Asperger-Syndrom

Das Asperger-Syndrom zählt zu den Autismus-Spektrum-Störungen. Lesen Sie mehr über Symptome, Häufigkeit und Ursachen.

Synonyme

Autismus-Spektrum-Störung

Definition

Jugendlicher mit Depressioenen

Asperger-Syndrom galt lange Zeit als Bezeichnung für eine bestimmte Form von Autismus. In der Öffentlichkeit ist der Begriff weiterhin populär. In Fachkreisen und bei den Betroffenen hingegen wird zunehmend weniger zwischen Asperger-Syndrom, frühkindlichem Autismus und atypischen Autismus unterschieden. In der jüngsten 11. Auflage des Leitfadens für psychische Störungen (DSM) werden die bisher getrennt erfassten Erkrankungen des autistischen Formenkreises als Autismus-Spektrum-Störung zusammengefasst. Dabei werden Autismus und Asperger-Syndrom von Medizinern und Psychologen weiterhin zu den sogenannten „Tiefgreifenden Entwicklungsstörungen“ gezählt.

In Netzwerken von Autisten ist hingegen häufig nicht von Störungen die Rede. Aspis, wie sich Asperger-Betroffene selbst nennen, und andere Autisten sehen sich nicht als krank, sondern als neurologisch anders. Sie betrachten Autismus nicht als Krankheit, sondern als menschliche Vielfalt bzw. als Normvariante der Informationsverarbeitung.
 

Häufigkeit

Die Häufigkeit von Asperger-Syndrom ist in Deutschland nicht genau gefasst. Das gilt auch für die Gesamtheit der Autismus-Spektrum-Störungen. Das liegt unter anderem daran, dass autistische Symptome nicht immer zuverlässig diagnostiziert werden. Außerdem ist in den zahlreichen Studien die Klassifizierung nicht immer eindeutig vergleichbar.

Experten gehen davon aus, dass es etwa 6 bis 7 Fälle von Autismus je 1.000 Einwohner gibt. Auf den frühkindlichen Autismus und das Asperger-Syndrom entfallen demnach etwa 2 Fälle je 1.000 Einwohner.
 

Symptome

Die Symptome des Asperger-Syndroms sind nicht immer eindeutig von Autismus-Spektrum-Störungen abzugrenzen. Die Übergänge erscheinen vielmehr fließend.

Als typisch für Asperger-Syndrom gelten Beeinträchtigungen in der Kommunikation und in der sozialen Interaktion bei einer gleichzeitigen Fixierung auf wenige Interessen. Zudem wird Menschen mit Asperger-Syndrom zugeschrieben, dass sie die Mimik und Gefühle anderer Menschen nur in sehr engen Grenzen wahrnehmen und selbst aussenden können. Das Asperger-Syndrom geht in der Regel nicht mit einer verminderten Intelligenz einher. Anders als in der Öffentlichkeit zuweilen dargestellt, sind Inselbegabungen und Hochbegabungen aber die Ausnahme.

Ursachen

Das Asperger-Syndrom ist wie alle anderen Autismus-Spektrum-Störungen angeboren. Trotz intensiver Forschung gibt es bislang keine Erklärungsmodelle dafür, wie Autismus entsteht und welche Veränderungen der neuronalen Netze in der embryonalen Entwicklung für die Symptome verantwortlich sind.

Behandlung

Das Asperger-Syndrom ist nicht heilbar. Es gibt auch keine Medikamente, die den Kindern oder Erwachsenen eine „normale“ Interaktion erlauben. Eine medikamentöse Therapie kann aber zuweilen bei stark aggressivem Verhalten oder depressiven Stimmungsschwankungen angezeigt sein.

Die Behandlung von Asperger-Syndrom konzentriert sich vor allem darauf, Verhaltensweisen einzuüben, die den Betroffenen eine möglichst selbstständige Lebensführung ermöglichen. Viele Asperger-Autisten leben in einer Partnerschaft und haben sogar eine eigene Familie. Je nach Ausprägungsgrad bleiben Menschen mit Autismus mitunter aber auch lebenslang auf Betreuung angewiesen.
 

Autor: Charly Kahle

Stand: 08.01.2018

  • Auf Whatsapp teilenTeilen
  • Auf Facebook teilen Teilen
  • Auf Twitter teilenTeilen
  • Auf Google+ teilenTeilen
  • MerkenMerken
  • DruckenDrucken
  • SendenSenden
Anzeige