Mundfäule

Mundfäule ist eine Mundentzündung, die durch Herpesviren verursacht wird. Sie trifft vor allem Kinder zwischen 10 Monaten und 3 Jahren. Hier finden Sie mehr über Symptome, Ursachen und Behandlung von Mundfäule.

Synonyme

aphthöse Stomatitis, Stomatitis herpetica oder Gingivostomatitis herpetica

Definition

Mundfäule

Mundfäule ist eine hoch ansteckende Entzündung von Mundschleimhaut und Zahnfleisch. Sie wird durch Herpes-Simplex-Viren verursacht. Bei Mundfäule sind Zahnfleisch und Mundschleimhaut entzündlich verändert. An Mundfäule erkranken vor allem Kinder zwischen 10 Monaten und 3 Jahren sowie junge Erwachsene. Auch ältere Menschen stellen eine Risikogruppe für Mundfäule dar.

Mundfäule hat viele Namen, unter anderem aphthöse Stomatitis, Stomatitis herpetica oder Gingivostomatitis herpetica. Allgemein ist sie aber unter Mundfäule bekannt.

Komplikationen von Mundfäule

Gefährlich wird es, wenn Herpesviren bei Mundfäule in die Augen verschleppt werden. Dort kann es zu schweren Infektionen kommen, die unbehandelt bis zur Erblindung führen können. Im schlimmsten Fall gelangen Herpesviren ins Gehirn und lösen eine Gehirnentzündung (Enzephalitis) aus.

Insbesondere bei Kindern, die vor Schmerzen nicht einmal mehr trinken wollen, besteht die Gefahr der Austrocknung.

Symptome

Mundfäule beginnt mit allgemeinem Krankheitsgefühl, 10 bis 14 Tage später entwickeln sich kleine Bläschen auf der Zunge, der Mundschleimhaut, dem Zahnfleisch und am Gaumen. Diese Bläschen brechen ziemlich rasch auf und hinterlassen Geschwüre in der Schleimhaut.

Die Geschwüre können einzeln auftreten oder ineinanderfließen. Häufig sind sie gelbgrau belegt. Üblicherweise ist Mundfäule extrem schmerzhaft, vor allem Kinder verweigern deshalb jegliche Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme.

Neben den Beschwerden im Mund kommt es häufig zu geschwollenen Halslymphknoten, Mundgeruch, starkem Speichelfluss, Atemwegsinfektionen, leichtem Fieber und Kopfschmerzen. Mitunter ist das Zahnfleisch blutig, rot und geschwollen. Mundfäule kann von Lippenherpes und Aphten begleitet werden.

Ursachen

Erreger der Mundfäule ist in den meisten Fällen das Herpes Simplex Virus Typ 1, also der Erreger von Lippenherpes. Sehr selten wird Mundfäule auch vom Herpes Simplex Virus Typ 2, dem Genitalherpes-Erreger verursacht. Das Virus wird üblicherweise durch direkten Kontakt, zum Beispiel über Berührung, gemeinsame Benutzung von Besteck oder durch Speichel beim Küssen übertragen. Die Inkubationszeit, also die Zeit von der Ansteckung bis zu den ersten Symptomen, beträgt zwischen 1 und 26 Tagen. Der Erstkontakt bei Herpesinfektionen verläuft in der Regel ohne Beschwerden. Nicht so bei Mundfäule. Hier treten die typischen Beschwerden bereits bei der Erstinfektion auf.

Reaktivierung der Herpesviren bei Mundfäule

Wie bei jeder anderen Herpesinfektion verbleiben auch bei Mundfäule die verursachenden Viren im Körper. Sie ruhen in Nervenknoten und verursachen keinerlei Symptome. In bestimmten Situationen, insbesondere wenn die körpereigene Abwehr eingeschränkt ist, werden die Viren wieder aktiv. Sie wandern entlang der Nerven zu den Nervenenden an die Hautoberfläche. Dort verursachen die Herpesviren dann Herpesinfektionen, wie Lippenherpes.

Behandlung

Die Behandlung von Mundfäule zielt darauf ab, die Beschwerden zu lindern. Eine ursächliche Behandlung gibt es nicht.

Medikamente gegen Mundfäule

Gegen Schmerzen werden Schmerzmittel wie Paracetamol oder Ibuprofen verordnet. In schweren Fällen können auch opioide Schmerzmittel wie Tramadol und Tilidin erforderlich sein. Um die schmerzende Mundschleimhaut zu betäuben, können sogenannte Lokalanästhetika wie Lidocain als Spray, Creme oder Gel aufgetragen werden.

Anti-Viren-Mittel bei Mundfäule

Mitunter kann eine Therapie mit dem antiviralen Wirkstoff Aciclovir den Heilerfolg beschleunigen. Eine antivirale Therapie wird jedoch nicht für alle erkrankten Personen empfohlen. Die Entscheidung darüber wird vom Arzt immer individuell nach Beschwerden, Verlauf und Allgemeinzustand des Patienten getroffen. Falls eine antivirale Behandlung in Betracht gezogen wird, sollte sie so früh wie möglich beginnen.

Selbsthilfe

Kinder mit Mundfäule wollen häufig weder essen noch trinken. Um eine Mangelversorgung und Austrocknung zu vermeiden, werden hochkalorische Nahrungsersatzmittel, Trinknahrung oder Elektrolytersatzlösungen gegeben.

Der Heilungsverlauf bei Mundfäule kann, wie bei Mundschleimhautentzündungen auch, mit Selbsthilfemaßnahmen sinnvoll unterstützt werden.

Vorbeugung

Um Mundfäule vorzubeugen, muss eine Übertragung mit den auslösenden Herpesviren verhindert werden. Das ist jedoch kaum machbar. Denn nahezu alle Erwachsenen sind mit dem Herpes Simplex Virus Typ 1 infiziert. Dennoch helfen einige Verhaltensweisen, eine Ansteckung zu vermeiden.

  • Säubern Sie niemals den Nuckel (Sauger, Schnuller) von Kindern mit dem eigenen Speichel.
  • Prüfen Sie nicht die Temperatur von Milch oder Säuglingsbreien mit den Lippen.
  • Reinigen Sie Ihre Brustwarzen vor dem Stillen besonders gründlich.
  • Entfernen Sie keine Schmutzflecken im Gesicht von Kindern mit Spucke.
  • Verleihen Sie keine gebrauchten Taschentücher und wischen sie nicht mal schnell über den Mund des Kindes.
  • Lassen Sie Ihr Kind mit Mundfäule zu Hause und halten sie es insbesondere von Gemeinschaftseinrichtungen fern.

An Herpes erkrankte Menschen sollten besonders vorsichtig sein, um eine Infizierung Anderer zu verhindern. Bei einer Herpesinfektion sind Küsse und enger Körperkontakt - insbesondere mit Kindern – deshalb tabu.

Mehr über Mund & Zähne

Autor: Charly Kahle

Stand: 05.02.2018

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