Muttermundschwäche (Zervixinsuffizienz)

Bei Muttermundschwäche sind Gebärmutterhals (Zervix) und Gebärmutterhalskanal einer Frau weicher und kürzer als normal. Hier lesen Sie mehr über Symptome, Ursachen und Behandlung von Zervixinsuffizienz.

Synonyme

Zervixinsuffizienz, Gebärmutterhalsschwäche, isthmozervikale Insuffizienz

Definition

Schwangerschaftsuntersuchung

Von Muttermundschwäche oder Zervixinsuffizienz sprechen Mediziner, wenn Gebärmutterhals (Zervix) und Gebärmutterhalskanal (Zervixkanal) einer Frau weicher und kürzer sind als normal. Muttermundschwäche beeinträchtigt das Leben von Frauen in aller Regel nicht. Im Fall einer Schwangerschaft allerdings erhöht Zervixinsuffizienz das Risiko für Frühgeburten. Das gilt vor allem für das mittlere Schwangerschaftsdrittel. Als Hauptursachen für Muttermundschwäche bzw. Gebärmutterhalsschwäche gelten Bindegewebsschwächen, Geburten (insbesondere Mehrlingsgeburten) sowie Operationen und Infektionen.

Häufigkeit

Die Häufigkeit von Muttermundschwäche in Deutschland schätzen Experten auf etwa 1 Fall pro 100 Geburten.

Symptome

Muttermundschwäche macht sich auch während einer Schwangerschaft nicht zwingend durch wahrnehmbare Symptome bemerkbar. Mitunter ist es sogar so, dass Zervixinsuffizienz erst nach einer oder mehreren Fehlgeburten diagnostiziert wird.

Auf Muttermundschwäche hinweisen können menstruationsähnliche Beschwerden. Auch ein Ziehen oder Druckgefühle im Bereich von Schambein, unterem Rücken oder Leiste sind mögliche Symptome einer Zervixinsuffizienz. Ein früher Blasensprung ohne Wehentätigkeit, Blutungen sowie ein Vorfall der Fruchtblase in die Scheide deuten stark auf eine Zervixinsuffizienz hin.

Bei entsprechenden Symptomen – insbesondere im mittleren Schwangerschaftsdrittel - sollten Sie dringend mit Ihrem Gynäkologen sprechen.

Ursachen

Die genauen Ursachen der Muttermundschwäche sind nicht bekannt. Man geht inzwischen davon aus, dass die hormonellen Umstellungen im mittleren Schwangerschaftsdrittel (2. Trimenon) eine wesentliche Rolle spielen. Offenbar bewirken die Hormonumstellungen, dass das feste Bindegewebe von Zervix und Zervixkanal vorzeitig weicher wird. Diese Neigung scheint erblich bedingt zu sein. Darüber hinaus ist der Gebärmutterhalskanal bei Frauen mitunter kürzer als 2,5 cm. Auch das gilt als Risikofaktor für Muttermundschwäche. Weitere Risikofaktoren sind Gebärmutteranomalien, eine große Menge an Fruchtwasser, vorausgegangene Schwangerschaften und Geburten (insbesondere die Geburt von Mehrlingen) sowie Infektionen oder Operationen von Geburtskanal und Gebärmutter.

Behandlung

Die Behandlung von Muttermundschwäche orientiert sich an der Ursache und daran, wie akut das Risiko für den Fötus ist. In einigen Fällen setzt man auf eine kontrollierte Frühgeburt. Die wird in aller Regel mithilfe einer medikamentösen Therapie so lange wie möglich verzögert. Im Idealfall wird eine Frühgeburt nicht vor der 34. Schwangerschaftswoche eingeleitet, damit vor allem die Lungen des Ungeborenen ausreifen können.

Mitunter ist trotz Muttermundschwäche eine natürliche Geburt möglich. Um das zu ermöglichen, kann der Muttermund mit einer sogenannten Cerclage (eine Art Gummiband) abgedichtet werden. Zuweilen wird der Muttermund bis zur Geburt sogar vollständig vernäht.

Autor: Charly Kahle

Stand: 03.05.2018

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