Herzmuskelentzündung (Myokarditis)

Herzmuskelentzündungen verlaufen häufig unbemerkt und klingen von alleine ab. Sie können aber auch schwer verlaufen und das Herz nachhaltig schädigen. Symptome, Ursachen und Behandlung im Überblick.

Synonyme

Myokarditis

Definition

Mediziner bezeichnen Herzmuskelentzündungen als Myokarditis. Der Begriff setzt sich zusammen aus der Fachbezeichnung für den Herzmuskel, dem Myokard, und der Endung -itis als Ausdruck für Entzündungen. Herzmuskelentzündungen können sehr unterschiedlich sein. In der überwiegenden Mehrheit der Fälle verursachen sie nicht einmal Beschwerden und klingen von alleine wieder ab. Und selbst wenn es zu Krankheitszeichen kommt, ist Myokarditis nicht leicht zu diagnostizieren. Denn die Symptome sind oft sehr unspezifisch. Das birgt Risiken. Aus einer leichten akuten Herzmuskelentzüdung kann sich ein schwerer oder chronischer Verlauf entwickeln. Dann drohen bleibende Herzschäden, beispielsweise in Form einer Rechtsherzinsuffizienz.

Symptome

Menschen mit einer leichten akuten Herzmuskelentzündung fühlen sich meistens lediglich nicht so leistungsähig wie sonst und ermüden schnell. Zuweilen kommt es auch zu Kopf- und Gliederschmerzen oder Erkältungssymptomen wie Husten, Schnupfen oder Fieber. Nur in wenigen Fällen erleichtern Symptome wie Herzrhythmusstörungen (insbesondere schneller Herzschlag bzw. Tachykardie) oder Atemnot die Diagnose. Bei schweren Herzmuskelentzündungen lässt die Pumpkraft des Herzens so stark nach, dass es im Herzen zu einem Blutstau kommt. Dadurch wird in den Gefäßen Wasser aus dem Blut ins umliegende Gewebe gedrückt. Es entstehen Ödeme. Geschieht dies in der Lunge, kommt es nicht selten zu einem lebensgefährlichen Lungenödem. Zudem kann die Überlastung das Herz so stark schädigen, dass auch nach überstandener Herzmuskelentzündung eine Rechtsherzschwäche oder Linksherzschwäche verbleibt.

Ursachen

Gut die Hälfte aller Herzmuskelentzündungen ist durch Viren verursacht. Dabei handelt es sich oft um Erkältungsviren, Grippeviren, Herpesviren oder Coxsackie B-Viren. Bakterien wie die Erreger von Scharlach, Angina oder Borreliose sowie einige Parasiten und Pilze zählen ebenfalls zu den Verursachern von Herzmuskelentzündungen. Eine nicht-infektiöse Myokarditis wird vor allem durch Fehlfunktionen des Immunsystems ausgelöst. Manchmal sind Herzmuskelentzündungen auch Nebenwirkung einer Behandlung. Das gilt etwa für die medikamentöse Therapie mit Antibiotika wie Penicillin und Ampicillin oder dem Entwässerungsmittel Hydrochlorothiazid (gegen Herzschwäche und zur Senkung des Blutdrucks). Auch das Antiparkinsonmittel Methyldopa oder Strahlentherapien können Myokarditis begünstigen.

Behandlung

Die Behandlung von Herzmuskelentzündungen orientiert sich an der Ursache. In vielen Fällen ist Bettruhe die beste Form der Therapie. Die Heilungsaussichten gelten als sehr gut. Bei unkomplizierten Verläufen ist die Myokarditis in der Regel nach ca. 6 Wochen ausgestanden. Nach der Genesung sollten es Betroffene langsam angehen und die körperliche Belastung schrittweise steigern. Schwere Verläufe von Herzmuskelentzündungen haben eine nicht ganz so gute Prognose. Nicht selten verbleiben Herzrhythmusstörungen, mitunter auch Herzschwäche. Nur in Ausnahmefällen wird das Herz so schwer geschädigt, dass nur eine Herztransplantation als letzte Option bleibt.

Autor: Charly Kahle

Stand: 02.11.2017

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