Glutamatunverträglichkeit

Ob die unter Glutamatunverträglichkeit zusammengefassten allergieähnlichen Symptome und Muskelbeschwerden tatsächlich durch Glutamate hervorgerufen werden, gilt in der Medizin als sehr umstritten. Ausführliche Informationen im Ratgeber Glutamatunverträglichkeit.

Synonyme

China-Restaurant-Syndrom, Hot-Dog-Kopfschmerz

Definition

Juckreiz

Ob Glutamatunverträglichkeit ihren Namen zu Recht trägt, ist bei Medizinern sehr umstritten. Jedenfalls betrachten die meisten Ärzte und Nahrungsmittelexperten die Studien über das sogenannte China-Restaurant-Syndrom oder den Hot-Dog-Kopfschmerz als nicht sehr aussagekräftig. Die Bezeichnung China-Restaurant-Syndrom entstand Ende der 1960-er Jahre in den USA. Dort war einem Arzt aufgefallen, dass er nach Essen in China-Restaurants wiederholt unter Missempfindungen, Kopfschmerzen und Muskelverspannungen litt. Schnell war die These geboren, dass die in der asiatischen Küche häufig als Geschmacksverstärker verwendeten Glutamate die Ursache seien.

Tatsächlich spricht Einiges dafür, dass Glutamate nicht die Ursache für das China-Restaurant-Syndrom sein dürften. Mehr dazu lesen Sie unter Ursachen.

Symptome

Charakteristisch für Glutamatunverträglichkeit ist, dass die folgenden Symptome innerhalb von wenigen Minuten nach dem Verzehr einer Mahlzeit auftreten:

  • Mundtrockenheit
  • Kopfschmerzen
  • Herzklopfen
  • Übelkeit
  • Gliederschmerzen
  • Hautrötungen
  • Hitzewallungen
  • Gesichtsmuskelstarre
  • Juckreiz.

Diese Symptome müssen nicht alle gemeinsam auftreten und sind je nach Individuum auch unterschiedlich stark ausgeprägt. Meistens vergehen die Beschwerden innerhalb von kurzer Zeit, zuweilen auch erst nach Stunden.

Ursachen

Die Ursache des China-Restaurant-Syndroms wird in der Medizin durchaus kontrovers diskutiert. Es gibt eine ganze Reihe von Fallberichten, in denen geschildert wird, dass die Beschwerden nach glutamatgewürzten Mahlzeiten auftreten. Kritiker wenden aber ein, dass keiner der Fallberichte einen kausalen Zusammenhang von Beschwerden und Glutamatgehalt des Essens belegen. Ebenso gut könnten die Symptome von anderen Bestandteilen der Mahlzeiten ausgehen.

Gegen die These der Glutamatunverträglichkeit spricht außerdem, dass unser Körper Tag für Tag Glutamate bildet. Glutamate sind Salze der Glutaminsäure. Diese Säure wiederum ist in allen tierischen Nahrungsmitteln natürlicherweise enthalten. Mit der Nahrung nehmen wir täglich etwa 10 Gramm natürliche Glutaminsäure bzw. natürliches Glutamat auf. Warum also sollte der Körper nur nach Mahlzeiten in China-Restaurants mit Glutamatunverträglichkeit reagieren.

Für die These der Glutamatunverträglichkeit führen Unterstützer an, dass die Symptome mit einer Erregung des vegetativen Nervensystems einhergehen. Tatsächlich erfüllt Glutamat im Körper die Rolle einen aktivierenden Botenstoffes (Neurotransmitters) im Nervensystem.

Die Gesundheitsbehörden von Europa und den USA haben synthetische Glutamate als unbedenkliche Lebensmittelzusätze eingestuft. Es ist keine Tageshöchstdosis festgelegt. In Deutschland ist der meistvertriebene Geschmacksverstärker Natriumglutamat lediglich in Babynahrung verboten. Fleisch- und Fischkonserven sowie Fertiggerichte dürfen 1 Prozent Natriumglutamat enthalten, Fertigsoßen sogar doppelt so viel. Am höchsten ist der Anteil von Natriumglutamat in Würzmitteln. Sie dürfen bis zu 50 Prozent des Geschmacksverstärkers enthalten.

Untersuchung

Die Diagnose von Glutamatunverträglichkeit stützt sich allein auf die Beobachtungen des Betroffenen. Einen Test oder andere Nachweisverfahren gibt es angesichts der ungeklärten Ursache nicht.

Behandlung

Eine Therapie der Glutamatunverträglichkeit ist nicht bekannt. Da die Symptome meistens innerhalb von wenigen Stunden vergehen, erscheint eine Behandlung auch nicht notwendig.

Vorbeugung

Wenn es eine Glutamatunverträglichkeit gibt, ist sie wahrscheinlich erblich bedingt und ihr wäre nicht sicher vorzubeugen. Die Beschwerden aber lassen sich durch den Verzicht auf mit Glutamat gewürzte Speisen vermeiden. Glutamate als Geschmacksverstärker sind nicht nur in der asiatischen Küche (und dort besonders in Soja-Soßen), sondern auch in zahlreichen industriell hergestellten Lebensmitteln sowie Fast Food-Produkten enthalten.

Zu erkennen sind Glutamate in Lebensmitteln an den Bezeichnungen E 620 bis E 625. Zubereitungen, die keines der E-Glutamate enthalten, dürfen mit der Bezeichnung „ohne Geschmacksverstärker“ werben. Das ist allerdings irreführend. Die in diesen Produkten häufig eingesetzten Trockenhefeextrakte wirken ebenfalls geschmacksverstärkend – möglicherweise aufgrund des in hoher Konzentration enthaltenen natürlichen Glutamats.

Autor: Charly Kahle

Stand: 01.07.2017

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