Ebola

Ebola gehört zu den gefährlichen hämorrhagischen Fiebererkrankungen. Bis zu 90 Prozent der Erkrankten sterben. Im Jahr 2019 warnt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erneut vor einer weiteren Ausbreitung der tödlichen Erkrankung.

Definition

Ebola Virus

Ebola ist eine schwerwiegende, sehr oft tödlich verlaufende Infektionserkrankung. Erreger ist das Ebola-Virus. Namensgeber für das Virus ist der Fluss Ebola in der Demokratischen Republik Kongo. Nahe des Flusses verursachten die Viren 1976 den ersten bekannten großen Ebola-Ausbruch. Ebola gehört wie Lassa zu den hämorrhagischen Fiebererkrankungen. Charakteristisch für diese Erkrankungen sind starke Blutungen und Fieber.

Mittlerweile steht für den Schutz vor Ebola und die Vermeidung von Epidemien mit dem Wirkstoff rVSV-ZEBOV mindestens ein 100 Prozent wirksamer Ebola-Impfstoff zur Verfügung. Beim aktuellen Ausbruch kann dieser Impfstoff gegenwärtig aber nicht eingesetzt werden, da die Hilfsorganisationen wegen bewaffneter Konflikte nicht in das Krisengebiet gelangen.

Häufigkeit

Die Häufigkeit von Ebola-Infektionen unterliegt starken Schwankungen. Der jüngste Ausbruch begann nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) im August 2018 im Osten der Demokratischen Republik Kongo (ehemals Zaire). Bis Mitte Juni 2019 sind nach Angaben der dortigen Behörden mindestens 1.300 Menschen an Ebola gestorben. Mehr als 2.000 wurden infiziert. Die WHO warnt davor, dass die Epidemie sich im Land und auf die Nachbarstaaten ausweiten könne.

Seit 1976 wiederholen sich Meldungen von Ebola-Ausbrüchen. Epidemien gab es vor allem in der Demokratischen Republik Kongo, der Republik Kongo, im heutigen Südsudan, Gabun und Uganda. Großes Aufsehen erregte die Ebola-Epidemie, die im März 2014 im westafrikanischen Guinea ausbrach. Von dort breitete sich das Ebola-Virus in die Nachbarstaaten aus. Ebola-Fälle wurden auch aus den USA, England und Spanien gemeldet, wo Urlauber und Krisenhelfer das Virus einschleppten. 2016 galt die bislang größte Ebola-Epidemie überstanden. Die WHO erklärte Sierra Leone im März 2016 als ebolafrei, Guinea und Liberia folgten im Juni 2016. Bis dahin erkrankten mindestens 28.600 Menschen an Ebola, mehr als 11.000 verstarben.

Bei der bislang größten Ebola-Epidemie in Westafrika kamen zwischen 2014 und Frühjahr 2016 mehr als 11.000 Menschen ums Leben. Dieser Ebola-Ausbruch beschleunigte die Forschung nach einem Impfstoff. Mittlerweile laufen die ersten klinischen Tests – mit erfolgsversprechenden Zwischenergebnissen.

Symptome

Ebola verläuft üblicherweise in vier Phasen.

  1. Phase (Influenza-like-Syndrom): Nach einer Inkubationszeit (Zeitraum vom Erregereintritt bis zu den ersten Beschwerden) von 2 bis 21 Tagen – üblicherweise 8 bis 10 Tage – kommt es zu grippeähnlichen Beschwerden mit Kopfschmerzen, schmerzenden Muskeln und Gliedern sowie Müdigkeit und Schwäche.
  2. Phase (Acute-Phase oder gastrointestinale Phase): Von Tag 3 bis 10 nach Krankheitsbeginn sind Schüttelfrost und Fieber, das weder auf Antimalaria-Mittel noch auf Antibiotika anspricht, typisch. Dazu kommen Übelkeit, Erbrechen und Durchfall; zuweilen auch Oberbauch- und Unterleibsschmerzen, Appetitlosigkeit, Ödeme, ausgeprägte körperliche Schwäche, Schwindel, Schluckstörungen, Schluckauf, gerötete Mundschleimhaut und Bindehautentzündungen. 25 bis 50 Prozent der Infizierten entwickeln einen Hautausschlag.
  3. Phase (Pseudo-Remission): Am Tag 7 bis 10 (12) fühlen sich Erkrankte schlagartig besser, sind zunehmend belastbar, verspüren Appetit und können essen. Viele glauben, die Infektion überwunden zu haben. In seltenen Fällen ist dem auch so. Üblicherweise aber folgt die vierte und heftigste Phase.
  4. Phase (hämorrhagische Phase): Die hämorrhagische Phase von Ebola beginnt üblicherweise ab Tag 10. Sie ist gekennzeichnet durch Einblutungen in Haut, Schleimhaut, Augenbindehaut, Gewebe und Organe. Auch Injektionsstellen bluten vermehrt. Mit der Zeit versagen die Organe, der Kreislauf bricht zusammen, eine Schocksymptomatik setzt ein, die Atmung setzt aus und das Herz hört auf zu schlagen. Zuweilen kommt es auch zu Krämpfen, Bewusstseinsstörungen, Verwirrtheit, Hörverlust und einer verzerrten oder wahnhaften Wahrnehmung der Außenwelt (Delirium). In Phase 4 sind Ebola-Erkrankte selbst auf der Intensivstation all zu oft nicht mehr zu retten.

Ursachen

Ebolaviren zählen zu den aggressivsten Vertretern ihrer Art. Wie das hochgefährliche Marburg-Virus gehört das Ebola-Virus zur Gruppe der Filoviren. Daher ähneln sich auch die Symptome beider Infektionskrankheiten. Beim Ebola-Virus unterscheiden Wissenschaftler fünf unterschiedliche Formen:

  • Zaire-Ebola-Virus (EBOV)
  • Sudan-Ebola-Virus (SUDV)
  • Reston-Ebola-Virus (RESTV)
  • Taï-Forest- Ebola-Virus bzw. früher Elfenbeinküste- Ebola-Virus (TAFV)
  • Bundibugyo-Ebola-Virus (BDBV).

Übertragung der Viren

Ebolaviren gelangen auf unterschiedlichen Wegen in den menschlichen Organismus. Sie werden von infizierten Menschen durch Blut, Ausscheidungen und Körpersekrete weitergegeben. Zudem können erkrankte Tiere wie Flughunde, Fledermäuse oder Affen und deren Fleisch (bei der Jagd, Zerlegung, Zubereitung oder dem Verzehr) sowie kontaminierte Gegenstände wie Matratzen, Spritzen und anderes medizinisches Besteck die Ebola-Viren übertragen.

Untersuchung

Die Beschwerden bei Ebola lassen keine eindeutige Diagnose zu. Viele hämorrhagische Fieber ähneln sich in der Symptomatik. Eindeutige Ergebnisse bringen nur laborchemische Untersuchungen. So können in Blut, Urin oder Speichel Ebola-Viren nachgewiesen werden. Zudem ist ein Antikörper-Nachweis möglich. Antikörper bilden sich allerdings erst im späteren Krankheitsverlauf.

Ebolaproben dürfen nur in spezialisierten Laboren mit höchster Sicherheitsstufe (Stufe IV) analysiert werden. In Deutschland muss der direkte oder indirekte Erregernachweis nach dem Infektionsschutzgesetz (IfSG) gemeldet werden. Das gilt bei Verdacht auf Ebola, der Erkrankung sowie bei Tod durch Ebola.

Behandlung

Bislang gibt es keine wirksame Therapie gegen Ebola. Schon beim geringsten Verdacht auf Ebola müssen die Betroffenen isoliert und in besonderen intensivmedizinischen Abteilungen für hochinfektiöse Krankheiten behandelt werden. Allerdings gibt es selbst für Spezialstationen kein ausgereiftes standardisiertes Behandlungskonzept. Die Ebola-Therapie konzentriert sich vielmehr darauf, individuell die Symptome zu bekämpfen. Vorrangig kommen fiebersenkende Maßnahmen und Schmerzmittel zur Anwendung. Zudem wird der Wasser- und Elektrolythaushalt ausgeglichen und stabilisiert, ebenso der Glucosestoffwechsel. Je nach Blutungsausprägung und Organbefall sind weitere therapeutische Maßnahmen wie Dialyse und Herz-Kreislauf-Stabilisierungen nötig.

Krankheitsverlauf

Die Heilungsaussichten bzw. die Prognose (Überlebenswahrscheinlichkeit) von Ebola hängen davon ab, welche Gattung des Erregers die Krankheit verursacht. So hat das Bundibugyo-Ebola-Virus beispielsweise ein Sterblichkeitsrisiko von bis zu 36 Prozent. Verglichen dazu verlaufen bis zu 90 Prozent der Infektionen mit dem Zaire-Ebola-Virus tödlich. Aufgrund der immensen Letalität (Sterberate) und hohen Infektionsgefahr sind alle Ebolaviren – mit Ausnahme des RESTV – in die höchste Risikogruppe (IV) nach der Biostoffverordnung eingestuft. Für die Arbeit mit den Viren und infizierten Patienten gelten daher höchste Sicherheitsstufen.

Vorbeugung

Vor Reisen in ebolagefährdete Gebiete sollten sich Urlauber und medizinisches Personal beim Auswärtigen Amt über Sicherheits- und Schutzmaßnahmen informieren. Generell ist ein enger (ungeschützter) Kontakt mit Ebola-Infizierten und Ebola-Verstorbenen zu vermeiden. Das gilt ebenso für potenziell infektiöse Tiere bzw. deren Fleisch. Kontaminierte Gegenstände sollten gereinigt und desinfiziert werden. Das gilt auch für die Hände. Am besten versorgen sich Reisende schon vor Urlaubsbeginn mit geeigneten Desinfektionsmitteln. Das sind beispielsweise spezielle Desinfektionslösungen wie Sterilium virugard, Octenisept oder Chloramin T.

Prophylaxe nach Erregerkontakt

Nach einem möglichen Kontakt mit Ebolaviren empfiehlt das Robert-Koch-Institut (RKI) spezifische Haut- und Schleimhautdesinfektionsmittel (sogenannte Postexpositions-Prophylaxe). Medizinisches Personal muss dazu spezielle Schutzkleidung tragen und sollte speziell geschult sein.

Antivirale Mittel wie Ribavirin zeigen bei Ebola keine Wirkung. Favipiravir oder andere Wirkstoffe sind in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen. Nach schriftlicher Dokumentation und Aufklärung ist die Gabe dieser Wirkstoffe nach individueller Prüfung unter bestimmten Voraussetzungen dennoch möglich.

Ebola-Impfstoff rVSV-ZEBOV 100 Prozent wirksam

Bislang gibt es noch keine zugelassene Impfung gegen Ebola. Die Entwicklung der Impfstoffe ist jedoch schon sehr weit fortgeschritten. Im experimentellen Praxiseinsatz bewährt hat sich der Ebola-Impfstoff rVSV-ZEBOV und ChAd3-Ebola. Nach Angaben der WHO konnten bereits mehr als 130.000 Menschen mit der Impfung vor Ebola geschützt werden. Ein kleiner Ausbruch der Seuche im Kongo vom April 2018 habe aufgrund der Impfung schnell eingedämmt werden können. Bei dem aktuellen Ausbruch im Osten des Kongos aber sei eine Impfung nicht möglich, da die Helfer wegen bewaffneter Auseinandersetzungen in der Region nicht in das Krisengebiet gelangten.

Autor: Charly Kahle

Stand: 24.06.2019

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