Hörsturz

Plötzlich ist ein Ohr wie taub: Die wahrscheinlichste Ursache dafür ist ein Hörsturz. Jetzt ist schnelle Hilfe gefragt. In 9 von 10 Fällen bleibt der Hörsturz dann ohne Folgen. Mehr Informationen über Symptome, Ursachen und Therapie von Hörsturz.

Synonyme

Innenohrinfarkt

Definition

Beim Hörsturz kommt es - in der Regel auf einem Ohr, selten auf beiden gleichzeitig – zu einem akut einsetzenden Hörverlust bis hin zur Taubheit. Der Hörsturz kann grundsätzlich in jedem Alter auftreten, gehäuft wird er um das 50. Lebensjahr herum beobachtet, bei Kindern ist er eine Seltenheit. Schnell behandelt bleibt ein Hörsturz meist folgenlos.

Häufigkeit

Mehr als 15.000 Menschen in Deutschland erleiden jedes Jahr einen Hörsturz. Männer und Frauen sind etwa gleich häufig betroffen.

Symptome

Das führende Symptom ist die schlagartige einsetzende Minderung des Hörvermögens auf dem betroffenen Ohr. Betroffene haben oft das Gefühl von Watte oder Ohrenstöpseln im Ohr. Dazu können ein pelziges Gefühl in der Ohrmuschel, ein dumpfes Druckgefühl im Ohr und/oder Geräusche (Tinnitus) kommen. Begleitend sind oft Schwindelgefühle oder ein Taubheitsgefühl im Bereich der Ohrmuschel möglich. Schmerzen treten dagegen nicht auf.

Ursachen

Die genauen Ursachen eines Hörsturzes sind bis heute nicht geklärt. Eine wesentliche Rolle spielt aber wohl eine Durchblutungsstörung mit einem Verschluss kleiner Blutgefäße im Innenohr, die zu einer Funktionsstörung der Hörzellen im Innenohr führt. Der Hörsturz wird daher auch Innenohrinfarkt bezeichnet.

Die Durchblutungsstörungen können durch andere Erkrankungen (z.B. Bluthochdruck, Diabetes mellitus, Schlaganfall und Herzerkrankungen) oder auch Verletzungen (z.B. der Halswirbelsäule) entstehen. Stress, erhöhte Fettwerte und Rauchen begünstigen ebenfalls einen Hörsturz. Experten diskutieren darüber hinaus, dass Virus- oder Bakterieninfektionen unter Umständen einen Hörsturz auslösen können.

Untersuchung

Bei Verdacht auf einen Hörsturz wird Ihr Arzt zunächst das betroffene Ohr genau untersuchen. Dazu gehören unter anderem eine Spiegelung des Ohrinneren und anschließend verschiedene Hörprüfungen. Außerdem wird Ihr Arzt Sie ausführlich befragen. Denn es gibt eine Reihe von Erkrankungen, die einen Hörsturz auslösen oder begünstigen können.

Bei einem plötzlich beginnenden Hörverlust - auf einem Ohr oder beiden Ohren – sollten Sie umgehend einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt aufsuchen. Je früher die Behandlung des Hörsturzes einsetzt, umso besser sind die Heilungschancen.

Behandlung

Die Hörsturz-Therapie mit Medikamenten umfasst in der Regel die Gabe blutverdünnender Infusionen über mehrere Tage, um die Durchblutungsstörung zu beheben. Eine mögliche Nebenwirkung einiger Substanzen ist Juckreiz, der sich nur schwer behandeln lässt. Diese Gefahr lässt sich aber durch entsprechende Dosierung der Infusionen sehr gering halten.

Weitere Therapiemöglichkeiten sind:

  • Infusionen mit Kortisonpräparaten (insbesondere bei Verdacht auf eine entzündliche Ursache)
  • Spritzen von Kortison direkt ins Ohr hinein (vor allem bei schwerem Hörverlust)
  • Gabe bestimmter Betäubungsmittel (Lokalanästhetika) über die Vene (vor allem bei Tinnitus)
  • Blutreinigung (Blutwäsche, s.g. Apherese) (wird eher selten gemacht, sehr aufwändiges Verfahren)
  • hyperbare Sauerstofftherapie (hyperbare Oxygenierung, HBO): Patienten atmen in einer Druckkammer reinen Sauerstoff ein (nur in Ausnahmefällen, kann nur in speziellen Druckkammerzentren erfolgen, relativ teuer).

In aller Regel kann die Therapie des Hörsturzes ambulant erfolgen.

Prognose

Wird der Hörsturz frühzeitig behandelt, sind die Erfolgsaussichten der Hörsturz-Therapie sehr gut. Bis zu 90 Prozent der Betroffenen dürfen mit einer vollständigen Erholung des Hörvermögens rechnen, vor allem, wenn der Verlust nicht allzu schwer ausgeprägt war. Bei bleibenden Schäden kann die Anlage eines Hörgerätes Abhilfe schaffen.

Vorbeugung

Eine gezielte Vorbeugung vor einem Hörsturz gibt es nicht. Bei chronischen Erkrankungen wie Bluthochdruck oder Diabetes ist es in jedem Fall ratsam, auf eine gute Einstellung zu achten. Wer unter starkem Stress steht, sollte versuchen, Anspannungen zu reduzieren oder wenigstens zwischendurch für ausreichende Entspannung zu sorgen. Dafür kann auch das Erlernen entsprechender Techniken (Autogenes Training, Yoga) hilfreich sein. Empfehlenswert ist auch, auf das Rauchen zu verzichten.

Autor: Charly Kahle

Stand: 01.04.2013

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