Filariose (Fadenwurminfektion)

Filariosen sind parasitäre Infektionen mit Fadenwürmern. Hier erfahren Sie alles Wichtige über Symptome, Ursachen und Behandlung von Fadenwurminfektionen.

Synonyme

Filariasis

Definition

Wurm in Blutbahn

Als Filariosen bezeichnen Mediziner parasitäre Infektionen mit Fadenwürmern (Filarien) der Gattung Filarioidea. Gelangen diese Würmer in einen menschlichen Wirt, siedeln sie sich - je nach Filarienart - im Lymphsystem oder auch im Unterhaut- und Bindegewebe an. Dort verursachen sie langfristig meist schwer verlaufende Krankheitsbilder.

Das bekannteste Krankheitsbild unter den Filariosen ist die Elephantiasis. Weniger bekannt ist die Vorstufe der Elefantenmensch-Krankheit, die lymphatische Filariasis. Die Filarienart Loa loa löst als sogenannter Augenwurm eine Filariose im Auge aus. Eine weitere Filariose ist die Flussblindheit (Onchozerkose) durch den Fadenwurm Onchocerca volvulus.

Filariosen zählen zu den Tropen- und Reisekrankheiten, weil die Erreger ausschließlich in den Tropen leben.

Symptome

Filariosen bleiben häufig über lange Zeit unbemerkt, da die Inkubationszeit dieser Wurminfektion mehrere Jahre betragen kann. Üblicherweise treten die ersten Symptome von lymphatischer Filariasis aber einige Monate nach dem Kontakt mit dem Parasiten auf.

Erste äußerlich wahrnehmbare Anzeichen dieser Filariose sind stellenweise gerötete und geschwollene Arme oder Beine. Wenn die Wurmlarven in den Lymphbahnen weiter heranwachsen, verstärken sich Rötungen und Schwellungen. Kurze Zeit später setzen meistens Fieberschübe ein, die sehr heftig ausfallen können und nicht selten von starker Übelkeit und einem ausgeprägten Krankheitsgefühl begleitet sind. Im weiteren Verlauf schwellen bei Männern die Geschlechtsteile stark an. Bei Frauen weiten sich Schwellungen auf die Brüste aus.

Spätestens in diesem Stadium sollte eine Behandlung einsetzen. Ansonsten besteht das Risiko, dass die lymphatische Filariasis sich zum Vollbild der Elephantiasis ausbildet.

Ursachen

Ursache der lymphatischen Filariasis und aller anderen Filariosen ist eine Infektion mit Filarien-Würmern. Übertragen wird die Infektion durch Insektenstiche von Mensch zu Mensch. Mit den Stichen gelangen Wurmlarven (sogenannte Mikrofilarien) in den Organismus. Die Mikrofilarien bewegen sich zunächst mit dem Blutstrom durch den Körper, ehe sie sich im Lymphsystem oder Unterhaut- und Bindegewebe ansiedeln, wo sich stark vermehren und heranwachsen. Manche Arten wandern anschließend durch den Organismus. Der Augenwurm beispielsweise wird in der Bindehaut oder über dem Augapfel sichtbar.

Die Bezeichnung Mikrofilarien spiegelt wieder, dass die Fadenwurmlarven mit nur wenigen Mikrometern so klein sind, dass sie nur unter dem Mikroskop zu erkennen sind. Ein Mikrometer ist ein Millionstel Meter.

Wichtigste Überträger der lymphatischen Filariasis sind die Aedesmücke (Gelbfiebermücke) und die Anopheles-Mücke (Malaria-Mücke). Lao Lao (Augenwurm) wird bevorzugt durch Bremsen übertragen. Überträger der sogenannten Flussblindheit sind vor allem Kriebelmücken.

Behandlung

Die Behandlung von Filariasis sollte so früh wie möglich beginnen. Als medikamentöse Wirkstoffe stehen Antiwurmmittel wie Albendazol, Avermectin oder Diethylcarbamazin zur Verfügung.

Autor: Charly Kahle

Stand: 25.01.2018

  • Auf Whatsapp teilenTeilen
  • Auf Facebook teilen Teilen
  • Auf Twitter teilenTeilen
  • MerkenMerken
  • DruckenDrucken
  • SendenSenden
Anzeige