Ekzeme – nicht infektiöse Hautauschläge

Ekzeme sind häufig Hinweis auf eine Allergie. Kommt die Haut in Kontakt mit dem Allergen, treten juckende Hautausschläge auf. Mit Hilfe eines Allergietests kann die Ursache bestimmt und eine entsprechende Vorsorge getroffen werden. Ekzeme können jedoch auch in Form der nicht heilbaren Hauterkrankung Neurodermitis auftreten. Im Ratgeber Ekzeme erfahren Sie mehr über die verschiedenen Ursachen, die Therapie und die Hautpflege bei Ekzemen.

Synonyme

Juckflechte, atopisches Ekzem, seborrhoisches Ekzem, Kontaktdermatitis, endogenes Ekzem, Dermatitis, exogenes Ekzem

Definition

Ekzeme bei einem Baby

Ekzem ist ein Sammelbegriff für nicht-infektiöse Entzündungsreaktionen der Haut, die mit Hautausschlag und anderen Hautveränderungen einhergehen. Ekzeme sind die mit Abstand häufigste Form der Hauterkrankung. Entzündliche Hautveränderungen fassen Mediziner im deutschen Sprachraum unter dem Begriff Dermatitis zusammen. Darunter fallen jedoch auch infektiöse Hauterkrankungen. Im Englischen hingegen werden Ekzeme („eczmea“) als „dermatitis“ bezeichnet.

Ekzeme sind überaus vielgestaltig und gehen auf unterschiedlichste Ursachen zurück. Daher gibt es eine ganze Reihe von Klassifizierungen. Zunächst einmal unterscheiden Mediziner zwischen äußerlichem (exogenem) Ekzem und innerlichem (endogenem) Ekzem.

 

  • Das exogene Ekzem tritt beispielsweise bei Allergien auf, wenn die Haut oder die Atemwege in Kontakt mit einem Allergen kommen.
  • Das endogene Ekzem ist besser bekannt unter den Bezeichnungen Neurodermitis oder atopische Dermatitis.

Ekzeme nach Ursachen

Die meisten Ekzeme lassen sich nach ihrer Ursache in eine der 3 folgenden Untergruppen einteilen:

  1. Atopisches Ekzem ist die medizinisch korrekte Bezeichnung von Neurodermitis. Der Begriff atopisch stammt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie „nicht zuzuordnen“. Damit ist gemeint, dass die Ursache von atopischen Ekzemen nicht bekannt ist.
  2. Allergische Kontaktekzeme sind Hautveränderungen, die durch den Kontakt mit einer allergieauslösenden Substanz, einem Allergen, verursacht werden. Typische Beispiele sind Insektenstiche oder Kontaktallergien auf Inhaltsstoffe von Kosmetika, Waschmitteln oder Schmuck (Nickel).
  3. Toxische Kontaktekzeme sind direkte Hautirritationen durch langfristigen bzw. wiederkehrenden Kontakt mit unterschiedlichsten Substanzen. Das Waschfrauen- bzw. Hausfrauenekzem beispielsweise entsteht durch den Kontakt mit Spül- und Waschmitteln oder Haushaltsreinigern. Häufiger aber werden toxische Kontaktekzeme durch Chemikalien oder physikalische Reize verursacht. Auch der Sonnenbrand zählt zur Gruppe der toxischen Kontaktekzeme.

Neben diesen Klassifizierungen gibt es noch einige andere, beispielsweise nach Ort und Art der Hautausschläge. Zudem gibt es Sonderformen wie das seborrhoische Ekzem, Stauungsekzeme bei chronischer Venenschwäche oder Hautveränderungen infolge von Krätze (postskabiöses Ekzem).

Symptome

Bei Ekzemen ist die Haut in einem umgrenzten Bereich geschwollen oder gerötet und es bilden sich Blasen oder Knötchen sowie Schuppen. Oft nässen die Ekzeme zunächst und verkrusten später. In der Regel sind die Ekzeme mit starkem Juckreiz verbunden. Wird ein Ekzem chronisch, verdickt sich die Hornhaut und die Haut wird trocken und rissig.

Ursachen

Ekzeme können allergisch bedingt sein (Kontaktallergie) oder direkt durch eine die Haut reizende Substanz (zum Beispiel Nickel) ausgelöst werden. Allergische Reaktionen mit Hautausschlag können auch erst nach jahrelangem dauerndem Kontakt mit der Substanz auftreten. Ist die Allergie aber erst einmal da, flammt sie bei jedem weiteren Kontakt sofort wieder auf.

Nicht allergische Ekzeme durch schwach reizende Stoffe treten oft erst nach längerem Kontakt mit der schädigenden Substanz (beispielsweise Wasser, Putzmittel oder Kosmetika) auf. Ist die Substanz stark reizend (wie Säuren oder Laugen), kommt es direkt nach Kontakt zu Beschwerden. Sowohl allergische als auch nicht allergische Ekzeme können durch Sonneneinstrahlung verschlimmert werden. Eine Kosmetika-Allergie beispielsweise wird in der Sonne schlimmer.

Untersuchung

Die besten Ansprechpartner für die Untersuchung von Ekzemen sind Hautärzte (Dermatologen). Hausärzte und Allgemeinmediziner kennen viele Formen von Ekzemen auch sehr gut. Allerdings verfügen Hautärzte über mehr Erfahrung und tun sich mitunter leichter damit, die Ursache von Hautveränderungen herauszufinden.

Manche Ekzeme lassen sich bereits nach einer einfachen Sichtuntersuchung und anhand der Anamnese (Erhebung der Krankengeschichte) erklären. Weißlich-gelbe Schuppenbildung am Haaransatz oder auf der Kopfhaut ist ein starkes Indiz für ein seborrhoisches Ekzem. Druckempfindliche Schwellungen und bräunliche Hautveränderungen im Bereich von Knöcheln oder Wadenbeinen deuten auf Venenschwäche. Ekzeme im Dekolleté, am Handgelenk oder Fingergrundgelenken lassen eine Kontaktallergie auf Bestandteile von Schmuck vermuten.

Wenn sich die Symptome nicht so offensichtlich erklären lassen, kommen weitere Untersuchungsmethoden ins Spiel. Mit einem Allergietest lassen sich mögliche Allergien nachwiesen. Beim Prick-Test werden mit einer Nadel kleine Dosen von zahlreichen möglichen Allergenen in die Haut geritzt. An der Hautreaktion lässt sich ein allergisches Ekzem meist schon innerhalb von wenigen Stunden nachweisen.

Eine weitere Möglichkeit ist die mikroskopische Untersuchung von Hautschuppen. Hautpilze lassen sich nachweisen, indem ein Hautabstrich in eine Nährlösung gegeben wird.

Behandlung

Die Behandlung von Ekzemen unterscheidet sich naturgemäß je nach der Ursache. Bei starken und/oder anhaltenden Beschwerden wie Juckreiz, Schwellungen oder anderen Auffälligkeiten sollten Sie Ekzeme grundsätzlich ärztlich untersuchen lassen und nicht dauerhaft in Eigenregie behandeln.

Behandlung von Kontaktekzemen

Bei Kontaktekzemen besteht die beste Therapie darin, die auslösenden Allergene oder Gifte zu meiden.

Bei leicht ausgeprägten Beschwerden wird Ihr Arzt gegen Symptome wie Juckreiz oder Schwellungen in der Regel äußerlich anzuwendende Medikamente verordnen. Das sind beispielsweise Salben oder Lotionen mit antiallergischen Wirkstoffen aus der Gruppe der Antihistaminika wie Dimetinden (Fenistil) oder Bamipil (Soventol).
Äußerlich anwendbare Medikamente bei stärkeren Beschwerden enthalten entzündungshemmende Wirkstoffe aus der Gruppe der Glukokortikoide wie Hydrocortison (/wirkstoffe/Hydrocortison_153) oder Bufexamac. Je nach Konzentration und Wirkstoff sind diese Medikamente auch rezeptfrei erhältlich.
In besonders schweren Fällen bei stark ausgeprägten Symptomen können Antihistaminika oder Glukokortikoide auch in Tablettenform zur Anwendung kommen.

Behandlung von atopischem Ekzem

Ausführliche Informationen zur Therapie des atopischen Ekzems finden Sie im Krankheitsbild Neurodermitis.

Selbsthilfe bei Ekzemen

Egal ob endogenes oder exogenes Ekzem: Bei einem Ekzem müssen Sie den Kontakt zu der auslösenden Substanz so gut wie möglich meiden. Im Idealfall kommen Sie gar nicht mit dem Allergen in Berührung. Ansonsten können Sie Ihre Haut schonend behandeln. Die folgenden Empfehlungen für die Hautpflege können dabei helfen.

  • Keine herkömmliche Seife verwenden, da diese den Säureschutzmantel der Haut angreift und dadurch die Haut austrocknet. Statt Seife lieber Waschcremes, Waschgele oder Waschstücke verwenden (Syndets).
  • Statt Schaumbädern oder stark schäumenden Duschbädern Creme- oder Ölbäder verwenden. Diese trockenen die Haut nicht aus, sondern fetten und pflegen sie beim Reinigungsvorgang.
  • Nach dem Waschen die Haut mit einer feuchtigkeitsspendenden, eventuell harnstoffhaltigen Lotion eincremen.
  • Allergiegetestete Hautpflegeprodukte verwenden, die für trockene, empfindliche Haut geeignet sind (auch beim Sonnenschutz).
  • Patienten mit sonnenempfindlichem Ekzem oder Hautausschlag sollten die Sonne meiden.
  • Starkes Schwitzen an den ekzematösen Stellen vermeiden. Der salzige Schweiß reizt die Haut zusätzlich.

Freiverkäufliche Medikamente gegen Ekzeme

  • Auftragen einer Salbe gegen das Ekzem (beispielsweise mit Bufexamac oder Hydrocortison).
  • Gegen starken Juckreiz helfen Tabletten mit Antihistaminika, wie beispielweise Cetirizin und Loratadin. Diese allergiehemmenden und entzündungshemmenden Medikamente gibt es auch als Salbe, Creme oder Gel zur äußerlichen Anwendung bei Juckreiz.

Vorbeugung

Bei bekannten Allergien können Sie Ekzemen vorbeugen, indem Sie den Kontakt zum Allergen meiden. Außerdem ist es empfehlenswert, wenn Sie:

  • bei der Arbeit mit hautreizenden Stoffen Handschuhe (am besten aus PVC, darunter Baumwollhandschuhe) tragen.
  • neue Kleidungsstücke vor dem ersten Tragen waschen.
  • beim Sonnenbaden keine Parfüms oder Kosmetika (außer Sonnenschutzmittel) auftragen.

Autor: Charly Kahle

Stand: 08.01.2019

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