Bakerzyste

Eine tastbare Schwellung in der Kniekehle? Möglicherweise handelt es sich um eine Bakerzyste. Lesen Sie alles Wichtige über Symptome, Ursachen und Behandlung.

Synonyme

Poplitealzyste, Kniekehlenzyste, Kniekehlenerguss

Definition

Knie

Mediziner bezeichnen Bakerzysten als Poplitealzyste. Popliteal leitet sich vom lateinischen Wort Poples für Kniekehle ab. Zysten sind ummantelte Hohlräume, die mit Flüssigkeit gefüllt sind. Poplitealzysten sind also Zysten im Bereich der Kniekehle. In der Umgangssprache werden Bakerzysten auch als Kniekehlenzyste oder Kniekehlenerguss bezeichnet.

In den meisten Fällen sind Bakerzysten harmlos. Mitunter verursachen sie aber Schmerzen oder schränken die Bewegungsfreiheit des Kniegelenks ein. Die Zysten entstehen in aller Regel als Folge von Erkrankungen oder Verletzungen des Kniegelenks. Häufigste Ursachen sind chronische Polyarthritis und alterungsbedingte Meniskusschäden.

Die Behandlung von Bakerzysten besteht vor allem darin, die auslösende Erkrankung oder Verletzung zu beheben.

Häufigkeit

Über die Häufigkeit von Bakerzysten gibt es keine Zahlen. Aus der orthopädischen Praxis ist bekannt, dass Kniekehlenergüsse sich vor allem bei Menschen nach dem 60. Lebensjahr bilden, meist infolge von abnutzungsbedingten Knieproblemen wie Kniegelenksarthrose (siehe auch Arthrose) oder rheumatoider Arthritis (chronische Polyarthritis). Zuweilen entstehen Bakerzysten auch bei Kindern. Dann sind sie bei Jungen etwa doppelt so häufig bei Mädchen.

Symptome

Kleine Bakerzysten verursachen häufig keine Symptome und bleiben daher oft unbemerkt. Erst ab einem Durchmesser von etwa 2 cm sind die flüssigkeitsgefüllten Schleimhautblasen an den inneren Seiten der Kniekehle tastbar. Mitunter verursachen diese Bakerzysten Schmerzen, vor allem bei Bewegung. Zuweilen ist die Bewegungsfähigkeit der Kniekehle eingeschränkt. Drückt die Flüssigkeitsansammlung auf Nerven und Gefäße, sind Taubheitsgefühle, Lähmungen und Durchblutungsstörungen in Unterschenkel und Fuß möglich.

Nicht selten lässt sich kaum abgrenzen, ob Kniebeschwerden durch Bakerzysten oder durch die auslösende Knieschädigung verursacht werden.

Ursachen

Häufigste Ursache von Bakerzysten sind alterungs- oder belastungsbedingte Schädigungen des Meniskus-Apparates. Bakerzyten können auch als Folge eines Meniskusrisses entstehen. Die verschiedenen Menisken stabilisieren das Kniegelenk. Sie übertragen und dämpfen die auf das Gelenk einwirkenden Kräfte. Dabei verlieren sie mit zunehmendem Lebensalter an Festigkeit und Flexibilität. Eine weitere häufige Ursache von Bakerzysten sind Knieentzündungen infolge von Arthrose oder chronischer Polyarthritis.

Die Ergüsse selbst entstehen durch eine Selbstheilungsreaktion des Kniegelenks. Wenn das Kniegelenk und der Knorpel durch geschwächte Menisken oder entzündeten Knorpel beeinträchtigt sind, wird mehr Gelenkflüssigkeit gebildet. Dadurch weitet sich die Kniegelenkkapsel aus und stülpt sich bei entsprechend großem Druck aus. Das geschieht in der Regel an einer Schwachstelle der Gelenkkapsel, die zwischen zwei Muskeln liegt (Musculus gastrocnemius und Musculus semimembranosus).

Behandlung

Die Bakerzysten selbst erfordern in den meisten Fällen keine gezielte Behandlung. Sie bilden sich normalerweise zurück, wenn die auslösende Erkrankung geheilt bzw. gelindert wird.

Wenn die Zysten Beschwerden verursachen, kann eine physiotherapeutische Kompressionsbehandlung Linderung verschaffen. Das Absaugen der Zystenflüssigkeit mithilfe einer Nadel (Punktierung) empfehlen Experten mittlerweile nur noch selten, weil das Nutzen-Risiko-Verhältnis einer Infektion die Punktierung in der Regel nicht rechtfertigt. Zudem bilden sich punktierte Bakerzysten meistens recht schnell neu. In sehr seltenen Fällen müssen Bakerzysten operativ entfernt werden.

Autor: Charly Kahle

Stand: 18.09.2019

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