Hypercholesterinämie (erhöhte Cholesterinwerte)

Hypercholesterinämie ist der medizinische Fachbegriff für erhöhte Cholesterinwerte. Hier erfahren Sie alles Wissenswerte über Symptome, Ursachen, Vorbeugung, Behandlung und Risiken eines erhöhten Cholesterinspiegels.

Synonyme

Hyperlipoproteinämie, erhöhter Cholesterinspiegel, erhöhte Cholesterinwerte

Definition

Fettiges Essen

Hypercholesterinämie ist eine Fettsoffwechselstörung. Namensgebendes Symptom dieser Erkrankung ist eine überhöhte Konzentration von Cholesterin im Blut. „Hyper“ steht für „zu viel“ und die Endung „-ämie“ bedeutet Blut. Das ergibt: zu viel Cholesterin im Blut.

Ärzte bezeichnen Hypercholesterinämie auch als Hyperlipoproteinämie. Den Mangel an Cholesterin nennen sie Hypocholesterinämie.

Das menschliche Cholesterin wird in Low Density Lipoprotein (LDL-Cholesterin) und High Density Lipoprotein (HDL-Cholesterin) unterschieden. LDL-Cholesterin gilt als „schlechtes“ Cholesterin, HDL-Cholesterin gilt als das „gute“ Cholesterin. Warum das so ist, lesen Sie hier: Erhöhte Cholesterinwerte.

Häufigkeit

Fettstoffwechselstörungen wie Hypercholesterinämie sind eine sogenannte Volkskrankheit. Laut Gesundheitsberichterstattung des Bundes (GBE) kommt es bei mehr als die Hälfte aller Erwachsenen zu erhöhten Cholesterinwerten. Frauen (61 Prozent) sind dabei etwas häufiger betroffen als Männer (57 Prozent).

Symptome

Hypercholesterinämie verursacht keine direkt spürbaren Symptome. Sie lässt sich vielmehr nur über eine Blutuntersuchung nachweisen. Ausnahme: Bei familiärer Hypercholesterinämie bilden sich mitunter kleine gelbe Fett-Ablagerungen in der Haut, die Mediziner als Xanthome (umgangssprachlich Gelbknoten) bezeichnen. Diese Knötchen finden sich besonders oft an den Augenlidern, aber auch an Ellenbogen, Knöcheln und am Gesäß.

Ursachen

Von der Ursache her wird Hypercholesterinämie in zwei Formen unterschieden, nämlich der primären und der sekundären Hypercholesterinanämie.

Primäre Hypercholesterinanämie

Auf die primäre oder familiäre Hypercholesterinämie entfallen etwa 30 Prozent aller Diagnosen. In diesen Fällen wird der Cholesterinüberschuss vererbt oder zumindest durch die Erbanlagen begünstigt. Primäre oder familiäre Hypercholesterinämie geht auf einen Gendefekt zurück, der von den Eltern auf das Kind übertragen wird. Folge dieser schadhaften Erbanlage: Der Organismus der Kinder bildet in den meisten Fällen zu wenige sogenannte LDL-Rezeptoren aus. Dadurch steigt die Konzentration von LDL-Cholesterin über das gesunde Maß hinaus.

Sekundäre Hypercholesterinanämie

Sehr viel häufiger ist die sekundäre Hypercholesterinämie. Sie wird vor allem durch ungesundes Ernährungsverhalten und Bewegungsmangel verursacht. Krankheiten sind eine weitere Ursache. Wichtigste Ursachen von sekundärer Hypercholesterinämie sind:

Behandlung

Die wichtigste Rolle in der Behandlung von Hypercholesterinämie spielen fett- und kalorienreduzierte Diäten und eine bewußte Ernährung bei erhöhtem Cholesterinspiegel sowie Bewegung. Dabei soll die Bewegung nicht nur den Energieumsatz des Körpers steigern. Vielmehr aktiviert Bewegung Stoffwechselprozesse, die ganz erheblich dazu beitragen können, dass erhöhte Cholesterinwerte auch ohne Medikamente gesenkt werden.

Falls Verhaltens- und Ernährungsumstellungen nicht ausreichen, kommt eine medikamentöse Behandlung mit sogenannten Lipidsenkern infrage. Das sind beispielsweise die sogenannten Statine wie Fluvastatin, Atorvastatin oder Simvastatin oder Fibrate wie Fenofibrat und Gemfibrozil. Der selektive Cholesterinresorptionshemmer Ezetimib wird oft als Kombinationswirkstoff angewandt.

Für besonders schwere Fälle oder bei erblich bedingten erhöhten Cholesterinspiegeln stehen seit 2015 mit Alirocumab und Evolocumab zwei vollhumane Antikörper zur Verfügung, die sich gegen ein bestimmtes Eiweiß richten und so hauptsächlich das LDL-Cholesterin senken.

Ionenaustauscherharze wie Colestyramin und Colesevelam oder Nicotinsäurederivate werden kaum noch angewendet.

Vorbeugung

Angeborener Hypercholesterinämie lässt sich nicht vorbeugen. Sofern sie nicht durch andere Krankheiten bedingt sind, lassen sich sekundär erhöhte LDL-Cholesterinwerte hingegen leicht vermeiden. Eine fettarme, frische, ballaststoffreiche und abwechslungsreiche Ernährung, Reduktion von eventuellem Übergewicht sowie regelmäßige körperliche Bewegung (mindestens 3 mal 30 Minuten pro Woche) senken das Risiko für Hypercholesterinämie ganz erheblich. Zudem sollten Grunderkrankungen wie Diabetes oder Schilddrüsenunterfunktionen medikamentös gut eingestellt sein.

Autor: Charly Kahle

Stand: 09.01.2018

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