Hammerzehen

Was sind Hammerzehen, was lässt sich dagegen tun und wie vorbeugen? Mehr über Symptome, Ursachen und Behandlung.

Synonyme

Digitus malleus, Hallux malleus

Definition

Arzt untersucht Fußzeh

Die meisten Menschen haben Hammerzehen bereits einmal gesehen. Bei Hammerzehen ist meistens das Mittelgelenk der Zehen (proximales Interphalangealgelenk) verschoben oder sogar versteift. Mediziner sprechen von einer Beugekontraktur. Das sichtbare Ergebnis: Der Vorderzeh liegt nicht nahezu plan, sondern fällt wie in Form eines Hammers. Wenn die 3 mittleren Zehen betroffen sind, bezeichnen Ärzte das als Digitus malleus. Wenn die Großzehe sich zur Hammerzehe verformt, lautet die Diagnose Hallux malleus. Wenn Hammerzehen Beschwerden verursachen, lassen sie sich meistens nur noch durch eine Operation aus der Welt schaffen.

Häufigkeit

Hammerzehen gelten als die häufigste Form der Zehendeformation. In Deutschland werden mehr als 100.000 Menschen mit Digitus malleus oder Hallux malleus operiert. Die meisten von ihnen sind Frauen.

Symptome

Sichtbares Symptom der Hammerzehe ist die krallenförmige bzw. hammerartige Verformung der betroffenen Zehen. Sie wölben sich in der Mitte auf, das Endglied steht nahezu senkrecht in Richtung Sohle. Diese Fehlstellung verursacht nicht zwingend Schmerzen oder andere Symptome. Deshalb werden Hammerzehen häufig erst behandelt, wenn die Zehengelenke und der sie haltende Sehnen- und Bänderapparat schwer geschädigt sind.

Häufig stören sich Betroffene zunächst vor allem am optischen Eindruck und empfinden die Hammerzehen als kosmetisch störend. Wenn Hammerzehen sich weiter verstärken, reiben sie sich am Schuhwerk. Das führt häufig zu Hühneraugen und vermehrter Hornhautbildung. In diesem Stadium finden sich meist keine passenden Schuhe mehr. Gleichzeitig nehmen die Beschwerden, vor allem Fußschmerzen, immer weiter zu.

Ursachen

Hammerzehen sind in seltenen Fällen angeboren. Die häufigste Ursache von Digitus malleus aber ist die Kombination von falschem Schuhwerk und Bindegewebsschwäche. Beide Faktoren treffen vor allem auf Frauen zu. Sie tragen oft zu kleine, zu hohe und zu enge Schuhe. Zudem ist das Bindegewebe von Frauen schwächer ausgeprägt als das von Männern. Unfälle, neurologische oder neuromuskuläre Erkrankungen, Diabetes und chronische Gelenkentzündungen wie rheumatoide Arthritis sowie Hohl- und Spreizfuß begünstigen die Bildung von Hammerzehen.

Die Hammerstellung der Zehen selbst entsteht durch eine Überlastung der Zehengelenke. In den meisten Fällen sind die Mittelgelenke der inneren Zehen (proximale Interphalangealgelenke) betroffen, in selten Fällen auch die Zehenendgelenke (dorsale Interphalangealgelenke). Außerdem sind Hammerfehlstellungen der Großzehen möglich.

Durch die Überlastung verschieben und/oder versteifen sich die Gelenke sowie der haltende Bandapparat. Wenn die Zehengelenke auskugeln, sprechen Mediziner vom Krankheitsbild der Krallenzehe.

Behandlung

Hammerzehen sollten so früh wie möglich behandelt werden, damit die Fehlstellung sich nicht weiter verschlechtert. Am Anfang der Behandlung stehen einfache Methoden. Dazu zählen beispielsweise Schuhe, die den Zehen Platz lassen. Orthopädische Einlagen helfen, den Fuß zu entlasten. Hilfsmittel wie Pflaster oder in den Schuh geklebte Filzringe lindern zwar Druckbeschwerden, tragen aber nicht zur ursächlichen Behandlung bei.

Wenn Hammerzehen starke Schmerzen verursachen, ist es für eine konservative Behandlung in den meisten Fällen schon zu spät. Dann hilft nur noch eine Operation, bei der die Zehengelenke sowie der Bänder- und Sehnenapparat korrigiert werden.

Vorbeugung

Hammerzehen lassen sich vergleichsweise leicht vorbeugen. Am einfachsten gelingt das durch Schuhe, die den Zehen einerseits ausreichend Platz lassen und andererseits so flach sind, dass sie den Vorderfuß nicht übermäßig strapazieren. Barfußlaufen und Zehengymnastik helfen, den Fuß insgesamt zu stabilisieren. So trainierte Füße überstehen auch die Belastung durch gelegentliches Tragen hochhackiger Damenschuhe.

Autor: Charly Kahle

Stand: 26.04.2019

  • Auf Whatsapp teilenTeilen
  • Auf Facebook teilen Teilen
  • Auf Twitter teilenTeilen
  • MerkenMerken
  • DruckenDrucken
  • SendenSenden
Newsletter
Newsletter

Unser Newsletter informiert Sie wöchentlich zu News und Infos rund um die Gesundheit.