehr unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Oft bleiben die Folgen der Nierenschädigung über längere Zeit unbemerkt. Dann sind die Krankheitszeichen vor allem im Blutbild nachweisbar.

  1. Als Proteinurie bezeichnen Mediziner einem Urineiweißgehalt von mehr als 3,5 Gramm pro Deziliter.
  2. Gleichzeitig ist der Eiweißgehalt im Blut erniedrigt (kleiner als 6g/dl). Der medizinische Fachbegriff ist Hypoproteinämie.
  3. Durch die Störung des Eiweißaustausches steigen die Blutfettwerte (Hyperlipoproteinämie).

Äußerlich oft gut sichtbar ist das 4. Leitsymptom des nephrotischen Syndroms. Infolge des Eiweißmangels im Körper kommt es zu sichtbaren Schwellungen (Ödemen) im Gesicht sowie an Füßen, Knöcheln und Waden

Längerfristig verliert der Körper auch Eiweiße in Form von Antikörpern (Immunglobulinen), sodass das Immunsystem geschwächt wird. Zudem wird die Blutgerinnung gestört und das Risiko für Blutgerinnsel in den Blutgefäßen steigt – und damit das Risiko für Thrombosen, insbesondere in den Nierenvenen. Im schlimmsten Fall führt das nephrotische Syndrom zum Nierenversagen (Niereninsuffizienz).

Ursachen

Ursachen des nephrotische Syndroms sind primäre oder sekundäre Erkrankungen der Niere. Etwa ein Drittel der Fälle geht auf eine chronische Entzündung der Nierenkörperchen zurück, die sogenannte membranöse Glomerulopathie. Bei dieser primären Nierenerkrankung stören Antikörper die Filterfunktion der Nierenkörperchen. Die sogenannte Minimal Change-Glomerulopathie ist bei Erwachsenen eher selten, aber bei Kindern mit 90 Prozent die häufigste Ursache von nephrotischem Syndrom. Bei dieser primären Nierenerkrankung stören Immunzellen (T-Zellen) die gesunde Filterfunktion.

Das prominenteste Beispiel für eine sekundäre Nierenerkrankung als Ursache von nephrotischem Syndrom ist Diabetes mellitus. Hier verursachen Ablagerungen aus dem Blut die Funktionsstörungen.

Behandlung

Die Behandlung von nephrotischem Syndrom erfolgt vor allem medikamentös und durch eine kochsalzarme und eiweißreiche Diät. Um den Flüssigkeitshaushalt zu normalisieren und Ödeme auszuschwemmen, kommen entwässernde Medikamente (Diuretika) zum Einsatz. Das sind vor allem kaliumsparende Diuretika wie Spironolacton und Triamteren sowie Wirkstoffe aus der Gruppe der Thiaziddiuretika wie Hydrochlorothiazid und Chlortalidon. Schleifendiuretika wie Furosemid und Torasemid werden vor allem in der Langzeitbehandlung von nephrotischem Syndrom angewendet.

Autor: Charly Kahle

Stand: 04.04.2018

  • Auf Whatsapp teilenTeilen
  • Auf Facebook teilen Teilen
  • Auf Twitter teilenTeilen
  • MerkenMerken
  • DruckenDrucken
  • SendenSenden
Anzeige

Häufige Nierenerkrankungen

Specials

Newsletter

Newsletter

Unser Newsletter informiert Sie wöchentlich zu News und Infos rund um die Gesundheit.