Analfissur

Was Sie über Analfissuren wissen sollten: Symptome, Ursachen und Behandlung – das Wesentliche kompakt und verständlich.

Synonyme

Analrisse, Afterrisse

Definition

Mann mit Analfissur

Analfissuren oder Afterfissuren sind Einrisse der Haut und Darmschleimhaut im Bereich des Afters, an denen sich Geschwüre bilden. Anal bedeutet „den After betreffend“, Fissur leitet sich ab vom lateinischen Fissura und bedeutet Riss. Mediziner unterscheiden unter anderem in akute Analfissuren und chronische Analfissuren.

Symptome

Auffälligstes Symptom von Analfissuren sind stark stechende oder brennende Schmerzen beim bzw. nach dem Stuhlgang. Typischerweise wird der Afterschließmuskel schmerzbedingt so stark zusammengedrückt, dass nur noch bleistiftdünner Stuhl ausgeschieden wird. Ähnlich wie bei Hämorrhoiden kommt es oft zu Juckreiz und Brennen am After. Häufig sind darüber hinaus leichte Blutungen, die an hellroten Spuren auf der Unterwäsche oder dem Toilettenpapier zu erkennen sind.

Komplikationen

Wegen der Ähnlichkeit werden Analfissuren oft mit Hämorrhoiden verwechselt. Das erschwert mitunter die Heilung. Denn je länger akute Analfissuren nicht behandelt werden, umso mehr steigt das Risiko für Komplikationen. Häufigste Komplikation von Analfissuren sind dauerhafte Verengungen des Schließmuskels. Diese entstehen, wenn die Betroffenen aus Angst vor den Schmerzen den Stuhlgang zurückhalten. Mit dem Ergebnis immer stärker werdender Schmerzen – und noch mehr Stuhldrangsunterdrückung.

Dieses Vermeidungsverhalten schädigt dann auch die Darmschleimhaut. Im Darm übt der zurückgehaltene Stuhl immer mehr Druck aus. Das führt zu Schmerzen, verletzt darüber hinaus aber auch die Darmschleimhaut selbst. Nicht selten vernarbt der Wundbereich und verändert sich bindegewebig mit nachfolgendem Elastizitätsverlust des Schließmuskels. Unter Umständen verdickt die Hautfalte am After. Mediziner sprechen von Vorpostenfalte oder Mariske. Oder es kommt zu einer chronischen Analfissur. Mitunter bilden sich Polypen (Fibrome) um das chronische Aftergeschwür. Im schlimmsten Fall bilden sich Fisteln, die in den Darm oder sogar über die Darmwand hinaus wachsen können.

Ursachen

Die Ursachen für Analfissuren sind nicht genau geklärt. Sie treten aber verstärkt auf bei Menschen mit chronischen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa. Auch anhaltender Durchfall (Diarrhoe), Verstopfung (Obstipation) und Hämorrhoiden sowie anale Sexpraktiken begünstigen Analfissuren. Zudem kann die Analschleimhaut nach der Geburt einreißen.

Behandlung

Akute Analfissuren heilen nicht selten innerhalb von wenigen Tagen bis Wochen ab. Gegen die lästigen Symptome wirken lokal betäubende Salben mit Wirkstoffen wie Lidocain und Cinchocain oder Polidocanol. Spezielle Salben mit Wirkstoffen wie Nitroglyzerin oder Kalziumantagonisten wie Diltiazem und Nifedipin entspannen den Schließmuskel und fördern dessen Durchblutung. Neben der medikamentösen Therapie sind stuhlregulierende Maßnahmen wichtig. Bei Analfissuren sollte ein dauerhaft weich geformter Stuhl erreicht werden, der ohne Mühe abgesetzt werden kann.

Stark vernarbte Analfissuren, Vorpostenfalten, Fibrome und Fisteln lassen sich nicht selten nur durch einen chirurgischen Eingriff versorgen.

Vorbeugung

Wenn Beschwerden beim Stuhlgang nach 2 bis 3 Tagen nicht abklingen, ist eine ärztliche Untersuchung dringend angeraten. Einerseits sollten die Symptome so früh wie möglich gelindert werden, um Komplikationen zu vermeiden. Andererseits können die Symptome auf ernsthafte Erkrankungen hinweisen, die auszuschließen bzw. zu behandeln sind.

Autor: Charly Kahle

Stand: 30.11.2017

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