Rowing

Die Frage ob Rudern Rückenleiden fördert und vorbeugt, stellt sich häufig. Experten diskutieren die Wirkung von Rudern.

Die einen meinen: „Rudern ist genau der richtige Sport, um Rückenleiden zu beheben und vorzubeugen“. Die anderen sind felsenfest davon überzeugt, dass Rudern Rückenleiden verursache. Und was ist die Wahrheit? Zunächst: So wie bei den meisten Sportarten kommt es auf das korrekte Ausüben der Ruderbewegung an. Beim Rudern jedoch ist dieser Punkt ganz besonders wichtig. Um bei der Frage, ob Rudern gesund sei, nicht im Dunkel zu tappen, haben wir zwei Experten gefragt. Professor Urhausen, tätig am Institut für Sport- und Präventimedizin der Universität des Saarlandes beleuchtet das Thema Rudern aus kardiovaskulärer Sicht. Der Hamburger Orthopäde Dr. Ulrich Schmidt nimmt Stellung zum Thema Rudern aus orthopädischer Sicht.

Fragen und Antworten, Professur Urhausen, Institut für Sport- und PräventivMedizin der Uni der Saarlandes:

Worin besteht der wesentliche Unterschied zu anderen Sportarten wie Laufen oder Radfahren?

Im Rudern als klassische Kraft-Ausdauer-Sportart ist der Krafteinsatz aber auch die eingesetzte Muskelmasse größer, als beim Laufen oder Radfahren. Daher sollte insbesondere bei Herzpatienten ein normales, bzw. gut eingestelltes Blutdruckverhalten vorliegen.

Bietet sich Rudern präventiv bei Herzerkrankungen an?

Auf jeden Fall. Es ist bekannt, dass Mangel an körperlicher Fitness einen deutlichen Risikofaktor für vorzeitige Herz-Kreislauf-Erkrankungen darstellt. Ein Mehrverbrauch von mindestens 1.500 Kilokalorien pro Woche bringt bereits positive Schutzeffekte für das Herz- Kreislauf-System. Und weil beim Rudern überdurchschnittlich viele Kalorien umgesetzt werden, bietet sich dieser Sport also gut an. Zusätzlich zu dem Kalorienaspekt spielt der soge nannte „Karosserieeffekt“ eine große Rolle. Dazu folgendes bildhaftes Beispiel: Was bringt Ihnen der besten Motor (Motor = Herz-Kreislauf- System), wenn die Karosserie (Skelettmuskulatur) klappert? Gute Kraftfähigkeiten und ein gesundes Skelett sind Voraussetzung dafür, dass der Herz-Kreislaufsystem- zur Wirkung kommt.

Eignet sich Rudern auch für Senioren?

Beim Rudern auf dem Concept2 steuert der Trainierende die Belastung selbst. Es kann also bei sehr geringer Belastung trainiert werden. Gleichzeitig wirkt sich der positive Effekt des Krafttrainings bei Älteren besonders stark aus: Gerade bei Älteren sind die Kraftfähigkeiten unterentwickelt, so dass für längere Belastungen im Ausdauerbereich die muskuläre Grundlage fehlt. Voraussetzung bei älteren Menschen ist aber eine ärztliche Voruntersuchung, die ein Belastungs-EKG beinhaltet, was natürlich auch für andere Sportarten gilt.

Fragen und Antworten, Dr. Ulrich Schmidt, Orthopäde und Sportmediziner in Hamburg:

Halten Sie Rudern für einen empfehlenswerten Sport für jedermann?

Ja. Denn Rudern unterstützt das Zusammenarbeiten der Muskelketten wie keine zweite Sportart. Rumpf und Bauchmuskulatur werden gestärkt, also genau die Muskelpartien, die bei unser heutigen, überwiegend sitzenden Arbeitsweise vernachlässigt wird. Somit bietet sich Rudern auch als hervorragender Ausgleichssport an.

Wie stark wird das Knie beim Rudern belastet?

Dabei kommt es vor allem auf den Winkel zwischen Ober- und Unterschenkel in der Auslage an. Also an dem Punkt, wo der Ruderschlag beginnt. Fakt ist, dass der Winkel nicht zu spitz sein darf. Als einfache Faustregel kann man sagen, dass der Unterschenkel maximal senkrecht zum Boden stehen sollte. Oder anders ausgedrückt, sollte beim Vorrollen das Knie niemals vor den Knöcheln sein. Ansonsten ist die Bewegung für das Knie unproblematisch, weil torsierende Bewegungen ausgeschlossen sind. Weiter vorteilhaft ist der relativ weiche Widerstand. Bei jedem beginnenden Ruderschlag wird das Windrad ja nicht aus dem kompletten Stillstand beschleunigt, sondern in der Bewegung. Die meiste Kraft wird somit nicht in der Auslage entwickelt, wo der Kniewinkel relativ spitz ist, sondern in der Mitte der Ruderzuges, wo der Winkel zwischen Ober- und Unterschenkel etwa 90 Grad beträgt.

Welche Risiken birgt Rudern bei bereits vorhandenen Haltungsschäden?

Zunächst sollte auf jeden Fall ein Orthopäde aufgesucht werden. Es ist gut möglich, dass Rudern als Training empfehlenswert ist. Es sollte aber darauf geachtet werden, dass die Rudertechnik korrekt ausgeübt wird. Des weiteren muss berücksichtigt werden, dass beim Rudern die Rückenmuskulatur stärker gefordert wird als die Bauchmuskulatur. Der Trainierende sollte also ein gewisses Maß an Rumpfmuskulatur mitbringen. Wenn regelmäßig auf dem Indoor Rower trainiert wird, sollte man auf jeden Fall Bauchmuskulatur, insbesondere die Untere zusätzlich stärken.

Autor: Redaktion Meine Gesundheit

Stand: 18.07.2014

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