Hundebiss

Was tun bei einem Hundebiss? Wie richtig reagieren nach einem Hundebiss? Die Antwort darauf und mehr über Symptome und Behandlung von Hundebissen.

Definition

Verbandmittel

Ein Hundebiss ist eine Verletzung, die durch den Biss eines Hundes entsteht. Glücklicherweise sind die meisten Hundebisse oberflächlich. Je nach Größe und Beißkraft können Hunde aber auch sehr tiefe und gefährliche Wunden reißen. Daneben besteht bei jedem Hundebiss die Gefahr einer Wundinfektion. Daher sollten Hundebisse ärztlich untersucht werden. In Deutschland kommt es laut Expertenschätzungen nach 10 bis 15 Prozent aller Hundebisse zu einer Wundinfektion.

Häufigkeit

Experten schätzen die Zahl der Hundebisse in Deutschland auf etwa 30.000 Fälle pro Jahr. Dabei kommt es immer wieder auch zu schweren Verletzungen, insbesondere wenn Hunde ins Gesicht beißen. Todesfälle durch Hundebisse sind Einzelfälle. In den vergangenen Jahren schwankt die Zahl der Opfer pro Jahr zwischen 1 und 6. In den meisten Fällen werden Kinder Opfer tödlicher Beißattacken von Hunden.

Symptome

Hundebisse verursachen in der Regel oberflächliche Symptome durch Verletzungen der Haut. Zuweilen aber werden tieferliegende Strukturen wie Muskeln, Sehnen, Gelenke oder Knochen geschädigt. Das ist aber die Ausnahme.

Komplikationen nach Hundebissen

Im Maul und auf den Zähnen von Hunden finden sich viele Mikroorganismen wie Bakterien oder Viren, die eine Wundinfektion auslösen können. So gelangen beispielsweise Tetanus-Bakterien (Clostridium tetani) in die Wunde. Ohne vollständige Tetanusschutzimpfung können diese Bakterien Wundstarrkrampf auslösen.

Die Gefahr einer Wundinfektion besteht auch, wenn die Bisswunde sich oberflächlich schon geschlossen hat. Die Bakterien können sich in tieferliegenden Gewebeschichten vermehren und dort einen entzündlichen Prozess verursachen. Typische Symptome dafür sind Rötungen, Schwellungen oder Juckreiz im Bereich des Hundebisses. Auch Fieber oder grippeähnliche Symptome können auf eine Wundinfektion deuten.

Tollwutrisiko vor allem im Ausland

Theoretisch besteht bei Hundebissen die Gefahr einer Tollwutinfektion. In Deutschland ist die Tollwut (Rabies) nahezu ausgerottet. Im Ausland aber nicht. Bei Hundebissen in Afrika, Asien oder auch auf dem Balkan beispielsweise besteht ein realistisches Risiko für lebensgefährliche Tollwutinfektionen.

Ursachen

Hundebisse sind in der Regel eine Folge unvorsichtigen oder unangepassten Verhaltens. Das gilt sowohl für Hundehalter, mitunter aber auch für die Bissopfer selbst.

Kinder werden beispielsweise besonders ins Gesicht gebissen, da sie sich den Hunden häufig unvorsichtig nähern. Gerade kleine Kinder sind nicht in der Lage, etwaige Drohgebärden eines Hundes zu erkennen.

Bei Erwachsenen sind Hundebisse in die rechte Hand und in die Beine mit einem Anteil von ca. 80 Prozent besonders häufig. Insbesondere die Bisse in die Hand sind meistens Folge einer nicht adäquaten Annäherung an den Hund.

Die Mehrzahl der Hundebisse erfolgt im heimischen Umfeld durch den eigenen Hund. Deutlich seltener sind Hundebisse von fremden Hunden im freien Gelände.

Behandlung

Kleine oberflächliche Verletzungen durch einen Hundebiss können Sie selbst versorgen. In den meisten Fällen ist es ausreichend, die Wunde sorgfältig zu desinfizieren und dann mit einem Pflaster abzudecken. Insbesondere wenn das Bissopfer nicht gegen Wundstarrkrampf geimpft ist, sollten Sie die Verletzung anschließend ärztlich untersuchen lassen. Bei Kindern ist ein ärztlicher Besuch auch bei kleinen Hundebissen anzuraten.

Größere Hundebissverletzungen sollten grundsätzlich von Anfang an ärztlich behandelt werden. Bei einer ambulanten oder stationären Bissversorgung wird der Wundbereich zunächst gereinigt und desinfiziert. Danach werden etwaige Verletzungen von tiefer liegenden Strukturen wie Sehnen, Knochen, Gelenken oder Muskeln versorgt. Ob und wann eine Hundebisswunde genäht wird oder nicht, richtet sich Art und Ausmaß der Verletzung.

An die Wundversorgung schließt sich mitunter eine medikamentöse Therapie mit Antibiotika an. Wirkstoffe wie Ceftriaxon, Clindamycin oder Doxycyclin werden vorsichtshalber angewendet, um Wundinfektionen oder systemischen Infektionen mit Bakterien vorzubeugen.

Vorbeugung

Die beste Vorbeugung von Hundebissen besteht darin, im Umgang mit Hunden sehr vorsichtig zu sein. Das gilt nicht nur für fremde Hunde, sondern insbesondere für eigene Hunde. Bis zu 90 Prozent aller Hundebisse treffen Familienangehörige der Hundehalter. Vor allem Kinder sind gefährdet.

Eine Tetanusschutzimpfung ist grundsätzlich für Jedermann empfehlenswert. Für die Halter von potenziell beißenden Haustieren und ihre Familienangehörigen gilt das in besonderem Maße.

Autor: Charly Kahle

Stand: 12.09.2018

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