Abszess

Abszesse sind abgekapselte Eiterbeulen. Je nach Größe und Lage sind sie harmlos, schmerzhaft oder sogar lebensgefährlich. Mehr über Symptome, Ursachen und Behandlung.

Synonyme

Eiterblase, Eiterbeule, Eiteransammlung

Definition

Abszess auf der Hautschicht

Als Abszess bezeichnen Mediziner abgekapselte Eiteransammlungen. Abszesse können überall im Körper entstehen. In der Regel sind sie Folgen einer Infektion. Sie bilden sich aber auch, wenn der Körper einen Fremdkörper ummantelt sowie als Reaktion auf Injektionen oder Operationen.

Letztlich ist die Abszessbildung eine Schutzfunktion des Körpers. Indem Eiteransammlungen von einer undurchlässigen Gewebeschicht umgeben werden, können sich die enthaltenen Keime nicht in den Organismus ausbreiten. Allerdings ist die Schutzwirkung begrenzt: Wenn die Ummantelung eines Abszesses durchlässig wird (perforiert), ergießt sich der Inhalt nach außen über die Haut oder ins Körperinnere. Je nach Lage des Abszesses kann das lebensgefährliche Folgen haben. Platzt eine Eiterblase beispielsweise im Bauchraum, entsteht schnell ein akutes Abdomen, das wiederum in eine Blutvergiftung münden kann.

Eine Sonderform des Abszesses sind Infektionen der Haarbalge. Diese Eiteransammlungen bezeichnet man als Furunkel oder Karbunkel.

Symptome

Die Symptome von Abszessen sind abhängig von Lage und Größe der Eiterblase. Manche Abszesse im Körperinneren bleiben häufig lange unbemerkt. Sie verursachen beispielsweise erst Schmerzen, wenn sie sehr groß werden und Druck auf benachbarte Nerven oder Organe ausüben.

Die meisten Eiterblasen entstehen allerdings oberflächennah. Diese Abszesse machen sich häufig zunächst durch ein kaum wahrnehmbares Fremdkörpergefühl bemerkbar. Aber schon bald stellen sich Schmerzen ein, die sich insbesondere bei Druck auf den Abszess verstärken. Rötungen und Schwellungen sind weitere sichtbare Symptome von oberflächennahen Abszessen.

Besonders häufig bilden sich solche Abszesse in der Intimregion, an After oder Po sowie in den Achselhöhlen, den Gelenkbeugen und an den Oberschenkeln. Große und tief liegende Abszesse verursachen häufig grippeähnliche Symptome mit Müdigkeit, Fieber und Gliederschmerzen oder Kopfschmerzen. Die Schmerzen bei Leberabszessen beispielsweise strahlen zuweilen in die Schulter oder in das Becken und den Rücken aus.

Ursachen

Oberflächennahe Abszesse werden fast immer durch Bakterien verursacht. In der Regel gelangen die Keime durch kleinste Hautverletzungen in tiefere Hautschichten. Dort vermehren sie sich und lösen einen entzündlichen Prozess aus. Diese Entzündung wird vom Immunsystem bekämpft. Als Abfallprodukt dieser Bekämpfung kann sich Eiter bilden. Je stärker die Entzündung, umso größer kann die Eiteransammlung werden.

Beim Spritzenabszess gelangen die Bakterien mit der Kanüle von der Hautoberfläche in den Körper. Spitzenabszesse entstehen vor allem, wenn die Injektionsstelle nicht sorgfältig desinfiziert oder infiziertes Injektionsbesteck verwendet wird (besonders häufig bei Drogenabhängigen).

Es gibt aber auch seltene Ursachen von Abszessen. So können beispielsweise Parasiten mit der Nahrung in den Körper gelangen, sich ausbreiten und Infektionen verursachen.

Nicht bakterielle Ursachen von Abszessen sind beispielsweise die Erkrankungen Morbus Crohn und Tuberkulose. Bei Morbus Crohn bilden sich Abszesse vor allem im Darm, bei Tuberkulose in der Lunge. Nichtbakterielle Abszesse werden auch als kalte Abszesse bezeichnet.

Behandlung

Die Behandlung von Abszessen gehört immer in die Hände von geschultem Personal. Das können Pflegekräfte oder Ärzte sein. Auf keinen Fall sollten Sie Abszesse selbst ausdrücken oder sogar aufschneiden. Selbst bei oberflächlichen Abszessen besteht ein erhebliches Risiko, dass Bakterien tiefer in den Organismus geraten. Das kann schwerwiegende Folgen bis hin zu lebensgefährlichen Blutvergiftungen (Sepsis) haben.

Die einzige Möglichkeit, größere Abszesse vollständig zu entfernen, besteht in einem chirurgischen Eingriff. Die Schwere dieses Eingriffes richtet sich nach Lage und Größe der Eiterblase. Oberflächennahe Abszesse lassen sich häufig bei einem ambulanten Eingriff in der Arztpraxis erledigen, gegebenenfalls bei örtlicher Betäubung. Tief liegende oder verwachsene Abszesse hingegen erfordern oft eine stationäre Krankenhausbehandlung mit einer Operation in Vollnarkose.

An die chirurgische Behandlung schließt sich in vielen Fällen eine medikamentöse Therapie mit Antibiotika wie Flucloxacillin, Cefalexin, Clindamycin oder Tetracyclin an. Diese Antibiose soll sicherstellen, dass etwaig nicht entfernte Bakterien eine erneute Infektion mit Abszessbildung verursachen.

Autor: Charly Kahle

Stand: 13.11.2017

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