Basaliom (Weißer Hautkrebs)

Das Basaliom ist eine bösartige Krebserkrankung der Haut. Es bildet sich aus Zellen der obersten Hautschicht und tritt meist in Regionen auf, die verstärkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind. Lesen Sie mehr über die Symptome, Ursachen, Therapie und Vorbeugung von Basaliomen.

Synonyme

Basalzellkarzinom, weißer Hautkrebs

Definition

Krebserkrankung der Haut

Das Basaliom gehört zu den häufigsten Krebserkrankungen der Haut. Mediziner bezeichnen es auch als Basalzellkarzinom. In der Umgangssprache werden das Basaliom und eine andere Hautkrebsform, das Plattenepithelkarzinom (Spinaliom), als weißer Hautkrebs bekannt. Mediziner nutzen diesen Ausdruck jedoch nicht, da er irreführend ist. Ein Basaliom kann ebenso pigmentierte Hautareale betreffen oder selbst ohne jegliche Verfärbung auftreten.

Im Gegensatz zu anderen bösartigen Haut-Tumoren wie dem schwarzen Hautkrebs (malignes Melanom) oder dem Stachelzellkarzinom (Spinaliom) bildet das Basaliom fast nie Metastasen (in weniger als 0,03 Prozent der Fälle). Deshalb bezeichnen Mediziner die Erkrankung auch als semimaligne, also teilweise bösartig. Dafür können Basaliome aber sehr tief ins Gewebe und sogar in Knochen einwachsen. Außerdem ist nach dem ersten Auftreten eines Basalioms die Gefahr groß, dass sich später an anderen Körperstellen erneut Basaliome bilden.

Je früher weißer Hautkrebs erkannt wird, umso besser sind die Heilungschancen. Ab dem 35. Lebensjahr haben Krankenversicherte alle 2 Jahre Anspruch auf ein Hautkrebsscreening. Bei rechtzeitiger Behandlung lässt sich weißer Hautkrebs in 95 Prozent der Fälle wirkungsvoll entfernen.

Häufigkeit

Basaliome sind die mit Abstand häufigste Hautkrebsform. Sie machen etwa 80 Prozent der Hautkrebserkrankungen aus. Die Zahl der Neuerkrankungen pro Jahr (Jahresinzidenz) wird mit etwa 100 Neuerkrankungen pro 100.0000 Einwohnern in Deutschland angegeben. Damit liegt de Zahl der Neuerkrankungen bei etwa 80.000 pro Jahr.

Männer und Frauen sind in etwa gleichermaßen betroffen. Das durchschnittliche Alter zum Zeitpunkt der Diagnose liegt bei etwa 60 Jahren. In jüngster Zeit sind vermehrt auch jüngere Menschen betroffen.

Symptome

Am häufigsten zeigen sich Basaliome im Bereich der Oberlippe bis zum Haaransatz als kleine rötlich-gelbe, oft glänzende Knötchen, an deren Oberfläche kleine Blutgefäße durchscheinen. Der Rand sieht vielfach aus wie von einer Perlschnur gesäumt. Sehr häufig sind die Augenlider betroffen. An Schleimhäuten wächst ein Basaliom so gut wie nie. Seltener – und dann eher am Rumpf des Körpers - zeigen sich Basaliome als rote Flecken.

Auffällig ist, dass die Hautveränderungen schon nach kleinen Reizungen (z.B. Kratzen) bluten. Wachsen die anfänglich kleinen Basaliome unbehandelt weiter, können tiefe Geschwüre entstehen, die sogar Knorpel und Knochen erreichen.

Ursachen

Als Hauptursache von Basaliomen gilt übermäßige Sonneneinstrahlung. Sonnenbrände erhöhen das Risiko weiter. Vor allem hellhäutige Menschen sind gefährdet. Die genetische Veranlagung für schwächere Hautpigmentierung und erhöhte Empfindlichkeit auf UV-Strahlen geht mit einem deutlich erhöhten Risiko für Basaliome einher.

Weißer Hautkrebs durch Medikamente

Im Oktober 2018 hat die Europäische Arzneimittelagentur verfügt, dass die Warnhinweise für den Wirkstoff Hydrochlorothiazid verschärft werden müssen. Demnach sind Ärzte nunmehr angehalten, Patienten vor der Einnahme von Hydrochlorothiazid dazu anzuhalten, die Haut regelmäßig untersuchen zu lassen. Hydrochlorothiazid gehört zu den sehr weit verbreiteten Wirkstoffen aus der Gruppe der Thiazid-Diuretika. Er wird in zahlreichen Medikamenten als entwässerndes Mittel bei Bluthochdruck, Ödemen oder Herzschwäche angewendet.

Sogenannte Immunsuppressiva, also Medikamente, die das körpereigene Abwehrsystem unterdrücken, sind eine andere Wirkstoffgruppe, die bei langjähriger Einnahme weißen Haukrebs fördern kann.

Auch medizinische Behandlungsmethoden können das Risiko für weißen Hautkrebs erhöhen. Das gilt beispielsweise bei der Fototherapie gegen Schuppenflechte oder Neurodermitis.

Weitere seltene Ursachen

Eine seltene Ursache von Basaliomen ist der Kontakt mit Arsen. Vereinzelt entstehen die Krebsgeschwüre auch als Folge chronischer Wunden oder im Bereich von Narben (z.B. Brandnarben, Röntgennarben).

Untersuchung

Basaliome sind häufig schon mit dem bloßen Auge zu erkennen. Hautärzte setzen bei der gründlichen Hautuntersuchung ein Dermatoskop oder Auflichtmikroskop ein. Das sind Lupen, die mit einer Lampe verbunden sind. Bei einem entsprechenden Verdacht wird der Arzt zudem eine kleine Probe des möglichen Basalioms entnehmen (Biopsie), um das Gewebe untersuchen zu lassen. Vom histologischen Befund hängen weitere diagnostische Verfahren ebenso ab wie die Wahl der geeigneten Behandlungsform.

Behandlung

In der Basaliom-Therapie steht Ihrem Hautarzt eine Vielzahl von Methoden zur Verfügung.

Operative Entfernung von weißem Hautkrebs

Am sichersten ist die möglichst frühzeitige, komplette chirurgische Entfernung des Basalioms. Dabei wird der Tumor mit einem Sicherheitsabstand von einigen Millimetern um das Geschwür herausgeschnitten.

Nicht-operative Therapie von Basaliomen

Liegen Basaliome an ungünstigen Stellen, die einen operativen Zugang schwer oder riskant machen (etwa in Augennähe oder Hautfalten) oder ist eine Operation für den Patienten zu gefährlich (beispielsweise aufgrund von Begleiterkrankungen), gibt es einige weitere Verfahren, um das Basaliom zu behandeln:

  • Photodynamische Therapie (PDT): Die PDT wird nach Möglichkeit angewendet, weil sie schonend und wirksam ist – und kosmetisch gute Ergebnisse erzielt. Bei dieser Therapie wird eine Substanz auf den Tumor aufgetragen, die dessen Lichtempfindlichkeit erhöht. Anschließend erfolgt eine Bestrahlung mit speziellem Rotlicht, das die empfindlich gemachten Tumorzellen zerstört, gesundes Gewebe aber nicht beschädigt.
  • Zytostatika: Auftragen von Cremes mit einem Antikrebsmittel oder dem Wirkstoff Imiquimod. Letzterer provoziert eine Entzündungsreaktion im Basaliom und der Körper stößt das Geschwür daraufhin ab. Sofern die Krusten nicht abgekratzt werden, bleiben keine Narben zurück.
  • Bestrahlung oder Lasertherapie
  • Vereisung mit lokal aufgetragenem, flüssigem Stickstoff (Kryotherapie)
  • Kürettage: Das Basaliom wird unter lokaler Betäubung mit einem Skalpell abgeschabt.

Bei all diesen nicht-operativen Verfahren besteht das Risiko, dass nicht alle Tumorzellen zerstört werden. Daher ist auch das Risiko eines Rückfalls (Rezidiv) größer.

Prognose

Die Prognose beim Basaliom ist im Allgemeinen günstig. Rechtzeitig behandelt, können mehr als 95 Prozent der Betroffenen geheilt werden. Um aber einen Rückfall (Rezidiv) oder ein Basaliom an anderer Stelle früh zu entdecken, sollten nach der Therapie regelmäßige Kontrollen (einmal jährlich) beim Hautarzt erfolgen.

Um ein Rezidiv zu verhindern, sollte übermäßige Sonneneinstrahlung vermieden werden. Von Solarienbesuchen und ausgedehnten Sonnenbädern ist nach einer Basaliombehandlung gänzlich abzuraten.

Vorbeugung

Grundsätzlich sollten Sie zu lange direkte Sonneneinstrahlung vermeiden und sich vor jedem Aufenthalt in der Sonne ausreichend schützen. Dazu gehören Sonnenschutzmittel mit einem hohen Lichtschutzfaktor, Kleidung mit UV-Schutz und Kopfbedeckungen. Es ist außerdem ratsam, die Haut regelmäßig selbst auf Veränderungen zu untersuchen.

Ab dem 35. Lebensjahr sollten insbesondere hellhäutige Menschen die Gelegenheit nutzen und die kostenlosen Hautkrebsvorsorgeuntersuchungen wahrnehmen (alle 2 Jahre).

Autor: Charly Kahle

Stand: 03.01.2019

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