Zyklusstörungen - Zwischenblutungen

 

Die erste Menstruation (Menarche) tritt etwa mit 12-14 Jahren auf. Die letzte Menstruation (Menopause) kommt meist zwischen dem 48. und 52. Lebensjahr. Während der Schwangerschaft und meist auch während der Stillzeit findet keine Monatsblutung statt. Ein Zyklus, der Zeitraum vom ersten Tag der letzten Menstruation bis zum letzten Tag vor der nächsten Menstruation, dauert ungefähr 28 Tage. Bei diesen Daten gibt es jedoch große individuelle Schwankungen. Wenn sich bei einer Frau nach einiger Zeit die Regel eingependelt hat, bleiben Dauer und Stärke der Blutung und Abstand zwischen den einzelnen Blutungen mehr oder weniger konstant. Eine Zyklusstörung kann die Blutungsfrequenz und/oder die Blutungsstärke betreffen, man unterscheidet:

  • Zu lange Zyklen (mehr als 31 Tage).
  • Zu kurze Zyklen (weniger als 25 Tage).
  • Zu starke (mehr als 6 Tampons pro Tag) oder zu lange (mehr als 7 Tage) Blutungen.
  • Zu kurze oder zu leichte Blutungen.
  • unregelmäßige Blutungen, Zwischenblutungen, Schmierblutungen.
  • Völliges Ausbleiben der Regel.

Gründe einer Zyklusstörung
 

Der weibliche Zyklus beruht auf der Wirkung der im Eierstock gebildeten Östrogene und Gestagene (Sexualhormone). Die Funktion des Eierstocks wird gesteuert von bestimmten Hirnzentren. Störungen in diesem hormonellen Regelkreis können zu Zyklusanomalien führen. Durch eine Hormonstörung kann z.B. ein Eisprung zu früh erfolgen oder ausbleiben. Des weiteren können Erkrankungen von Eierstock und Gebärmutter Zyklusstörungen auslösen. Außerdem kommen auch Erkrankungen außerhalb der Geschlechtsorgane und deren Steuerung als Ursache für Zyklusstörungen in Frage

Zu lange oder zu kurze Zyklen

müssen keinen Krankheitswert haben, etwa wenn sich seit der Pubertät lange Zyklen eingestellt haben. Bei Frauen, die mehrfach geboren haben, findet man relativ häufig kurze Zyklen. Ansonsten liegt meist eine Hormonstörung vor, die bedingt sein kann durch: psychische Belastung wie Stress, Kummer, Partnerschaftsprobleme, körperliche Belastungen wie Leistungssport, Fehlernährung, Diäten, Untergewicht, Übergewicht, Krankheiten.

Zu lange und / oder zu starke Blutungen

haben Krankheitswert. Der starke Blutverlust kann zu Schwächegefühl, Schwindel, Kreislaufbeschwerden und Blutarmut führen.

  • Bei jungen Mädchen ist der Eisprung oft noch unregelmäßig. Ein ausbleibender Eisprung kann dazu führen, dass sich die Gebärmutterschleimhaut übermäßig stark entwickelt und es deshalb anschließend sehr lange blutet.
  • In den Wechseljahren sind starke und lange Blutungen nicht ungewöhnlich.
  • Muskelgeschwulste (Myome) in der Gebärmutter führen dazu, dass sich die Muskulatur nicht mehr optimal zusammenziehen kann, um die Menstruationsblutung zu beenden.
  • Wucherungen der Gebärmutterschleimhaut (Endometriose) können starke Blutungen auslösen.
  • Auch blutgerinnungshemmende Arzneimittel führen zu verstärkten Blutungen.
  • Das Tragen eines Intrauterinpessars ("Spirale") kann übermäßige Blutungen bedingen.
  • Des weiteren kommen Entzündungen, Tumore oder Lageanomalien von Gebärmutter oder Eierstock als Ursache in Frage.

Zu schwache Blutungen

haben selten Krankheitswert.

  • Bei Einnahme der Antibabypille sind schwache Blutungen häufig.
  • In der Frühschwangerschaft können schwache, menstruationsähnliche Blutungen auftreten, die allerdings der ärztlichen Klärung bedürfen.

Unregelmäßige, Blutungen, Zwischenblutungen, Schmierblutungen:

  • Unregelmäßige Blutungen und Zwischenblutungen sind auf jeden Fall ernst zu nehmen, es können Entzündungen und Tumore (z.B. Myome) dahinterstecken.
  • Sowohl bei Einnahme der Antibabypille als auch beim Tragen eines Intrauterinpessars kann es zu Zwischenblutungen und Schmierblutungen kommen.
  • Manche Frauen haben zur Zeit des Eisprunges eine schwache Blutung (sog. Mittelblutung.)
  • Schmierblutungen vor der Periode sind meist durch eine vorübergehende Störung des hormonellen Gleichgewichts bedingt und harmlos.
  • Bei Schmierblutungen nach der Menstruation liegen meist Entzündungen der Gebärmutter vor.

Völliges Ausbleiben der Menstruation:

  • Wenn die Periode noch nie eingetreten ist, können verschiedene Formen von Missbildungen oder Fehlbildungen der Genitalorgane, Fehlfunktion der hormonellen Steuerorgane im Gehirn, Tumore oder andere Erkrankungen dahinterstecken.
  • Haben vorher Menstruationszyklen bestanden, sind häufig Störungen in den Hirnzentren, die die Eierstöcke steuern, die Ursache. Außerdem kommen auch Erkrankungen von Eierstock und Gebärmutter sowie andere Erkrankungen (z.B. der Schilddrüse oder der Nebenniere) in Frage.
  • Nach einer Entbindung kann es sein, dass die Eierstöcke vorübergehend zu wenig Sexualhormone bilden.
  • Die Einnahme bestimmter Medikamente (z.B. Psychopharmaka, blutdrucksenkende Arzneien, Krebsmittel) kann die Störung auslösen.


Mögliche Massnahmen gegen Probleme des Zyklus

  • Für ausgewogene, gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung sorgen.
  • Führen eines Zykluskalenders, in dem Beginn, Dauer und Stärke der Menstruation eingetragen werden, kann hilfreich sein. Außerdem kann zur Überprüfung, ob und wann ein Eisprung (Verhütung) stattfindet, die morgendliche Temperatur gemessen und aufgezeichnet werden. Diese Daten können auch Ihrem Arzt helfen.
  • Regelmäßige Einnahme von pflanzlichen oder homöopathischen Mitteln (z.B. Pulsatilla oder Mönchspfeffer) gegen Zyklusstörungen. Achtung, einige dieser Mittel dürfen nicht in der Schwangerschaft eingenommen werden, da sie abtreibende Wirkung haben können.
  • Moorvollbäder oder -sitzbäder stabilisieren das seelische und körperliche Wohlbefinden und auch die hormonellen Kreisläufe.

Zeitpunkt des ärztlichen Besuches 

  • Wenn die Menstruation plötzlich ausbleibt.
  • Wenn die Menstruation sich stark in Menge und Dauer verändert.
  • Wenn die erste Menstruation bis zum 16. Lebensjahr nicht eingetreten ist.
  • Wenn Zwischenblutungen auftreten.
  • Wenn die Blutungen sehr stark und / oder sehr lange sind.
  • Wenn in der Schwangerschaft oder während der Wechseljahre plötzlich Blutungen auftreten.

Ärztliche Behandlung bei Zyklusstörungen 

  • Der Arzt wird eine Allgemeinuntersuchung und eine spezielle Untersuchung der Geschlechtsorgane vornehmen. Gegebenenfalls werden Hormonwerte bestimmt und weiterführend untersucht.
  • Der Arzt wird entsprechend der festgestellten Störung behandeln, etwa mit Hormonpräparaten bei Hormonstörungen oder mit Antibiotika bei Entzündungen. Manchmal ist eine Operation notwendig (z.B. bei Myomen oder anderen Tumoren).
  • Zu lange oder zu starke Blutungen mit hohen Blutverlusten müssen behandelt werden, ansonsten ist eine Behandlung nicht in jedem Fall notwendig. Eine Behandlung ist jedoch erforderlich, wenn ein Kinderwunsch besteht oder wenn z.B. für die Verhütung ein regelmäßiger Zyklus gewünscht wird.

Vermeiden der körperlichen und seelischen Beeinträchtigung im Zyklus
Körperlichen und psychischen Stress vermeiden.

 

 

Autoren:

Christiane von der Eltz, Apothekerin

Dr. Regina Schick, Ärztin