Aphthen

Aphthen sind schmerzhafte Oberflächenschädigungen der Mundschleimhaut. Aphthen sind nicht ansteckend und die Ursache ihrer Entstehung ist bislang unbekannt. Hier erfahren Sie mehr über Symptome, Ursachen und Behandlung von Aphthen.

Definition

Mundschleimhautentzündung Untersuchung Kind

Aphthen bezeichnen Schädigungen der Mundschleimhaut, die sich als milchige, weißlich-gelbe, fleckartige Gebilde mit rötlichem Rand zeigen. Aphthen kommen vorwiegend auf der Mundschleimhaut und dem Zahnfleisch vor. Seltener sind der Gaumen, die Lippeninnenseiten oder die Zungenspitze betroffen. Aphthen treten vereinzelt oder in Gruppen auf und werden oft als äußerst quälend empfunden.

Symptome

Aphthen schmerzen und brennen zum Teil sehr heftig. Insbesondere machen sie beim Zähneputzen, Kauen, Schlucken und Trinken Beschwerden. Mitunter tut sogar das Sprechen weh. Viele Betroffene empfinden Aphthen als sehr störend. Mediziner unterscheiden hauptsächlich Minor- und Major-Aphthen von den herpetiformen Aphthen.

Minor-Aphthen

Etwa 80 Prozent aller Aphthen sind sogenannte Minor-Aphthen. Sie sind üblicherweise wenige Millimeter klein, nur selten werden sie bis zu 1 cm groß. Minor-Aphthen erscheinen als weiß-gelblich trübe und leicht erhabene Stellen, die mit Flüssigkeit gefüllt sind. Auf ihrer Oberfläche bildet sich eine Schicht, die als weißer, hautähnlicher Belag erscheint. Der Rand von Minor-Aphthen ist häufig entzündlich rot. Platzen Minor-Aphthen auf, schmerzt die Stelle, wird wund und ist sehr empfindlich. Berühren Zungen oder Nahrung die wunde Mundschleimhaut, explodieren die Schmerzen geradezu, zusätzlich entsteht ein brennendes Gefühl. Nach einer bis zwei Wochen heilen Minor-Aphthen komplikations- und narbenlos von selbst wieder ab. Minor-Aphthen treten häufig in der Mundhöhle auf:

  • unterhalb der Lippe
  • in den Wangentaschen
  • im Zahnfleisch
  • am vorderen und hinteren Gaumen
  • an der Zungenspitze.

Major-Aphthen

Major-Aphthen treten seltener auf als Minor-Aphthen. Sie sind – wie der Name schon vermuten lässt – größer als Aphthen vom Minortyp. Bei Major-Aphthen erlangen die geschwürigen Mundschleimhaut-Veränderungen einen Durchmesser von bis zu 3 cm. Major-Aphthen verursachen zudem tiefere, schmerzhafte Wunden im Mund. Ihre Oberfläche ist von einem dicken, weißlich-grauen Belag überzogen. Platzen Major-Aphthen nach wenigen Tagen auf, werden Essen und Trinken mitunter als extrem schmerzhaft empfunden. Teilweise können sich die Betroffenen nur noch flüssig mittels Strohhalm ernähren. Der Heilungsprozess dauert mitunter mehrere Wochen an. Je nach Größe und Tiefe der Major-Aphthen können sogar Narben zurückbleiben.

Herpetiforme Aphthen

Herpetiforme Aphthen treten sehr selten auf. Bei dieser Aphthen-Form befinden sich weißlich-gelbe, leicht erhabene Flecken vorzugsweise an den Innenseiten der Lippen sowie an den Zungenrändern. Herpetiforme Aphthen brennen und schmerzen sehr stark. Sie sind winzig klein und stehen häufig dicht gruppiert beieinander. In ihrer Optik ähneln sie den Bläschen von Lippenherpes. Daher auch der Name „herpetiforme" (herpesähnliche) Aphthen. Herpetiforme Aphthen haben jedoch nichts mit einer Herpesinfektion zu tun. Nach etwa zwei Wochen heilen herpetiforme Aphthen – mitunter mit Narbenbildung - ab.

Ursachen

Warum Aphthen genau entstehen, ist bislang noch nicht bekannt. Stress oder ein geschwächtes körpereigenes Abwehrsystem erhöhen jedoch die Gefahr von Aphthen. Als weitere Risikofaktoren gelten mechanische Reize, wie nicht optimal angepasste Zahnprothesen oder Brücken, schlecht sitzende Zahnspangen oder Verletzungen beim Zähneputzen sowie Zungen-, Wangentaschen- und Lippenbisse.

Mediziner gehen des Weiteren davon aus, dass ein Zinkmangel oder Vitamin B 12 Mangel eine Rolle bei der Entstehung von Aphthen spielen könnte. Auch hormonelle Einflüsse sind in der Diskussion, da Frauen häufiger als Männer unter Aphthen leiden.

Untersuchung

Aphthen, die zum ersten Mal auftreten, sollten vorsichtshalber einem Arzt gezeigt werden. Das gilt auch für den Fall, dass Sie nicht sicher sind, ob es sich um Aphthen oder Lippenherpes handelt.

Ein erfahrener Arzt erkennt Aphthen mit bloßem Auge. Spezielle Tests zur Diagnose gibt es nicht. Der Arzt kann die Ursache für Aphthen ermitteln und Sie über Behandlungsmöglichkeiten informieren.

Behandlung

Gegen Aphthen direkt gibt es keine Therapie. Sehr wohl aber können die Symptome behandelt und der Heilungsprozess unterstützt werden.

Gegen Schmerzen bei Aphthen

Gegen die brennenden Schmerzen kann der Arzt Sprays, Salben, Gurgellösungen und Gels mit örtlich betäubenden Wirkstoffen wie Polidocanol, Lidocain und Benzocain verordnen.

Wundheilung bei Aphthen unterstützen

Sogenannte adstringierende Mittel werden wegen ihrer zusammenziehenden und zum Teil ätzenden Wirkung bei Aphthen verordnet. Sie unterstützen die Abstoßung von abgestorbenem Gewebe und sollen so den Heilungsprozess beschleunigen. Häufig angewendete Wirkstoffe sind Extrakte aus Rhabarberwurzel, Myrrhentinktur, Silbernitrat, Phenolsulfonsäure-Verbindungen sowie das Kresolsulfonsäure-Polykondensat Policresulen. Einen ähnlichen Effekt hat Zinksulfat. Verdünnte Wasserstoffperoxidlösung wirkt adstringierend und leicht antiseptisch.

Für Gebissträger

Mitunter ist es sinnvoll, eine spezielle Haftsalbe mit dem entzündungshemmenden Wirkstoff Triamcinolonacetonid zu verschreiben.

Selbsthilfe bei Aphthen

Bei der Behandlung von Aphthen können Sie selbst aktiv werden. Es gibt etliche Möglichkeiten, die Heilung zu unterstützen und die Beschwerden zu lindern.

Entzündungen hemmen

Bei der Selbsthilfe von Aphthen haben sich frei verkäufliche entzündungshemmende Mittel wie australisches Teebaumöl sowie Melissen-, Ratanhia- und Myrrhentinkturwurzelextrakt als vorteilhaft erwiesen. Ebenfalls wirksam sind Spülungen mit Kamillen- und Salbeitee.

Auf Zahnpasta bei Aphthen achten

Des Weiteren legen wissenschaftliche Studien nahe, auf die Inhaltsstoffe der Zahnpasta zu achten. Zahnpasten ohne Natriumlaurylsulfat sollen der Entstehung von Aphthen entgegenwirken. 

Mundschleimhaut desinfizieren

Um bei Aphthen eine Besiedlung von Krankheitserregern zu vermeiden, helfen desinfizierende Mittel mit Wirkstoffen wie Nelkenöl, PVP-Iod, Chlorhexidin und Hexetidin. Diese werden als Spray, Salbe oder Tinktur in Apotheken angeboten.

Stärkung des Immunsystems

Um das körpereigene Abwehrsystem zu stärken und somit die Entstehung von Aphthen zu verhindern, helfen Präparate mit Echinacea, Taigawurzel und Ginseng. Des Weiteren sind eine gesunde, abwechslungsreiche und frische Ernährung, ausreichend Bewegung und genügend Schlaf für ein gesundes Abwehrsystem wichtig.

Mundhygiene

Und ein letzter Tipp: Achten sie auf eine sorgfältige Mundhygiene. Mindestens zweimal am Tag sollten die Zähne über 2 Minuten lang geputzt werden. Verwenden Sie keine zu harten Zahnbürsten, bei elektrischen Zahnbürsten drücken Sie bitte nicht zu stark auf.

Prothesen- und Gebissträger sollten auf eine sorgfältige Reinigung der Gerätschaften achten. Lassen Sie schlecht sitzende Zahnprothesen und sonstige Hilfsmittel im Mundbereich regelmäßig auf einen perfekten Sitz überprüfen. Der Mundbereich kann sich mit den Jahren verändern, sodass andere Einstellungen oder Anpassungen notwendig werden.

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Autor: Charly Kahle

Stand: 05.02.2018

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