Endometriose

Als Endometriose werden Wucherungen der Gebärmutterschleimhaut bezeichnet. Hier finden Sie mehr über Symptome, Ursachen und Behandlung von Endometriose.

Synonyme

Gebärmutterschleimhautwucherung, Adenomyosis

Definition

Frau mit Menstruationsbeschwerden

Mit Endometriose bezeichnen Mediziner Wucherungen der Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutterhöhle. Die Gebärmutterschleimhaut selbst wird fachsprachlich Endometrium genannt. Der Begriff leitet sich ab von den griechischen Worten für innen (endo), Gebärmutter (metrio) und Erkrankung/Anhäufung (Endung –ose).

Die Schleimhautwucherungen bei Endometriose sind in aller Regel gutartig. Grundsätzlich kann sich die Gebärmutterschleimhaut im ganzen Körper ansiedeln. Es sind bereits (sehr seltene) Fälle von Endometriose im Gehirn oder der Lunge beschrieben. In der überwiegenden Mehrheit bilden sich die Herde in

  • Unterbauch und Becken (Endometriose des Beckenperitoneums)
  • Eierstöcken (Endometriose des Ovars)
  • Scheidenwand und Scheide (Endometriose des Septum rectovaginale und der Vagina)
  • Darm (Endometriose des Darms)
  • Narben (Endometriose in Hautnarbe).

Häufigkeit

Die Häufigkeit von Endometriose ist nicht sicher bekannt. Der Berufsverband der Frauenärzte schreibt, Endometriose sei bei etwa 5 Prozent aller gynäkologischen Vorsorgeuntersuchungen nachzuweisen. In bis zu 60 Prozent der Fälle ist die Erkrankung Ursache unerfüllten Kinderwunsches.

Studien zufolge erkranken in Deutschland etwa 40.000 Frauen an Endometriose, die meisten von ihnen im Alter zwischen 25 und 35 Jahren (Durchschnittsalter: 28).

Symptome

Endometriose beginnt in den meisten Fällen sehr langsam und verursacht daher häufig über viele Jahre keine Symptome. Selbst bei Vorsorgeuntersuchungen werden kleinste und kleine Herde in den Eileitern oder im Unterbauch nicht bemerkt.

Je nach Lage und Größe der Schleimhautherde verursacht Endometriose Schmerzen, die in der Regel menstruationsabhängig auftreten. Nicht selten werden die Schmerzen auch chronisch und verstärken sich mit der Periode. Schmerzen beim Geschlechtsverkehr sowie beim Wasserlassen oder Beschwerden beim Stuhlgang sind weitere Symptome bei bestimmten Formen von Endometriose.

Zudem ist die Erkrankung einer der häufigsten Ursachen für unerfüllten Kinderwunsch bzw. Unfruchtbarkeit.

Ursachen

Die Ursachen für Endometriose sind bislang bekannt. Es gibt aber unterschiedliche Erklärungsversuche. So geht man beispielsweise davon aus, dass durch kleinste Verletzungen des Endometriums Schleimhautzellen abgespalten werden und über die Eileiter in den Bauchraum gelangen. Ein anderer Ansatz vermutet, dass solche Zellen über Blut- und Lymphgefäße in den Körper gestreut werden. Da Endemotriose familiär gehäuft auftritt, darf man davon ausgehen, dass die Neigung zu den Schleimhautwucherungen vererbt wird.

Behandlung

Eine ursächliche Behandlung von Endometriose ist wegen der unbekannten Ursache nicht möglich. Zudem muss Endometriose nicht zwangsläufig behandelt werden. Sinnvoll ist die Therapie erst, wenn sich Beschwerden wie Schmerzen einstellen. Oder wenn Endometriose etwa die Ursache für unerfüllten Kinderwunsch darstellt.

Bei gering ausgeprägten Beschwerden setzen die meisten Frauen und Frauenärzte auf eine nicht-operative Behandlung. Gegen Schmerzen helfen klassische Schmerzmittel wie Diclofenac, Ibuprofen, Naproxen oder Indometacin. Bei krampfhaften Schmerzen können Butylscopolamin oder Methocarbamol die Beschwerden häufig lindern. Zuweilen kommen auch Hormonpräparate wie Medroxyprogesteronacetat, Chlormadinoacetat, Levonorgestrel oder Dienogest zum Einsatz, um den Zyklus zu unterbrechen und damit sowohl das Wachstum der Endometriose als auch die Intensität der Beschwerden zu lindern.

Viele Frauen profitieren zudem von Entspannungsübungen und regelmäßiger Bewegung.

Wenn die konservativen Behandlungsmethoden nicht ausreichen, bleibt die operative Therapie von Endometriose. Dabei werden die Schleimhautherde chirurgisch entfernt. Je nach Lage und Größe der Schleimhautwucherungen kommen unterschiedliche Methoden infrage. Bei sogenannten Exzisionen werden Herde über die Scheide entfernt. Geschwüre im Bauchraum beispielsweise können bei einer Bauchspiegelung (Laparoskopie) oder über einen Bauchschnitt (Laparotomie) entfernt werden.

Autor: Charly Kahle

Stand: 03.05.2018

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