Arthritis

Die Gelenke fühlen sich heiß an, sind geschwollen und schmerzen vor allem bei Bewegung: Typische Anzeichen für eine Gelenkentzündung oder Arthritis. Gelenkentzündungen sollten in jedem Fall möglichst früh behandelt werden, um Komplikationen zu vermeiden. Je eher Arthritis behandelt wird, umso besser sind die Aussichten, die betroffenen Gelenke vor nachhaltigen Schäden zu bewahren.

Synonyme

bakterielle Gelenkentzündungen, nicht bakterielle Gelenkentzündungen, Arthritiden

Definition

Gelenkschmerzen

Als Arthritis bezeichnen Mediziner eine Entzündung von Gelenken. Im Gegensatz dazu gibt es die Arthrose, bei der es sich um eine alterungs- oder verschleißbedingte (degenerative) Veränderung von Gelenken handelt. Gelenkentzündungen oder Arthritiden können unterschiedliche Ursache haben. Mediziner unterscheiden dabei bakterielle (eitrige) und nichtbakterielle (nichtinfektiöse) Gelenkentzündungen. Die häufigste Form der nichtinfektiösen Gelenkentzündung ist die rheumatoide Arthritis.

Ist nur ein Gelenk (zum Beispiel, Hüft- oder Kniegelenk) entzündet, sprechen Mediziner von einer Monarthritis, bei weniger als fünf Gelenken (zum Beispiel Hand- und Ellenbogen oder Knie-, Sprung- und Fußgelenke) von einer Oligoarthritis. Eine Entzündung mehrerer Gelenke (zum Beispiel Finger- oder Zehengelenke) heißt Polyarthritis.

Häufig von Arthritis betroffene Gelenke:

  • Kniegelenk (Gonarthritis)
  • Hüftgelenk (Coxarthritis)
  • Schultergelenk (Omarthritis)
  • Hand- und Fingergelenke (oft als chronische Polyarthritis oder rheumatoide Arthritis.).

Es können aber auch alle anderen Gelenke von einer Arthritis betroffen sein.

Symptome

Bei Arthritis ist das betroffene Gelenk nahezu immer überwärmt, gerötet und schmerzhaft geschwollen. Die Schmerzen verstärken sich in der Regel, wenn das entzündete Gelenk belastet wird. Die Beweglichkeit des Gelenks ist oft eingeschränkt. Manchmal ist ein Gelenkerguss (insbesondere an Knie- und Ellenbogengelenken) tastbar. Mitunter fühlen sich die Betroffenen krank, sind müde, schwach und haben keinen Appetit. Nicht selten ist eine Gelenkentzündung von Fieber begleitet. Gelenkentzündungen sind auch bei Kindern nicht selten. Sie fallen durch eine ausgeprägte Spielunlust auf und wollen permanent getragen werden.

Ursachen

Mediziner teilen Arthritis nach ihrer Ursache in bakterielle (eitrige) und nichtbakterielle (nichtinfektiöse) Arthritiden ein.

Ursachen bakterieller Arthritis

Bei der bakteriellen oder eitrigen Arthritis sind meist Staphylokokken und Streptokokken, seltener E. coli, Gonokokken, Haemophilus infuenzae oder Shigellen Ursache der Gelenkentzündung. Diese Keime gelangen hauptsächlich auf drei Wegen zum Gelenk:

  • über das Blut (hämatogen), infolge anderer Erkrankungen: zum Beispiel bei Gonorrhoe (Tripper), Herzinnenhautentzündung (Endokarditis) oder durch Drogenabhängigkeit
  • von außen durch Verletzungen oder auch (unsterile) Injektionen, Punktionen oder Operationen am Gelenk
  • Ausbreitung aus der Nachbarschaft, meist als Folge einer Knochenentzündung (wie Osteomyelitis), die in das Gelenk einbricht oder infolge einer bakteriellen Weichteilinfektion der gelenkumliegenden Gewebe.

Ursachen nichtbakterieller Arthritis

Eine nichtbakterielle Arthritis kann durch Pilze (zum Beispiel Candida-Arten) ausgelöst werden oder zusammen mit anderen nichtinfektiösen Erkrankungen (wie Schuppenflechte oder Gicht) auftreten. Häufiger sind jedoch nichtbakterielle Gelenkentzündungen des rheumatischen Formenkreises (Rheuma). Dazu gehört vor allem die Rheumatoide Arthritis (chronische Polyarthritis).

Untersuchung

Arthritis wird vom Arzt bereits anhand der Symptome und nach der Untersuchung des betroffenen Gelenks vermutet. Zur Sicherung der Diagnose folgen Blutuntersuchungen und bildgebende Verfahren wie Sonografie, Röntgen oder Magnetresonanztomografie (MRT). Bei Verdacht auf bakterielle Gelenkentzündungen sollte das Gelenk punktiert und die Gelenkflüssigkeit untersucht werden.

Behandlung

Bei einer bakteriellen (eitrigen) Arthritis wird das Gelenk üblicherweise operativ eröffnet und chirurgisch versorgt. Bei großen Gelenken erfolgt eine Gelenkspiegelung (Arthroskopie). Bei diesem Eingriff wird entzündetes Gelenkmaterial entfernt, mitunter zusammen mit der Gelenkschleimhaut. Anschließend wird das entzündete Gelenk gespült und gereinigt.

Nach dem gegenwärtigen Stand der Forschung sind regelmäßige Spülungen per Arthroskopie mit antibiotischer Lösung alle zwei Tage Methode der Wahl. Gleichzeitig bekommen die Patienten Antibiotika (vor allem Cephalosporine und Penicillin), zunächst über eine Infusion, später als Tabletten oder Saft zum Einnehmen.

Schmerzen werden üblicherweise mit nicht-steroidalen Entzündungshemmern wie Diclofenac, Ibuprofen, Indometacin oder Naproxen behandelt. Mitunter werden auch entzündungshemmende Kortisonpräparate eingesetzt.

Diskussion um Arthroskopien des Kniegelenks

Kniegelenkspiegelungen sind in jüngster Vergangenheit immer wieder in die Schlagzeilen geraten. Und es gibt wohl berechtige Zweifel daran, ob sämtliche der gut 100.000 Kniearthroskopien tatsächlich sinnvoll sind. Das gilt allerdings nicht für die Diagnose Arthritis. Hat sich im Kniegelenk Flüssigkeit angesammelt, muss diese in den meisten Fällen entfernt werden. Bei Kniegelenkschmerzen durch eine verschleißbedingte, nicht entzündliche Arthrose ist die Kniegelenkspiegelung in sehr vielen Fällen kaum von Nutzen.

Selbsthilfe bei Arthritis

Entzündete Gelenke sollten nicht übermäßig belastet werden. Vermeiden Sie extreme und gelenkbelastende Sportarten wie Gewichtheben, Hand- und Fußball oder Tennis. Anstatt dessen sind gelenkschonende Sportarten wie Schwimmen, Aquagymnastik oder Walken sowie regelmäßige Spaziergänge zu empfehlen.

Der Aminozucker Glucosamin ist ein wichtiger Bestandteil des menschlichen Gelenkknorpels und der Gelenkschmiere. Nahrungsergänzungsmittel mit Chondroitin oder Glucosamin wie auch Medikamente mit den Wirkstoffen der Grünlippmuschel oder Hyaluronsäure können den Heilungsprozess bei Arthritis unterstützen.

Vorbeugung

  • Achten sie auf ein normales Körpergewicht. Übergewicht kann die Gelenke schmerzhaft belasten und sollte deshalb vermieden bzw. abgebaut werden.
  • Ebenfalls wichtig ist die richtige Ernährung. Sie sollte abwechslungs- und vitaminreich sein. Vor allem die ausreichende Versorgung mit den Vitaminen B und E (vor allem in Hefe, Milch- und Milchprodukten, Fisch, Innereien, Obst und Gemüse) ist zur Vorsorge von Gelenkbeschwerden wichtig.
  • Versuchen Sie, Stress zu vermeiden. Hilfreich ist es, dazu Entspannungstechniken wie autogenes Training, Yoga oder Qi Gong zu erlernen. Tipps und Informationen bekommen Sie bei Ihrer Krankenkasse oder Volkshochschulen.

Autor: Charly Kahle

Stand: 11.10.2017

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