Hallux rigidus (Steife Großzehe)

Hallux rigidus ist eine Arthrose des Großzehengrundgelenks und wird oft auch einfach als Hallux oder steife Großzehe bezeichnet. Hier erfahren Sie mehr über Symptome, Ursachen und Behandlung von Hallux rigidus.

Synonyme

Großzehengrundgelenkarthrose, Großzehensteife, steife Großzehe, Hallux flexus

Definition

Fußzeh schmerzen

Das orthopädische Krankheitsbild Hallux rigidus wird in der Umgangssprache oft als Hallux oder einfach als steife Großzehe bezeichnet. Es handelt sich um eine spezielle Form der abnutzungsbedingten Gelenkerkrankung Arthrose. Meistens entwickelt sich Hallux rigidus über einen Zeitraum von Monaten oder Jahren. In der Regel ist nur ein Fuß betroffen. Das Vorstadium wird mitunter als Hallux limitus bezeichnet. Hallux rigidus kann alleine oder zusammen mit Hallux valgus auftreten.

Symptome

Charakteristische Symptom von Hallux rigidus sind Schwellung und sehr eingeschränkte Beweglichkeit der Großzehe. Diese Symptome behindern das Abrollen beim Gehen und schränken damit die Gehfähigkeit mitunter erheblich ein. Zuweilen versteift das Großzehengrundgelenk sogar ganz. Dann kann die Großzehe gar nicht mehr bewegt werden. Darüber hinaus ist die Großzehensteife in vielen Fällen sehr schmerzhaft, insbesondere bei Belastung des Fußes. Daraus resultieren nicht selten Gangstörungen und schwielenartige Veränderungen an der Außenseite des Fußes, die weitere Beschwerden nach sich ziehen.

Ursachen

Die Ursachen von Hallux rigidus lassen sich meistens nicht herausfinden. Es ist nicht klar, warum es bei einigen Menschen zu Hallux rigidus kommt, die Großzehenarthrose sich bei anderen aber nicht ausbildet.

Als Risikofaktoren für eine erhöhte Wahrscheinlichkeit von Hallux rigidus gelten:

  • erbliche Faktoren
  • Pronation: flaches Fußlängsgewölbes mit nach innen geknickter Ferse
  • Fehl- bzw. Überbelastungen
  • schlecht passendes Schuhwerk
  • Traumata wie Brüche, Entzündungen oder Operationen
  • Gicht.

Behandlung

Frühzeitig erkannt sprechen Großzehengrundgelenkarthrosen in der Regel sehr gut auf eine konservative Behandlung an. Insbesondere krankengymnastische Übungen und/oder Elektrotherapien (Gleichstrom oder Wechselstrom) können sehr gut dazu beitragen, die Beweglichkeit der Großzehe und des Fußes insgesamt zu erhalten bzw. zu verbessern. Orthopädische Einlagen wie Rigidus-Federeinlagen oder Ballenrollen sind eine weitere Möglichkeit.

Bei zunehmenden Schmerzen und entzündlichen Veränderungen kommt eine medikamentöse Therapie von Hallux rigidus mit entzündungshemmenden Medikamenten wie Ibuprofen, Diclofenac oder Naproxen infrage. Viele Orthopäden und Betroffene vertrauen darüber hinaus auf Injektionsbehandlungen mit Hyaluronsäure. Mitunter werden auch Injektionen mit Glukokortikoiden wie Betamethason und lokalen Betäubungsmitteln wie Lidocain und Procain gegeben. Als schmerzlindernd gelten auch Salben mit dem pflanzlichen Wirkstoff Teufelskralle.

Wenn Physiotherapie und medikamentöse Behandlung keinen ausreichenden Nutzen bringen, können mitunter Operationen Linderung bringen. Nutzen und Risiko der OP sollten jedoch gründlich abgewogen werden, denn die Erfolgsaussichten sind nicht sicher.

Zu den typischen OP-Methoden gehören die Entfernung veränderter Gelenkanteile (Resektionsarthroplastik nach Brandes), die Verkürzung des Mittelfußknochens (Osteotomie) oder die komplette Versteifung des Großzehengrundgelenkes (Arthrodese).

Autor: Charly Kahle

Stand: 17.04.2018

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