Synonyme

Ballenzeh, Ballenzehen

Definition

Hallux vagus

Als Hallux valgus bezeichnen Mediziner eine Fehlstellung, bei der eine oder beide Großzehen stark nach innen zu den übrigen Zehen zeigen. Hallux bedeutet Großzehe, valgus steht für die Fehlstellung, die Orthopäden als Valgusstellung bezeichnen. Durch die Fehlstellung bildet sich an der Fußinnenseite ein Ballen. Daher lautet der umgangssprachliche Begriff für Hallux valgus Ballenzeh. Die Schiefstellung der Großzehe findet sich fast ausnahmslos bei Frauen. Begünstigt wird sie vor allem durch Form und Aufbau von Damenschuhen sowie schwaches Bindegewebe. Eine andere Zehenfehlstellung ähnlicher Ursache sind Hammerzehen.

Symptome

Auffälligstes Merkmal von Hallux valgus ist eine stark nach innen (in Richtung der anderen Zehen) verzogene Großzehe. Auch der 1. Mittelfußknochen ist in Mitleidenschaft gezogen. Durch die gestörte Biomechanik des Fußes bildet sich mit der Zeit ein sichtbarer Ballen an der Fußinnenseite. Folge der Fehlstellungen sind häufig Schleimbeutelentzündungen in den Zehengelenken, die starke Schmerzen verursachen können.

Ursachen

Verursacht wird der Hallux valgus fast immer durch hochhackige, kurze und spitze Schuhe. Diese typischen Eigenschaften von vielen Frauenschuhen lassen den Zehen einerseits nicht genug Platz und belasten den Mittelfuß überdurchschnittlich stark. In Deutschland zeigt sich der beginnende Hallux valgus häufig schon bei Mädchen im Schulalter.

Die Schuhe, schwaches Bindegewebe und eine erblich begünstigte Neigung führen in der Regel zunächst zu Spreizfüßen. Danach entwickelt sich der Hallux valgus.

Es gibt auch nicht erworbene Formen der Zehenfehlstellung: Zuweilen kommen Kinder bereits mit vollständig fehlgestellter Großzehe (Hallux valgus interphalangeus) zur Welt.

Behandlung

In vielen Fällen lässt sich Hallux valgus konservativ, also ohne Operation, behandeln. Im Anfangsstadium – insbesondere im Wachstum – lässt sich die Fehlstellung mitunter durch flaches Schuhwerk mit ausreichend Platz für die Zehen zurückbilden. Barfußlaufen und Zehentrenner wirken ebenfalls positiv.

Ansonsten sind physiotherapeutische Behandlungen mit Fußgymnastik und orthopädische Hilfsmittel wie Einlagen, Nachtschienen oder Bandagen geeignet, das Fortschreiten der Ballenzehbildung zu verlangsamen oder aufzuhalten.

Wenn die konservativen Behandlungsmethoden nicht ausreichen, um die Fußschmerzen zu lindern, bleiben nur operative Korrekturen.
 

Autor: Charly Kahle

Stand: 26.04.2019