Leberflecken

Jeder auffällige Leberfleck sollte ärztlich abgeklärt werden. Das gilt insbesondere für Menschen, deren Familienmitglieder bereits an Hautkrebs erkrankten. Auch kosmetisch störende Leberflecke (zum Beispiel im Gesicht) können Grund für einen Arztbesuch sein. Lesen Sie mehr über die Symptome, Ursachen und Therapie von Leberflecken.

Synonyme

Muttermale, Pigmentflecken, Naevi

Definition

Leberfleck Untersuchung

Leberflecke sind angeborene oder später auftretende pigmentierte Fehlbildungen der Haut. Der Volksmund nennt sie Muttermale. Mediziner bezeichnen Leberflecken als Pigmentflecken oder Pigmentnaevi, kurz Naevi. Mitunter werden Leberflecken als optisch störend empfunden, oftmals machen die kleinen Flecken das Gesicht erst richtig attraktiv. Sommersprossen und Altersflecken zählen ebenfalls zu den Pigmentflecken. Die meisten Leberflecke sind harmlos, selten jedoch können sie bösartig entarten und Hautkrebs verursachen. Deshalb sollten Sie Leberflecken immer im Auge behalten.

Färbung durch Melanin

Leberflecken entstehen durch eine Anhäufung von pigmentproduzierenden Zellen. Diese Zellen heißen Melanozyten. Sie bilden den gelb-braunen Farbstoff Melanin. Melanin verleiht der Haut ihren individuellen Farbton und schützt sie vor aggressivem Sonnenlicht. Zudem ist Melanin für den Farbton der Leberflecken verantwortlich. Wuchern die Melanozyten in den Leberflecken, bekommen Leberflecken eine erhabene und mitunter auch unregelmäßig hüglige Oberfläche.

Leberflecken im Auge behalten

Leberflecken sollten Sie im Auge behalten und regelmäßig auf fünf Merkmale achten. Diese sind leicht über die ABCDE-Regel zu merken:

  • A wie Ausdehnung: Jeder nicht symmetrische, beispielsweise nicht runde oder ovale, Leberfleck sollte ärztlich untersucht werden.
  • B wie Begrenzung: Unregelmäßig oder unscharf begrenzte Leberflecken könnten bösartig verändert sein.
  • C wie Color (Farbe): Obacht bei unterschiedlich starker Farbpigmentierung und Mehrfarbigkeit innerhalb eines Leberflecks.
  • D wie Durchmesser: Leberflecken, die größer als 5 mm sind, haben ein erhöhtes Risiko bösartig zu sein.
  • E wie Erhabenheit/Entwicklung: Erhabene Leberflecke oder auch neue Leberflecken innerhalb kurzer Zeit gelten als bedenklich.

Des Weiteren ist jeder Leberfleck verdächtig, der juckt, nässt, blutet, schmerzt oder sich entzündet.

Symptome

Leberflecken können unterschiedlich gefärbt sein. Die Farbschattierungen gehen von gelb über hell-, mittel- und dunkelbraun bis hin zu tiefem Schwarz. Sie variieren in ihrer Größe von winzig klein und rundlich bis großflächig, sind unregelmäßig ausgedehnt und haben unterschiedliche Oberflächen. So gibt es glatte, erhabene, unebene oder behaarte Leberflecken.

Ursachen

Warum ein Mensch mehr Leberflecke hat, als Andere, wissen Mediziner bis heute nicht. Die Anlage zur Entwicklung von Leberflecken wird aber häufig vererbt.

Leberflecken entstehen vorwiegend in der Kindheit und Jugend. Oft vermehren sich die braunen Flecken während der Schwangerschaft oder bei der Einnahme der Antibabypille. Demzufolge liegt eine hormonelle Beteiligung an der Entstehung von Leberflecken nahe. Auch Sonnenbestrahlung kann zu vermehrten Pigmentflecken führen.

Untersuchung

Ob Leberflecken harmlos oder als schwarzer Hautkrebs bösartig entartet sind, erkennt ein erfahrener Hautarzt (Dermatologe) oft schon auf dem ersten Blick. Zudem macht der Hautarzt einen sogenannten Scan. Dabei werden Form und Farbe sowie andere Merkmale von Leberflecken mittels einer Kamera dokumentiert und üblicherweise durch ein Computerprogramm analysiert.

Im Zweifelsfall entnimmt der Hautarzt einen verdächtigen Leberflecken zur Probe und lässt diesen im Labor unter dem Mikroskop untersuchen.

Behandlung

Leberflecken können operativ, mittels Laser oder über intensiv gepulstes Licht (IPL) entfernt werden. Auf welches Verfahren die Wahl fällt, entscheiden Patient und Dermatologe gemeinsam.

Leberflecken operativ entfernen

Zunächst wird das betroffene Gebiet desinfiziert. Im Anschluss an die Desinfektion spritzt der Arzt ein örtliches Betäubungsmittel, um den Bereich unempfindlich zu machen. Danach schneidet er den Leberfleck mit einem kleinen Skalpell heraus. Bei größeren Leberflecken muss dieser Bereich mit wenigen Stichen genäht werden. Bei kleineren Leberflecken ist dies in der Regel aber nicht notwendig. Jeder entfernte Leberfleck wird in ein Labor geschickt und feingeweblich untersucht. Nach dem Eingriff können Sie in der Regel sofort nach Hause. Vorher informiert Sie der Arzt noch über die entsprechende Nachbehandlung.

Leberflecken mit dem Laser entfernen

Viele Hautärzte empfehlen ihren Patienten, kosmetisch störende Leberflecke per Laser entfernen zu lassen. Laser arbeiten dabei schonend und präzise. Nach einer Hautdesinfektion und einer oberflächlichen Betäubung dringen die Laserstrahlen durch die obere Hautschicht. Dabei wird Wärme freigesetzt. Diese Hitze zerstört das in Leberflecken vermehrt vorhandene Melanin. Das angrenzende Gewebe wird nicht zerstört. Nach der Behandlung erscheint der Leberfleck zunächst etwas dunkler und verschorft nach einigen Tagen.

Leberflecken mit Licht entfernen

Bei der IPL-Behandlung (intensiv gepulstes Licht) werden Leberflecke durch hochenergetische Lichtblitze entfernt. Diese Behandlung ist ausschließlich für kosmetische Zwecke geeignet. Bei der IPL-Behandlung werden die Pigmente innerhalb des Leberflecks, ähnlich wie beim Laser, zerstört und der Hautbereich so aufgehellt. Die Hautzellen an sich bleiben jedoch erhalten.

Selbsthilfe bei Leberflecken

Im Umgang mit Leberflecken sollten ein paar Verhaltensweisen beachtet werden. So ist es zum Beispiel sehr wichtig, Irritationen zu vermeiden. Das heißt in erster Linie: Nicht kratzen! Durch Kratzen werden Leberflecken (wie auch andere Pigmentflecken) zum bösartigen Wachstum angeregt. Desweiteren gilt bei Leberflecken:

  • Benutzen Sie bei Sonne immer Sonnenschutzmittel. Vermeiden Sie längere Aufenthalte in der Sonne.
  • Beobachten Sie, ob sich Muttermale und andere Pigmentflecken verändern bzw. neue entstehen.
  • Flache, glatte Pigmentflecken, die im Hautniveau liegen, können Sie mit Kosmetika abdecken, eine geeignete Methode ist ein Camouflage-Make up.
  • Haben Sie viele Muttermale und andere Flecken und/oder gibt es in Ihrer Familie Hautkrebs, sollte Sie regelmäßig zu Haut-Vorsorgeuntersuchung gehen.

Autor: Charly Kahle

Stand: 17.07.2013

  • Auf Whatsapp teilenTeilen
  • Auf Facebook teilen Teilen
  • Auf Twitter teilenTeilen
  • MerkenMerken
  • DruckenDrucken
  • SendenSenden
Anzeige