Kontaktallergie

Hautreizungen, Ausschläge und Juckreiz können Anzeichen für eine Haut-, bzw. Kontaktallergie sein. Kommen Betroffene mit dem ausschlaggebenden Allergen in Kontakt, reagiert die Haut meist innerhalb weniger Minuten. Ein Allergietest beim Arzt kann die Verdachtsdiagnose bestätigen und eine entsprechende Therapie festlegen.

Synonyme

Hautallergie, Kontaktekzem

Definition

Kontaktallergie

Eine Kontaktallergie wird durch den Kontakt eines allergieauslösenden Reizes (Allergen) mit der Haut verursacht. Das allergisch bedingte Kontaktekzem, so eine andere Bezeichnung der Kontaktallergie, wird also durch Substanzen hervorgerufen, die direkt mit der Haut in Kontakt kommen. Zu den Kontaktallergien zählt auch die Sonnenallergie. Die allergische Reaktion (Überempfindlichkeit) der Haut kann sich auch als Nesselsucht (Urtikaria) äußern.

Symptome

Die Symptome der Kontaktallergie zeigen sich an der Stelle, an der die allergene Substanz eingewirkt hat, kann aber später "streuen". Am häufigsten sind die Hände befallen, aber auch andere Körperstellen (Füße, Gesicht, Haut unterm Büstenhalterschließer oder Hosenknopf) können betroffen sein. Die Hautreizung führt zu Rötung, Bläschenbildung, Nässen und Krustenbildung. Diese Symptome der Kontaktallergie sind meist verbunden mit Juckreiz. Besteht das Kontaktekzem über längere Zeit, verschuppt und verdickt sich die Haut. Das allergische Ekzem tritt meist innerhalb von Minuten, seltener in 1 bis 4 Tagen nach Kontakt mit der auslösenden Substanz auf. Durch einen Allergietest lässt sich herausfinden, gegen welche Stoffe der Körper allergisch reagiert.

Symptome bei chronischer Kontaktallergie

Kommt es über Jahre hinweg immer wieder zu Kontaktallergien an gleicher Stelle, sind chronische Hautveränderungen zu beobachten. Die Haut wird gröber (Lichenifikation) und verhornt übermäßig (Hyperkeratose). Zudem entstehen – mitunter tiefe – Schrunden (Rhagaden) in der Haut.

Ursachen

Die genauen Ursachen für Kontaktallergien sind, wie bei Allergien insgesamt, nicht zweifelsfrei erforscht. Der Ablauf der allergischen Reaktion hingegen schon. Eine ausführliche Beschreibung finden Sie unter Allergien. Kurz zusammengefasst: Bei der allergischen Reaktion schießt die körpereigene Abwehr, das Immunsystem, über das Ziel hinaus. Es bekämpft vermeintliche „Feinde“ und löst dabei die allergischen Symptome aus. Im Fall der Kontaktallergie reagiert das Immunsystem auf Reize, die auf die Haut einwirken. Reize oder Stoffe, die häufig eine Kontaktallergie auslösen, sind:

  • Metalle wie Nickel oder Chrom (Hosenknöpfe, Gürtelschnallen, Schmuck)
  • Leder, Gummi
  • äußerlich angewendete Medikamente, z. B. antibiotikahaltige Salben
  • Wasch- und Reinigungsmittel
  • Kosmetika
  • Farb- und Konservierungsstoffe
  • Pflanzen

Untersuchung

Wenn die Symptome einer Kontaktallergie im Mund-Gesichtsbereich oder im Schleimhautbereich des Rachens oder des Kehlkopfes auftreten, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Ebenso, Atembeschwerden, starke Durchfälle oder ein gestörtes Allgemeinbefinden mit Fieber, Übelkeit oder Schwindel die allergische Reaktion begleiten.

Außerdem ist ein Arztbesuch sinnvoll, wenn ein Kontaktekzem sich nicht bessert oder wenn Sie die Ursache für anhaltenden Hautausschlag nicht kennen.

Der Arzt kann einen Allergietest durchführen, um die Verdachtsdiagnose zu bestätigen. Ist das Allergen bestimmt, kann die Behandlung beginnen.

Behandlung

In der medikamentösen Behandlung von Kontaktallergien werden vor allem sogenannte Antihistaminika eingesetzt. Das sind Wirkstoffe wie Azelastin, Loratadin, Levocabastin, Clemastin oder Cetirizin. Antihistaminika hemmen die Aktivität von Histamin. Das wiederum ist ein Botenstoff, der die allergische Reaktion wesentlich beeinflusst. Schwere Fälle von Kontaktekzemen werden mit Kortison behandelt. Abhängig von Lage und Schwere des Kontaktekzems werden die Medikamente als Pflaster, Salbe oder Tablette verabreicht.

Selbsthilfe bei Kontaktallergie

Die wirksamste Form der Selbsthilfe bei Kontaktallergie ist, den Kontakt zu Allergenen zu meiden. Wenn Sie also auf Modeschmuck mit Nickel allergisch reagieren, tragen Sie diesen besser nicht mehr – auch nicht ausnahmsweise. Oder greifen Sie bei einer Allergie gegen Konservierungsmittel zu Make-up aus dem Bioladen oder der Apotheke.

Salben und Tabletten mit den bereits erwähnten Antihistaminika gegen den Juckreiz bei Kontaktallergien bekommen Sie auch rezeptfrei in der Apotheke.

Vorbeugung

Auch zur Vorbeugung von Kontaktallergien lautet der erste Rat: Allergene meiden! Dabei helfen die folgenden Tipps:

  • Neue Kleidungsstücke vor dem ersten Tragen waschen.
  • Beim Sonnenbad möglichst keine Kosmetika oder Parfüms benutzen (Ausnahme: Sonnenschutzmittel).
  • Bei häufigen Arbeiten mit Chemikalien (z.B. Reinigungsmittel, Lacke) am besten PVC-Handschuhe und darunter Baumwollhandschuhe tragen.
  • Keinen Modeschmuck mit Nickel oder Chrom auf der Haut tragen.
  • Allergie-getestete Hautreinigungsmittel und Kosmetika benutzen.
  • Gefährdete Hautbezirke mit Salben oder Cremes pflegen.

Autor: Charly Kahle, Mitarbeit: Christiane von der Eltz (Apothekerin), Dr. Regina Schick (Ärztin)

Stand: 01.02.2014

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