Iliosakralgelenksyndrom (ISG-Syndrom)

Das Iliosakralgelenksyndrom ist eine Ursache für Rückenschmerzen, insbesondere im Bereich des unteren Rückens. Hier finden Sie mehr über Symptome, Ursachen und Behandlung des ISG-Syndroms.

Synonyme

Iliosakralblockade, Kreuzbein-Darmbein-Gelenkblockade, ISG-Syndrom

Definition

ISG-Syndrom

Das Iliosakralgelenksyndrom (ISG-Syndrom) ist eine Erkrankung des Kreuzbein-Darmbein-Gelenks, das Mediziner als Iliosakralgelenk (ISG) bezeichnen. Dabei handelt es sich allerdings um kein Gelenk im herkömmlichen Sinne wie etwa Kniegelenk oder Schultergelenk. Das Iliosakralgelenk ist ein nahezu unbeweglicher Gelenkapparat. Es verbindet die untere Wirbelsäule (Os sacrum) mit den Beckenschaufeln (Os ilium). Gehalten wird es vor allem von Muskeln, Sehnen, Bändern und Faszien. Faszien sind eine Form des Bindegewebes, die mit feinsten Nerven durchzogen sind. Vor allem in der manuellen Therapie geht man davon aus, dass Verklebungen dieser Faszien für die Schmerzen und Bewegungseinschränkungen beim Iliosakralgelenksyndrom verantwortlich sind. Die Beweglichkeitseinschränkungen des Iliosakralgelenks werden auch als Iliosakralblockade bezeichnet.

Symptome

Charakteristisches Symptom des Iliosakralgelenksyndroms sind Rückenschmerzen im Bereich des unteren Rückens. Typischerweise treten sie vor allem nach ruckhaften Bewegungen des Oberkörpers auf. Aber auch längeres Sitzen oder Gehen sowie körperliche Belastungen und Fehlbelastungen können die Rückenschmerzen des Iliosakralgelenksyndroms auslösen. Nicht selten strahlen die Rückenschmerzen in das Gesäß oder in die Oberschenkel bis hin zum Knie aus.

Ursachen

Häufigste Ursache des Iliosakralgelenksyndroms sind Fehlhaltungen, wie sie beispielsweise bei sitzenden Tätigkeiten oder rückenunfreundlichen Bewegungsabläufen entstehen. Wenn diese Fehlhaltungen nicht korrigiert werden, führen sie über kurz oder lang zu Veränderungen im Halteapparat des Iliosakralgelenks. Ähnlich wie bei spannungsbedingten Kopfschmerzen oder Schulterschmerzen kommt es dabei zu entzündlichen Prozessen. Diese Entzündungen reizen Schmerzrezeptoren, insbesondere in den Faszien. Die Schmerzen wiederum führen nicht selten zu Schonhaltungen, mit denen die Fehlhaltungen verstärkt werden.

Behandlung

Die Behandlung von Iliosakralgelenksyndrom zielt darauf ab, den Kreislauf von Anspannung und Schmerzen zu unterbrechen. Als am erfolgversprechendsten gelten multimodale Behandlungskonzepte. Diese Konzepte basieren auf mindestens 3 Säulen:

  1. Schmerzstillende und entzündungshemmende medikamentöse Therapie mit Wirkstoffen wie Ibuprofen, Ketoprofen, Naproxen oder Diclofenac. Bei Bedarf werden Glukokortikoide wie Prednisolon oder lokale Betäubungsmittel wie Lidocain im Zuge einer sogenannten Infiltrationstherapie direkt in das Iliosakralgelenk oder benachbarte Strukturen verabreicht.
  2. Manuelle Therapie und/oder Physiotherapie: Ärzte oder Physiotherapeuten mit einer speziellen Ausbildung in manueller Therapie behandeln Iliosakralgelenksyndrome häufig mit einer sogenannten Mobilisation oder Manipulation. Dabei übt der Therapeut Kraft auf das Iliosakralgelenk aus, um ISG-Blockaden zu lösen. Andere physiotherapeutische Ansätze zielen beispielsweise darauf ab, die Blockade durch eine Kombination von Bewegung, Faszienmassage und Wärmebehandlungen zu lösen.
  3. Unerlässlich für die Behandlung von Iliosakralgelenksyndrom ist es zudem, neue Blockaden durch Fehlhaltungen zu vermeiden. Dazu dienen beispielsweise Rückenschulen, in denen rückenfreundliche Bewegungsabläufe und Haltungen eingeübt werden.

Vorbeugung

Iliosakralgelenksyndromen lässt sich nicht sicher vorbeugen, da die Ursachen beispielsweise auch in einem Unfall liegen können. Die beste Vorbeugung von Rückenschmerzen besteht aber zweifelsfrei darin, rückenfreundliches Verhalten einzuüben und die Muskulatur des Rückens durch Bewegung zu trainieren.

Rückenschmerzen im Überblick

Autor: Charly Kahle

Stand: 09.11.2017

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