Fettleber

Alkohol und eine fettreiche, kalorienhaltige Ernährung können die Leber schädigen und zu einer sogenannten Fettleber führen. Fettleber verursacht zunächst keine Symptome, kann aber zu ernsthaften Erkrankungen führen. Lesen Sie mehr über die Symptome, Ursachen, Therapie und Vorbeugung von Fettleber.

Synonyme

Steatosis hepatis

Definition

Burger-Pommes

Fettleber (Steatosis hepatis) gehört zu den häufigsten Lebererkrankungen. Viele Menschen meinen, dass es sich dabei um eine verfettete Leber bei Übergewichtigen handelt. Das ist jedoch nur bedingt richtig.

Eine Fettleber entsteht auch durch übermäßigen Alkoholkonsum. Mediziner sprechen dann von einer „alkoholischen Fettleber". Fettleber kann ernste Folgen nach sich ziehen, wie zum Beispiel eine Fettleber-Hepatitis.

Symptome

Zunächst macht eine Fettleber keine Beschwerden. Symptome kommen erst, wenn sich die verfettete Leber vergrößert und schwerer wird. Typisch sind dann Appetitlosigkeit, Müdigkeit, Schlappheit und verminderte Leistungsfähigkeit. Zudem leiden die Betroffenen häufig an Blähungen und Völlegefühl. Mitunter kommen Übelkeit und Beschwerden im rechten Oberbauch (Schmerzen, Druckgefühl) hinzu.

Ursachen

Eine Fettleber kann viele Ursachen haben. Sie beruht auf einer Störung des Fettsäure- und Triglyceridstoffwechsels in den Leberzellen. Am häufigsten verfettet die Leber aufgrund einer zu fettreichen Ernährung (Missverhältnis zwischen Kalorienzufuhr und Kalorienverbrauch) und Übergewicht.

Ernährung und Fettleber

Besonders Menschen mit zu viel Bauchfett (die typische Apfelform) haben ein erhöhtes Risiko, eine Fettleber zu bekommen. Überschüssiges Fett wird nämlich nicht nur unter der Haut abgelagert. Auch Organe, in diesem Fall die Leber, können verfetten. Dieses Fettgewebe sondert verschiedene Substanzen ab, insbesondere entzündungsfördernde Botenstoffe und freie Fettsäuren. Das führt zu einer erhöhten Gefahr von Bluthochdruck und Diabetes. Diabetes selbst ist wiederum ein Risikofaktor für Fettleber. Der zu hohe Blutzuckerspiegel und die verminderte Insulinproduktion bedingen nämlich mitunter eine Neubildung von Fetten in der Leber.

Alkohol und Fettleber

Fettleber wird auch durch übermäßigen Alkoholgenuss verursacht. Alkohol ist nämlich mit einem Brennwert von 7,1 Kilokalorien pro Gramm sehr energiereich. Zudem schädigt Alkohol die Leberzellen, wenn er in der Leber verarbeitet wird. Dabei wird ein Enzym produziert, das die Fettsäurebildung in der Leber unterstützt. Diese Fettsäuren (Triglyceride) verbleiben in der Leber und führen zu einer Fettleber.

Fettleber durch Mangelernährung

Auch wenn es paradox klingt: Fettleber kann auch durch Mangelernährung bedingt sein. Andauernder Hunger und Durst (wie zum Beispiel bei Magersucht) bedeuten zu wenig Kalorien. Sind die Kohlenhydratspeicher leer, setzt eine Zuckerneubildung ein – und zwar in der Leber. Dafür ist unter anderem Eiweiß notwendig. Wird aufgrund einer extremen Diät oder Mangelernährung aber kein Eiweiß zugeführt, kommt es zu einer gestörten Zuckerneubildung. Dabei entstehen Fetttröpfchen, die der Stoffwechsel in der Leber nicht verarbeiten kann. Diese werden dann in und um die Leber herum abgelagert. Folge ist eine Fettleber.

Andere Ursachen

Andere Ursachen, die zu einer Fettleber führen, sind:

  • Medikamente, wie der schmerzstillende Wirkstoff Acetylsalicylsäure (darf nicht bei Kindern unter 14 Jahren gegeben werden), zellschädigende Mittel bei einer Chemotherapie, hochdosierte Östrogene oder Valproat (ein Wirkstoff gegen Epilepsie)
  • Noxen, wie Pilzgifte, Phosphor und chlorierte Kohlenwasserstoffe
  • Lebererkrankungen wie Hepatitis
  • Schwangerschaft
  • Stoffwechselkrankheiten wie Galaktosämie oder Fruchtzuckerunverträglichkeit

Generell tun übergewichtige Menschen gut daran, einen Arzt aufzusuchen. Denn Übergewicht begünstigt nicht nur Fettleber, sondern noch viele Krankheiten mehr. Das Gleiche gilt bei Magersucht sowie für Menschen, die übermäßig viel Alkohol trinken. Wiederholte und andauernde Oberbauchbeschwerden sollten jeden Menschen zum Arzt führen. Der kann gegebenenfalls die Behandlung der Fettleber einleiten.

Untersuchung

Häufig wird eine Fettleber zufällig bei einer Ultraschalluntersuchung des Bauches entdeckt. Auch Blutuntersuchungen weisen auf eine verfettete Leber hin. In vielen Fällen sind bei Fettleber die Werte für Leberenzyme (Transaminasen) erhöht.

Biopsie bei Fettleber

Die sicherste Methode, eine Fettleber nachzuweisen, ist die Leberbiopsie. Dabei wird eine geringe Menge Leberzellen entnommen, die unter dem Mikroskop beurteilt werden. Zudem kann auch eine Magnetresonanztomografie (MRT) zur Diagnose von Fettleber eingesetzt werden.

Behandlung

Die Fettleber an sich ist mit Medikamenten schlecht behandelbar. Darum ist es wichtig, vor allem die auslösenden Erkrankungen wie Übergewicht, Alkoholismus oder Magersucht zu behandeln.

Selbsthilfe bei Fettleber

Die effektivsten Maßnahmen zur Selbsthilfe bei einer Fettleber sind die Umstellung der Ernährung, mehr Bewegung und weniger Alkohol. Unternimmt der Patient rechtzeitig etwas gegen die verfettete Leber, kann sich das Stoffwechselorgan sogar wieder vollständig erholen.

  • Trinken Sie keinen Alkohol. Alkoholabhängige sollten sich vertrauensvoll an ihren Arzt wenden. Sie sind mit Ihrer Sucht nicht allein, nehmen Sie Hilfsmaßnahmen an. Denn nur der komplette Verzicht auf Alkohol hilft, eine Fettleber zu regenerieren.
  • Achten Sie auf eine frische, abwechslungsreiche und gesunde Ernährung.
  • Nehmen Sie ab. Erkundigen Sie sich bei Ihrer Krankenkasse nach entsprechenden Programmen. Oder schließen Sie sich mit anderen übergewichtigen Menschen zusammen und versuchen Sie gemeinsam abzunehmen. In der Gemeinschaft fällt ein Gewichtsverlust oft leichter.
  • Machen Sie keine extremen Diäten oder Hungerkuren. Einerseits schaden diese der Leber, andererseits kommt danach häufig der sogenannte Ping-Pong-Effekt und Sie haben oft mehr Gewicht auf den Rippen als vorher. Besser ist eine langfristige Gewichtsabnahme.
  • Vermeiden Sie tierische und bevorzugen Sie pflanzliche Fette. Statt Butter und Schmalz zum Anbraten, sind Sonnenblumen- oder Rapsöl eine Alternative.

Autor: Charly Kahle

Stand: 01.05.2013

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