Alkoholvergiftung

Was tun bei Alkoholvergiftung? Akute Alkoholvergiftungen verursachen in aller Regel keine bleibenden Schäden (Ausnahme: Schwangerschaft). Bei chronischem Alkoholkonsum führt die anhaltende Giftbelastung zu Veränderungen von Organen und Soffwechsel, die letztlich tödlich enden.

Synonyme

Alkoholintoxikation, Ethanolvergiftung, C2-Intox

Definition

Alkohol-Gemeinschaft

Alkoholintoxikationen sind in aller Regel Ethanolvergiftungen. Ethanol ist der sogenannte Trinkalkohol, der in alkoholischen Getränken enthalten ist. Vergiftungen mit anderen Alkoholen wie Isopropanol, Methanol oder Ethylen sind möglich, aber eher die Ausnahme.

Alkoholvergiftungen schränken zunächst die Funktionsfähigkeit des Gehirns ein. Dadurch erklären sich die meisten Symptome von leichter oder schwerer Trunkenheit. Darüber hinaus ist Alkohol ein Zellgift, das vor allem die Leber stark angreift.

Akute Alkoholvergiftungen verursachen in aller Regel keine bleibenden Schäden (Ausnahme: Schwangerschaft). Bei chronischem Alkoholkonsum (Alkoholmissbrauch oder Alkoholismus) führt die anhaltende Giftbelastung zu schwerwiegenden Veränderungen von Organen und Soffwechsel, die letztlich tödlich enden. Bei akuter Alkoholvergiftung besteht ab einer Blutalkoholkonzentration von 4 Promille akute Lebensgefahr.

Häufigkeit

Die Häufigkeit von Alkoholvergiftungen ist seit 2012 auf sehr hohem Niveau, aber leicht rückläufig. Im Jahr 2015 wurden nach Angaben des Statistischen Bundesamtes fast 114.000 Menschen wegen einer akuten Alkoholvergiftung in Krankenhäusern behandelt. Unter ihnen sind 22.000 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 10 und 19 Jahren.

So weit die offiziellen Zahlen. Die Dunkelziffer wird deutlich höher liegen. Längst nicht jeder schwere Rausch endet im Krankenhaus. Chronische Alkoholiker und auch Gelegenheitstrinker schlafen ihre Alkoholvergiftungen und den folgenden Kater zu Hause oder auf der Straße aus.

Symptome

Die typischen Symptome akuter Alkoholvergiftung sind den meisten Menschen vertraut, oft aus eigener Erfahrung. Mediziner teilen die Symptomatik nach der Blutalkoholkonzentration in vier Stadien ein.

  • Stadium 1: 0,2 bis 2 Promille (Exzitation)
  • Stadium 2: 2 bis 2,5 Promille (Hypnose)
  • Stadium 3: 2,5 bis 4 (Narkose)
  • Stadium 4: über 4 Promille (Asphyxie).

Die Auswirkungen der Blutalkoholkonzentrationen sind individuell sehr unterschiedlich. Sie hängen unter anderem von Trinkgewohnheiten, Gewicht und Lebensalter sowie Geschlecht und vielen anderen Faktoren ab.

Im Stadium 1 (Exzitationsstadium) überwiegt in aller Regel noch die stimmungsaufhellende und entspannende Wirkung von Alkohol. Negative Folgen sind vor allem leicht ausgeprägte Gleichgewichtsstörungen, undeutliche (lallende) Sprache und eine verlängerte Reaktionszeit.

Im Stadium 2 (Hypnosestadium) kommt es bereits zu ernsthaften Einschränkungen der Gehirnfunktion. Diese äußern sich unter anderem in deutlichen Gleichgewichts- und Koordinationsstörungen, Sprach- und Artikulationsschwierigkeiten, Sehstörungen mit verengten Pupillen sowie stark verlangsamten Reaktionen. Häufig versucht der Körper, den Alkohol durch Erbrechen auszuscheiden.

Im 3. Stadium (Narkosestadium) werden Alkoholvergiftungen ernsthaft lebensbedrohend. Dieses Stadium ist durch Bewusstlosigkeit und Schock gekennzeichnet. Das Narkosestadium ist unter anderen an erweiterten Pupillen, rapidem Blutdruckabfall und rasendem Puls erkennbar.

Im 4. Stadium (Asphyxiestadium) der Alkoholvergiftung sind die Opfer ins Koma gefallen. Die Pupillen sind weit und reaktionslos. Nun droht ein unmittelbares Kreislaufversagen mit tödlichem Ende. Auch Körperauskühlung (Hypothermie) oder Atemstillstände sind mögliche Endpunkte der Asphyxie.

Tödliche Verläufe von Alkoholvergiftungen können auch weit unterhalb der 4-Promille-Grenze geschehen. Zudem gibt es Menschen, die Blutalkoholkonzentrationen von mehr als 6 Promille überlebt haben. Dabei handelte es sich allerdings um langjährige Alkoholiker, die an den Konsum gewohnt waren.

Ursachen

Ursache von Alkoholvergiftung ist in aller Regel der übermäßige Genuss von alkoholischen Getränken. Versehentliche Vergiftungen sind selten. Sie betreffen vor allem Kinder, die unbeabsichtigt Alkoholika oder alkoholhaltige Flüssigkeiten wie Desinfektionsmittel, Medikamente oder Putzmittel verschlucken.

Behandlung

Die Behandlung von Alkoholvergiftungen mit mehr als 2 Promille sowie die Behandlung von Kindern und Jugendlichen erfolgt in aller Regel auf einer Intensivstation. Wegen der Gefahr eines Kreislaufzusammenbruchs (Schock) werden die Betroffenen engmaschig überwacht. Die Überwachung dient auch dazu, Betroffenen davor zu bewahren, an Erbrochenem zu ersticken.

Um den Kreislauf zu stabilisieren und die Blutalkoholkonzentration zu senken, werden Infusionen mit Traubenzucker und Elektrolyten gegeben. Weitere akutmedizinische Behandlungsmöglichkeiten werden individuell ergänzt.

Nach ca. 24 Stunden ist die Lebensgefahr durch akute Alkoholvergiftung in der Regel nicht mehr gegeben. Erwachsene werden dann meistens entlassen. Bei erwartbaren schweren Nachwirkungen bleiben Kinder und Jugendliche nicht selten noch 1 bis 3 Tage zur Beobachtung in klinischer Behandlung.

Autor: Charly Kahle

Stand: 04.04.2018

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