Hausstauballergie (Milbenallergie)

Hausstauballergien sind Allergien gegen Milben und machen ein Viertel aller Allergien aus. Unbehandelt können Hausstauballergien zu heftigen Hustenanfällen, Atemnot und Asthma führen. Hier finden Sie mehr über Symptome, Ursachen und Behandlung einer Hausstauballergie.

Synonyme

Hausstaubmilbenallergie, Milbenallergie

Definition

Milbenallergie Haustauballergie

Die Hausstauballergie (auch Hausstaubmilbenallergie oder kurz Milbenallergie genannt) ist eine spezielle Form der Allergie. Bei der Hausstauballergie reagiert das körpereigene Abwehrsystem übertrieben auf bestimmte kleine Eiweiße im Kot von Hausstaubmilben. Hausstaubmilben kommen in jedem Haushalt vor, ob reinlich oder verschmutzt. Sie ernähren sich von Hautschuppen, die unser Körper reichlich abstößt. Mit dem Hausstaub vermischt sich dann der Milbenkot, wird bei Luftzug aufgewirbelt (etwa beim Bettenmachen oder Staubwischen) und eingeatmet. Fließ- und Dauerschnupfen sind die Folge. Werden diese Symptome nicht frühzeitig und ausreichend gut behandelt, gehen Sie möglicherweise bis in die Lunge über. Dort verursachen sie dann allergisches Asthma. Mediziner nennen diese Verschiebung Etagenwechsel.

Verstecke der Hausstaubmilbe

Die Hausstaubmilbe versteckt sich gern sind Bettdecken, Matratzen, Kuscheltieren, Polstermöbeln und Teppichen. Im regelmäßig benutzten Bett ist das Allergierisiko am höchsten, denn dort genießen die Milben das feuchtwarme Klima, was sie zur Fortpflanzung anregt.

Häufigkeit

Die Hausstaubmilbe ist heutzutage der zweithäufigste Allergieauslöser. Etwa 25 Prozent aller Allergien sind Hausstauballergien.

Symptome

Die Symptome der Hausstauballergie sind vielfältig. Hausstauballergiker reagieren häufig mit gereizten Schleimhäuten, Dauerschnupfen, Niesanfällen, juckenden und tränenden Augen, Ohrenjucken und Halsschmerzen, seltener auch mit asthmatischem Husten und Asthmaanfällen. Diese Symptome ähneln denen des Heuschnupfens. Im Gegensatz zum Heuschnupfen sind die Beschwerden bei Hausstauballergie nicht saisonabhängig, sondern dauern das ganze Jahr über an.

Bei Verdacht auf Hausstauballergie empfiehlt sich grundsätzlich ein Arztbesuch. Bei Atemnot, Schock und Kreislaufzusammenbruch alarmieren Sie bitte umgehend den Rettungsdienst.

Ursachen

Die Ursache der Hausstauballergie ist eine übertriebene Reaktion des körpereigenen Abwehrsystems auf bestimmte Eiweiße im Milbenkot. Wie bei jeder anderen Allergie auch erkranken Menschen mit allgemeiner Allergieneigung häufiger an einer Hausstauballergie.

Besonders gefährdet, an einer Hausstauballergie zu erkranken, sind bettlägerige Menschen und kleine Kinder, da sie sehr viel Zeit im Bett verbringen.

Untersuchung

Die Diagnose der Hausstauballergie wird vom Arzt anhand der geschilderten Symptome gestellt. Bei entsprechendem Verdacht folgt in der Regel ein Hauttest (vor allem der Prick-Test). Beim Prick-Test tropft der Arzt einen Tropfen einer Allergenlösung (in diesem Fall mit Milbenkotproteinen) auf den Unterarm des Patienten. Anschließend ritzt er diese Hautstelle mit einer Lanzette ein. Bei einer Hausstauballergie reagiert die Haut kurze Zeit später mit Hautreaktionen, wie Pusteln, Quaddeln oder Rötung. Ebenfalls möglich ist eine Blutuntersuchung auf spezielle Antikörper.

Ihr Arzt wird Sie anschließend über die Therapie bei Hausstauballergie beraten und gemeinsam mit Ihnen eine Behandlungsstrategie entwickeln.

Behandlung

Die wichtigste Therapie bei Hausstauballergie ist, das auslösende Allergen zu meiden – im Fall der Hausstauballergie den Kot der Hausstaubmilbe. Man nennt das auch Allergenkarenz. Vorrangig geht es darum, den Milben die Nahrungsgrundlage (zum Beispiel Hautschuppen) zu entziehen und sie somit verhungern zu lassen. Weniger Milben bedeute auch weniger allergener Milbenkot. Zudem muss den Milben das feuchtwarme Klima genommen werden, in dem sie sich millionenfach vermehren. Folgende Möglichkeiten sind zu empfehlen:

Bettenhygiene

  • Betten oft und gründlich lüften
  • Matratzen alle vier Wochen absaugen, mindestens einmal pro Jahr nass reinigen bzw. reinigen lassen
  • Schaumstoffmatratzen und milbendichte Matratzenbezüge (Encasing) verwenden
  • waschbare Kopfkissen und Bettdecken (besser noch spezielle Allergiker Bettwäsche) anstelle von Daunenbettzeug anschaffen
  • Matratzen, Polstermöbel und Teppich mit milbentötenden Präparaten bzw. Milbenspray (mineralisch oder chemisch) behandeln.

Raumhygiene

  • Zimmer oft und gründlich lüften
  • Möglichst wenige Staublagerplätze wie Gardinen oder Pflanzen mit vielen Blättern
  • Polster, Teppich, Textilien mit einem Wasserstaubsauber oder Staubsauer mit Mikrofilter regelmäßig reinigen
  • glatte Bodenflächen nicht fegen, sondern feucht wischen
  • Luftreiniger mit Hepafiltern können die Raumluft zu fast 100 Prozent von Staub befreien.

Kuscheltiere

  • regelmäßig einen Tag lang in der Gefriertruhe lagern
  • waschbare Plüschtiere bevorzugen, diese regelmäßig waschen.

Ernährung

  • Hausstaubmilbenallergiker sollten vorsichtig sein beim Genuss von Schalentieren: Verschiedene Meerestiere und Schnecken enthalten wie der Milbenkot das Eiweiß Tropomyosin, das eine lebensbedrohliche allergische Reaktion, den anaphylaktischen Schock, auslösen kann.

Reisen

  • Urlaubsgebiete am Meer oder in den Bergen über 1.400 Meter Höhe bevorzugen
  • auf Angebote „für Allergiker geeignet“ zurückgreifen
  • Vorsicht beim Genuss von Krebs- und Schalentieren.

Weitere Therapiemaßnahmen bei Hausstauballergie

Als weitere Therapie bei Hausstauballergie wird von den meisten Medizinern eine Gewöhnungskur empfohlen. Diese Maßnahme wird Hyposensibilisierung genannt, ebenfalls gängig sind die Bezeichnungen spezifische Immuntherapie, Desensibilisierung oder Allergieimpfung. Dabei wird dem Hausstauballergiker das Allergen in sehr niedriger Konzentration verabreicht. Im Wochenabstand wird diese Allergendosis gesteigert, bis eine sogenannte „Erhaltungsphase“ erreicht ist. Anschließend reicht es aus, die allergene Substanz mit gleicher Dosis alle vier bis sechs Wochen zu geben. Im Normalfall dauert diese Therapie etwa drei Jahre. Ziel dieser Therapie ist, dass sich der Körper an die vermeintlich gefährlichen Stoffe gewöhnt und diese toleriert.

Hyposensibilisierung

Es gibt zwei Möglichkeiten der Hyposensibilisierung:

  • Standardmethode ist die subkutane Hyposensibilisierung oder subkutane Immuntherapie (SCIT). Hierbei wird die Allergenlösung unter die Haut (subkutan) gespritzt.
  • Alternativ wird die sublinguale Hyposensibilisierung oder sublinguale Immuntherapie (SLIT) eingesetzt. Dabei legt bzw. tropft sich der Patient das Allergen in einer speziellen Tablette oder Tropflösung unter die Zunge (sublinguale Gabe). Dieses Verfahren eignet sich zum Beispiel für Kinder oder Menschen, die keine Spritzen mögen.

Hyposensibilisierung nicht für jeden geeignet

Die Hyposensibilisierung greift in das körpereigene Abwehrsystem ein. Deshalb ist es für einige Menschen nicht zu empfehlen, nämlich für Patienten mit:

  • einer angeborenen oder erworbenen Abwehrschwäche
  • bösartigen Tumoren (Krebs)
  • schwerem Asthma bronchiale
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen (vor allem, wenn Beta-Blocker eingenommen werden).

Erkältungen und andere Entzündungen sollten vor einer Hyposensibilisierung komplett abgeklungen sein.

Medikamentöse Therapie der Hausstauballergie

Folgende Wirkstoffe können die Symptome bei Hausstauballergie lindern und das Leben der Hausstauballergiker erleichtern:

Frei verkäufliche Antihistaminika (sogenannte H1-Antagonisten, z. B. als Salben, Zäpfchen, Tabletten, Nasenspray):

  • Azelastin
  • Cetirizin
  • Clemastin
  • Dimetinden
  • Loratadin

Hinweis: Antihistaminika können müde machen. Vorsicht beim Autofahren oder beim Führen von Maschinen, insbesondere im Zusammenhang mit Alkoholgenuss!

Cromone (Nasentropfen und -spray, Augentropfen, Inhalationsspray)

  • Cromoglicinsäure
  • Nedocromil

Schleimhautabschwellende Mittel (Nasentropfen und -spray)

  • Naphazolin
  • Oxymetazolin
  • Tramazolin
  • Xylometazolin

Hinweis: nur für kurzzeitige Anwendung geeignet!

Verschreibungspflichtige Medikamente bei Hausstauballergien

Topische Glukokortikosteroide (Inhalationssprays)

  • Beclometason
  • Budesonid
  • Flunisolid
  • Fluticason
  • Mometasonfuroat

Orale Kortikosteroide (in besonders akuten oder schweren Fällen)

  • Prednisolon
  • Prednison.

Autor: Charly Kahle

Stand: 01.02.2013

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