Impingement-Syndrom (Schulterschmerzen)

Mehr über Symptome, Ursachen und Behandlung von Schulter-Arm-Schmerzen durch das Impingement-Syndrom.

Synonyme

Engpass-Syndrom

Definition

Schulterschmerzen

Das Impingement-Syndrom oder Engpass-Syndrom ist eine schmerzhafte Gelenkerkrankung. Es tritt vor allem an der Schulter auf, aber auch die Hüften können betroffen sein. Der Begriff Impingement-Syndrom leitet sich vom englischen „impinge“ für anstoßen oder anschlagen ab. Denn beim Engpass-Syndrom entstehen die Schmerzen und Bewegungseinschränkungen dadurch, dass Nerven und/oder Sehnen durch krankhafte Veränderungen eingeklemmt werden.

Symptome

Typische Symptome des Impingement-Syndroms der Schulter sind starke Einschränkungen der Schulterbeweglichkeit und Schulter-Arm-Schmerzen. Vor allem lassen sich die Arme nicht mehr schmerzfrei über die Schulter nach oben bewegen, zur Seite abspreizen oder anheben. Auch Bewegungen nach hinten, wie etwa beim Ausziehen einer Jacke, sind mitunter sehr schmerzhaft. Die Schmerzen strahlen meist vom Schulterblatt über das Schulterbein bis in den Oberarm aus, manchmal sogar über den Ellenbogen hinaus bis in den Unterarm.

Typischerweise tritt das Impingement-Syndrom zunächst einseitig auf. Ohne Behandlung gehen die Schmerzen nicht selten auf die Nacken- und Halsmuskulatur über. In besonders ungünstigen Fällen kann das Impingement-Syndrom sogar auf die andere Schulter übergreifen.

Ursachen

Im Gegensatz zu anderen Schulter-Arm-Syndromen sind die Schmerzen und Bewegungseinschränkungen in der Regel erklärbar, weil sie sich auf Ultraschallbildern oder Röntgenaufnahmen sowie Magnetresonanztomografien bildlich darstellen lassen. Auf diesen Aufnahmen zeigt sich vor allem eine Einengung des Subacromialraums. Das ist der Raum, indem Oberarmkopf und Schulterdach sich bewegen. Ist dafür nicht ausreichend Platz, stößt der Oberarmkopf bei bestimmten Bewegungen an das Schulterdach.

Mediziner unterscheiden der Ursache nach vor allem 2 Formen des Impingement-Syndroms:

  1. Das primäre Impingement-Syndrom wird auch als Outlet-Syndrom bezeichnet. Es ist am leichtesten nachzuweisen. Bei dieser Form sind die knöchernen Anteile von Schulter oder Hüfte durch Abnutzung (degenerative Veränderungen), Unfälle oder Verletzungen so verändert, dass sie die normale Gelenkfunktion beeinträchtigen, indem sie den Subacromialraum einengen.
  2. Das sekundäre Impingement-Syndrom oder Non-Outlet-Syndrom ist gekennzeichnet durch einen verkleinerten Gelenkspalt. Dieser Verkleinerung kann beispielsweise durch Erkrankungen wie Schleimbeutelentzündungen (Bursitis) oder Sehnenentzündungen (Tendinitis) sowie Verletzungen der Weichteile (Sehnen und/oder Muskeln) verursacht sein.

In beiden Fällen sind häufig Überlastungen oder jahrelange Fehlbelastungen der betroffenen Gelenke die tiefere Ursache des Impingement-Syndroms. Das Schulter-Impingement-Syndrom ist beispielsweise besonders oft bei Sportlern, die häufig ihre Arme über dem Kopf bewegen (Volleyball, Handball, Tennis) oder bei Berufsgruppen, die oft über Kopf arbeiten (Maler).

Behandlung

Die Behandlung von Impingement-Syndrom erfolgt vor allem konservativ, also ohne Operation. Chirurgische Eingriffe am komplexen Schultergelenk bzw. der Hüfte werden wegen der vielfältigen Risiken so lange wie möglich vermieden.

Konservative Behandlung von Impingement-Syndrom

Die nichtoperative Therapie von Impingement-Syndrom setzt auf die Kombination von schmerz- und entzündungslindernden Medikamenten mit Physiotherapie und physikalische Anwendungen. Wirkstoffe wie die nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR) Diclofenac und Ibuprofen oder die Entzündungshemmer Celecoxib und Meloxicam sollen Schmerzen lindern und Entzündungsprozesse stoppen. Auch physikalische Therapien wie Wärme, Reizstrom (Iontophorese) oder Ultraschall können diese Prozesse beenden helfen.

Physiotherapie und Krankengymnastik dienen dazu, die Beweglichkeit des betroffenen Gelenks wiederherzustellen. Zudem werden Bewegungsabläufe eingeübt, die dem Wiederauftreten des Impingement-Syndroms entgegenwirken.

Die konservative Behandlung von Impingement-Syndrom ist in den weitaus meisten Fällen erfolgreich. Allerdings braucht es nicht selten Monate, bis Schulter oder Hüfte wieder schmerzfrei und voll umfänglich beweglich sind.

Zudem stehen die Betroffenen mitunter vor dem Problem, dass gesetzliche Krankenkassen eine langfristige physiotherapeutische Behandlung nicht finanzieren.

Autor: Charly Kahle

Stand: 05.04.2019

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