Dengue-Fieber

Dengue-Fieber ist eine Tropenkrankheit, die sich rasend schnell verbreitet. Experten schätzen, dass schon bald mehr als die Hälfte der Erdbevölkerung in Dengue-Risikogebieten leben wird. Glücklicherweise verläuft die Erkrankung in den meisten Fällen vergleichsweise harmlos, denn Dengue-Fieber ist leicht zu behandeln.

Synonyme

Sieben-Tage-Fieber, Knochenbrecherfieber

Definition

Dengue

Zwischen 2,5 und 3 Milliarden Menschen leben in Dengue-Risikogebieten. Mehr als 22.000 der mindestens 50 Millionen Erkrankungsfälle verlaufen tödlich. Das müsste nicht sein: Dengue-Fieber ist leicht zu behandeln. Wenn Komplikationen wie Hämorrhagisches Dengue-Fieber (DHF) oder Dengue-Schocksyndrom (DSS) ausbleiben, liegt die Heilungsquote bei 99 Prozent. Übertragen wird das Dengue-Virus durch Stechmücken. Es gibt eine Dengue-Impfung, doch die bietet nur sehr bedingt Schutz.

Häufigkeit

Die Angaben über die Zahl der Dengue-Infektionen schwanken stark. Manche Experten gehen weltweit von mindestens 50 Millionen Fällen pro Jahr aus. Die Weltgesundheitsorganisation WHO spricht sogar von bis zu 100 Millionen Infektion jährlich. Eine Studie von deutschen und englischen Wissenschaftlern geht davon aus, dass sich nahezu 400 Millionen Menschen Jahr für Jahr mit dem Dengue-Virus infizieren.

Welche Zahl auch stimmt: Das Ausmaß ist in jedem Fall gewaltig. Und: Die Experten sind sich einig, dass Dengue sich enorm schnell verbreitet. Alleine in den 20 Jahren zwischen 1986 und 2006 hat sich die Zahl mehr als vervierfacht. Neben der zunehmenden Verbreitung der übertragenden Mückenarten gelten Verstädterung und Klimawandel als stärkste Treiber dieser Entwicklung.

Erkrankungen in Deutschland

Das Robert-Koch-Institut hat nach eigenen Angaben im Jahr 2014 in Deutschland insgesamt 626 Erkrankungen mit Dengue-Fieber gemeldet. Ein Drittel der Erkrankten hat die Infektion demnach in Thailand erworben.

Symptome

Meist bricht das Dengue-Fieber 7 bis 10 Tage nach der Infektion aus. Die Symptome ähneln einer starken Grippe. Hohes Fieber geht mit ausgeprägtem Krankheitsgefühl und mitunter sehr starken Glieder- und Muskelschmerzen einher. Wegen der charakteristischen Muskelschmerzen wird Dengue-Fieber auch als Knochenbrecherfieber bezeichnet. Das Fieber kann in Wellen auftreten. Manchmal kommt es zu einem fleckigen Hautausschlag. In den meisten Fällen heilt Dengue-Fieber innerhalb von 2 Wochen folgenlos aus.

Dengue-Hämorrhagisches-Fieber (DHF) und Dengue-Schocksyndrom (DSS)

Schwere Verläufe des Dengue-Fiebers führen zum Dengue-Hämorrhagischen-Fieber (DHF) oder zum Dengue-Schocksyndrom (DSS). Diese Komplikationen sind vor allem für Kleinkinder und Jugendliche bedrohlich. Nach Angaben des Robert-Koch-Institutes beträgt die Sterblichkeit bei DHF und DSS zwischen 6 und 30 Prozent.

Das Dengue-Hämorrhagische-Fieber betrifft vor allem Kindern und Jugendliche, die sich zum 2. Mal mit Dengue-Fieber anstecken. In etwa 70 Prozent der Fälle verläuft diese Infektion wie ein normales Dengue-Fieber. In gut einem Drittel der Fälle aber stellen sich nach wenigen Tagen schwerwiegende Komplikationen ein. Oft erleiden die Kinder und Jugendliche (Erwachsene sind nur selten betroffen) plötzliche Kreislaufzusammenbrüche. Durch Störungen der Blutgerinnung kommt es zu inneren Blutungen, meist im Magen-Darm-Bereich. Die Erkrankten erbrechen Blut, scheiden Blut mit dem Stuhl aus (Teerstuhl) und sind insgesamt stark geschwächt. Äußerlich fallen punktförmige kleine Einblutungen in die Haut auf, sogenannte Petechien. Durch Fieber und Blutungen verlieren die Patienten enorm viel Flüssigkeit.

Vor allem die Dehydration durch den starken Flüssigkeitsverlust begünstigt eine weitere Komplikation: das Dengue-Schocksyndrom (DSS). DSS ist durch einen starken Blutdruckabfall gekennzeichnet und kann zum Koma führen. Das Dengue-Schocksyndrom ist ein Notfall, der im Idealfall auf einer Intensivstation behandelt wird.

Ursachen

Ursache und Verbreitung des Dengue-Fiebers hängen eng zusammen. Denn das Dengue-Virus wird von infizierten Mücken übertragen. Diese Mücken breiten sich durch Erderwärmung, weltweiten Handel und Verstädterung immer weiter und immer schneller aus.

Megastädte begünstigen Verbreitung des Dengue-Virus

Stichwort Verstädterung: In den Mega-Städten Asiens oder Brasiliens beispielsweise bieten sich den Mücken ideale Lebensräume, insbesondere in den zahlreichen Slums. Schon kleine Pfützen reichen für die Larven aus. Gleichzeitig finden wenige Mücken angesichts der Bevölkerungsdichte in den Städten innerhalb kurzer Zeit eine große Menge an Menschen, die sie stechen und anstecken können.

Asiatische Tigermücke profitiert von Erderwärmung

Stichwort Klimaerwärmung: Die Asiatische Tigermücke als einer der wichtigsten Verbreiter des Dengue-Fiebers überlebt den Winter nur bei Temperaturen von mehr als 10 Grad. Das war beispielsweise in Europa lange Zeit nicht gegeben, dürfte sich mittelfristig aber ändern. Einen ersten Ausbruch des Dengue-Fiebers verzeichnete Madeira im Jahr 2012.

Stegomyia-Mücken übetragen das Dengue-Virus

Übertragen wird das Dengue-Virus nahezu ausschließlich durch Mücken der Gattung Stegomyia. An erster Stelle stehen die Gelbfiebermücke (Stegomyia aegypti) und die Asiatische Tigermücke (Stegomyia albopictus). Durch einen Stich infizierter Mückenweibchen gelangt das Virus in die Blutbahn. Dort nistet es sich in Zellen des Immunsystems ein und verbreitet sich von dort aus unbemerkt im ganzen Körper.

Ein anderer Infektionsweg sind Blutprodukte, die Dengue-Viren enthalten. Neben diesen beiden Übertragungswegen sind keine weiteren Infektionsmöglichkeiten bekannt.

Behandlung

Gegen die grippeähnlichen Symptome und Schmerzen hilft Paracetamol. Andere Schmerzmittel wie Acetylsalicylsäure oder Ibuprofen dürfen nicht angewendet werden, weil sie die Blutgerinnung stören und damit das Risiko von Komplikationen erhöhen.

Hämorrhagisches Fieber und Dengue-Schocksyndrom erfordern eine stationäre Behandlung, in der Regel auf Intensivstationen. Insbesondere kommt es darauf an, den Flüssigkeitsverlust zu ersetzen. Dazu erhalten die Erkrankten meist Infusionen mit isotonischer Flüssigkeit, in einigen Fällen auch Blutplasma aus Blutkonserven oder Humanserumalbumin (Bluteiweiß).

Prognose

In den allermeisten Fällen heilt Dengue-Fieber innerhalb von zwei Wochen aus. Ohne Therapie können Hämorrhagisches Fieber und Dengue-Schocksyndrom tödlich verlaufen.

Nach überstandener Infektion verbleibt eine lebenslange Immunität gegen den Dengueviren-Stamm, der die Infektion verursacht hat. Allerdings sind weitere Ansteckungen durch andere Virenstämme weiterhin möglich.

Vorbeugung

Stichfeste Kleidung, Moskitonetz und Anti-Mücken-Spray sind gegenwärtig noch immer die besten Mittel zur Vorbeugung einer Dengue-Infektion.

Erstmals Impfstoff gegen Dengue-Fieber

Mit Dengvaxia von Sanofi Pasteur haben Brasilien, Mexiko und die Philippinen erstmals einen Impfstoff zur Vorbeugung des Dengue-Fiebers zugelassen. Das Serum soll eine Wirkungsquote von 60 Prozent erreichen. Für Urlauber ist der Dengue-Impfstoff allerdings kaum geeignet. Zum einen ist der Impfstoff in Europa vorerst nicht erhältlich. Und: Eine vollständige Impfserie dauert 12 Monate. Wahrscheinlich wissen aber nur die wenigsten Menschen schon ein Jahr im Voraus, ob und wann sie in ein Dengue-Fieber-Gebiet reisen.

Autor: Charly Kahle

Stand: 01.11.2016

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